Anthropic macht Indien mit neuer Chefin zum KI-Zweitmarkt
17.01.2026 - 09:52:12Indien ist nach den USA zum weltweit zweitwichtigsten Markt für die KI Claude aufgestiegen. Das zeigt ein neuer Wirtschaftsbericht des Herstellers Anthropic. Gleichzeitig baut das Unternehmen seine Präsenz massiv aus und holt mit Irina Ghose eine Microsoft-Veteranin als erste Indien-Chefin an Bord.
Technik-Fokus treibt Wachstum
Laut dem am Donnerstag veröffentlichten Economic Index Report von Anthropic zeichnet sich die Nutzung in Indien durch einen außergewöhnlich hohen Technik-Anteil aus. Rund 45,2 Prozent aller Claude-Anwendungen im Land entfallen auf Programmierung und mathematische Aufgaben. Das ist fast doppelt so viel wie der globale Durchschnitt.
„Die Nutzungsmuster in Indien sind in arbeitsbezogenen Kategorien ungewöhnlich hoch“, erklärt Peter McCrory, Wirtschaftschef bei Anthropic. Vor allem Softwareentwickler setzen die KI für das Schreiben von Code, das Debuggen oder das Design von Benutzeroberflächen ein. Die Integration in den Arbeitsalltag sei hier weiter fortgeschritten als in anderen Märkten, wo die KI oft noch für kreatives Schreiben oder allgemeine Anfragen genutzt werde.
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Microsoft-Veteranin übernimmt Führung
Um diesen Boom zu steuern, hat Anthropic am Freitag Irina Ghose als erste Managing Director für Indien vorgestellt. Die Managerin bringt über 30 Jahre Tech-Erfahrung mit, davon 24 Jahre bei Microsoft, zuletzt als Geschäftsführerin für Indien. Ihre Aufgabe wird es sein, die zahlreichen Einzelnutzer in profitable Unternehmenskunden zu verwandeln.
Ghose soll den Aufbau lokaler Operationen vorantreiben und die KI-Integration in regulierten Branchen wie Banken, Gesundheitswesen und Behörden voranbringen. Ihre Ernennung wird als klares Signal gewertet, dass Anthropic den indischen Markt langfristig und mit Fokus auf Großkunden erschließen will.
Büro in Bengaluru und Regierungsgipfel geplant
Der nächste konkrete Schritt ist die Eröffnung eines eigenen Büros in Bengaluru im Februar 2026. Der Standort wird zum Zentrum für Vertrieb, Technik und Politik in der Region. Zur Eröffnung wird auch Anthropic-CEO Dario Amodei erwartet, der am India AI Impact Summit des Elektronik- und IT-Ministeriums teilnehmen wird.
Auf dem Gipfel sollen Themen wie verantwortungsvolle KI-Governance und „Constitutional AI“ diskutiert werden – ein Kernanliegen von Anthropic, das gut zur wachsenden regulatorischen Aufmerksamkeit Indiens passt. Die Gespräche bauen auf Treffen zwischen Amodei und indischen Regierungsvertretern Ende 2025 auf.
Wettlauf um den Milliardenmarkt
Indiens Aufstieg zum zweitgrößten Claude-Markt unterstreicht den erbitterten Wettbewerb globaler KI-Firmen um den Subkontinent. Mit über einer Milliarde Internetnutzern und einer stark digitalisierungsorientierten Regierung ist Indien ein Schlüsselmarkt.
Die Nutzerzahlen wachsen rasant: Die Downloads der Claude-App stiegen bis Ende 2025 um 48 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Doch das Wachstumspotenzial ist laut Bericht noch lange nicht ausgeschöpft. Die Nutzungsintensität in der erwerbsfähigen Bevölkerung liegt bei einem Wert von nur 0,22. Das deutet darauf hin, dass nach den Early Adopters aus der Tech-Szene nun die breite Masse der Unternehmen erreicht werden muss.
Kann Anthropic seine technikaffine Nutzerbasis in nachhaltige Unternehmensumsätze verwandeln? Die Weichen dafür sind mit der Ernennung von Irina Ghose und dem neuen Büro gestellt. Die kommenden Monate werden zeigen, ob das Sicherheitsversprechen der KI auch bei indischen Großkonzernen und im öffentlichen Sektor zieht.
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