Apple, Datenschutz-Coup

Apple iOS 26.3: Neuer Datenschutz-Coup gegen Mobilfunker

02.02.2026 - 20:23:12

Mit iOS 26.3 reduziert Apple die Standortgenauigkeit für Netzbetreiber auf Stadtteilebene. Die neue Hardware-Funktion betrifft zunächst neue Geräte und ausgewählte Anbieter wie die Telekom.

Apple setzt seinen Kurs als Datenschutzvorreiter fort und schränkt mit der kommenden iOS-Version 26.3 ein, was Mobilfunkanbieter über den Standort ihrer Kunden erfahren. Die neue Funktion „Präzisen Standort begrenzen“ reduziert die Genauigkeit der Positionsdaten für die Netzbetreiber auf Stadtteil-Niveau – ein direkter Schlag gegen die milliardenschwere Überwachungsindustrie.

So funktioniert die neue Datenschutz-Funktion

Bisher konnten Netzbetreiber durch die Triangulation von Funkmasten ein Gerät oft auf wenige Meter genau orten. Die neue, erstmals auf Modem-Ebene umgesetzte Funktion unterbindet diese präzise Weitergabe. Statt einer konkreten Adresse erhält der Anbieter nur noch ein ungefähres Gebiet. Aktiviert wird die Einstellung in den Cellular Data Options; ein Neustart des Geräts ist nötig.

Doch die Nutzung ist eingeschränkt: Erforderlich sind die neuen C-Serie-Modeme von Apple (C1 oder C1X), die aktuell im iPhone Air, iPhone 16e und dem cellular-fähigen M5 iPad Pro verbaut sind. Zudem muss der Mobilfunkanbieter die Funktion unterstützen. In Deutschland ist zunächst nur die Telekom dabei. International startet das Feature mit ausgewählten Partnern wie EE im UK oder Boost Mobile in den USA.

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Hintergrund: Der Kampf um Standortdaten

Der Schritt kommt nicht von ungefähr. US-Behörden wie die Federal Trade Commission (FTC) gingen in den letzten Jahren massiv gegen Mobilfunkanbieter und Datenhändler vor, die milliardenfache Standortdaten – teils ohne richterliche Anordnung – an private Ermittler oder Behörden verkauften. Selbst anonymisierte Bewegungsprofile können sensible Einblicke in das Privatleben liefern: Wo jemand arbeitet, zum Arzt geht oder betet.

Apples neues Feature zielt genau auf diese Datenerfassungs-Pipeline ab. Wichtig zu wissen: Die Einschränkung gilt ausschließlich für die Netzbetreiber. Apps, die über die Ortungsdienste (wie „Find My“) auf Standortdaten zugreifen, oder die präzise Ortung bei Notrufen bleiben unbeeinflusst.

iOS 26.3: Weitere Neuerungen im Überblick

Die „Limit Precise Location“-Funktion ist das datenschutzpolitische Aushängeschild des Updates, das seit Dezember in der Beta-Testphase ist und noch im Februar erscheinen soll. Weitere in den Betas entdeckte Features sind:
* Neue „Wetter & Astronomie“-Hintergrundbilder
* Für EU-Nutzer: Eine „Benachrichtigungs-Weiterleitung“ für Wearables von Drittanbietern
* Ein verbessertes „Transfer to Android“-System für den Plattformwechsel

Die eingeschränkte Erstverfügbarkeit der Standort-Begrenzung ist nur der Anfang. Sie markiert eine klare strategische Richtung: Datenschutz wird bei Apple zunehmend hardware-seitig verankert. Mit der Verbreitung der C-Serie-Modeme dürfte diese granulare Kontrolle für iPhone-Nutzer zum Standard werden – und den Druck auf die gesamte Mobilfunkbranche erhöhen.

@ boerse-global.de