Apple entgeht EU-Gatekeeper-Status für Werbung und Karten
05.02.2026 - 18:40:12Die EU-Kommission stuft Apple Ads und Apple Maps nicht als marktbeherrschende Gatekeeper-Dienste ein. Die Entscheidung verschafft dem Konzern Erleichterung im Ringen um die Umsetzung des Digital Markets Act (DMA).
Brüssel stellt in einer qualitativen Prüfung fest, dass die Dienste trotz hoher Nutzerzahlen keine unverzichtbare Brücke für Unternehmen zu Verbrauchern darstellen. Apple begrüßte die Entscheidung und verwies auf den starken Wettbewerb in Europa. Die Kommission begründet ihren Schritt mit der „sehr begrenzten Reichweite“ von Apple Ads im europäischen Werbemarkt und der „relativ geringen Gesamtnutzungsrate“ von Apple Maps. Damit fehle die notwendige marktbeherrschende Stellung, die den Wettbewerb ersticken könnte.
Keine pauschale Regelung für Tech-Riesen
Die Entscheidung zeigt den nuancenreichen Ansatz der EU-Behörde. Sie bewertet jeden Dienst einzeln nach seinem tatsächlichen Markteinfluss – und nicht pauschal alle Angebote eines Konzerns. Ein ähnlicher Prozess hatte bereits 2024 zur Ausnahme von Apples iMessage vom DMA geführt.
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Doch die Atempause ist begrenzt. Die Kommission behält sich ausdrücklich vor, die Marktentwicklung bei beiden Diensten zu überwachen. Sollten Apple Ads oder Apple Maps wesentlich an Bedeutung gewinnen, könnte die Einstufung als Gatekeeper nachgeholt werden. Für den Konzern bedeutet das: Die Entwicklung kann vorerst ohne die strengen DMA-Auflagen für Interoperabilität und Datenaustausch fortgesetzt werden.
Fokus bleibt auf iOS und App Store
Die eigentliche Schlacht um die DMA-Umsetzung schwelt an anderer Stelle weiter. Als Gatekeeper eingestuft sind nach wie vor Apples iOS-Betriebssystem, der App Store und der Safari-Browser. Für diese Kernplattformen muss Apple tiefgreifende Änderungen umsetzen – darunter die Zulassung konkurrierender App Stores und alternativer Bezahlsysteme.
Der aktuelle Beschluss unterstreicht die komplexe Beziehung zwischen Brüssel und Big Tech. Während die Kommission ihre Macht demonstriert, zeigt sie auch Bereitschaft zu differenzierter Betrachtung. Für Apple bleibt der europäische Markt ein Spagat zwischen regulatorischem Druck und Wachstumsambitionen.


