ams OSRAM Aktie: Entschuldung im Fokus
27.01.2026 - 19:00:32ams OSRAM arbeitet mit Nachdruck daran, seine Bilanz zu stärken. Parallel zu laufenden Verkaufsverhandlungen für Geschäftsteile hat der Konzern einen Teil seiner Wandelanleihen zurückgekauft und damit den Schuldenberg spürbar reduziert. Entscheidend wird nun, wie viel zusätzliches Kapital der geplante Verkauf von Sparten tatsächlich in die Kasse bringt.
Entschuldungsplan nimmt Form an
Am 12. Januar 2026 bestätigte das Unternehmen in einer Ad-hoc-Mitteilung an die SIX Swiss Exchange fortgeschrittene Gespräche über den Verkauf bestimmter Geschäftsaktivitäten. Auslöser waren zuvor kursierende Marktgerüchte. Ein wichtiger Punkt für Mitarbeiter und Standortpolitik: Der Standort Premstätten in Österreich soll laut Mitteilung langfristig erhalten bleiben.
Die geplanten Verkäufe sind zentraler Bestandteil des bereits im April 2025 angekündigten beschleunigten Entschuldungsplans. Ziel ist es, durch Desinvestitionen Erlöse von deutlich über 500 Mio. Euro zu erzielen. Konkrete Zusagen zum Ausgang der Verhandlungen gibt es zwar noch nicht, die Richtung ist aber klar: Nicht-strategische Bereiche sollen veräußert, die Bilanz entlastet und das Kerngeschäft gestärkt werden.
Wandelanleihen-Rückkauf reduziert Schulden
Ein weiterer Baustein der Entschuldungsstrategie ist der Umgang mit den ausstehenden Wandelanleihen. Am 19. Januar 2026 veröffentlichte ams OSRAM die Ergebnisse eines Teilrückkaufs für die 2027 fälligen Papiere. Im Rahmen eines Dutch-Auction-Verfahrens wurden Anleihen im Nominalwert von 199,9 Mio. Euro zu 96 % des Nennwerts zurückgekauft.
Nach Abwicklung der Transaktion am 21. Januar 2026 verbleibt ein Restnominalbetrag von 560,1 Mio. Euro im Umlauf. Der Rückkauf senkt nicht nur die künftige Zinslast, sondern verringert auch potenzielle Verwässerungseffekte aus einer späteren Wandlung in Aktien.
Bilanz, Effizienzprogramm und Kursbild
Der Schuldenabbau ist eng mit den operativen Fortschritten verknüpft. Bereits im Juli 2025 hatte ams OSRAM den Verkauf des Geschäfts mit Entertainment & Industry Lamps an Ushio für 114 Mio. Euro vereinbart. Der Abschluss dieser Transaktion wird im ersten Quartal 2026 erwartet und dürfte weiteres Kapital für den Entschuldungsplan liefern.
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Operativ hatte das Unternehmen im dritten Quartal 2025 einen freien Cashflow von 43 Mio. Euro sowie ein vergleichbares Wachstum von 9 % im Halbleiter-Kerngeschäft gemeldet. Das Effizienzprogramm „Re-establish the Base“ brachte bis dahin laufende Kosteneinsparungen von rund 185 Mio. Euro. Damit stützt das operative Geschäft den bilanziellen Kurs der Entschuldung.
An der Börse spiegelt sich die Zwischenlage wider: Der Aktienkurs liegt mit 8,76 Euro deutlich unter dem 52‑Wochen-Hoch von 13,84 Euro, aber klar über dem Tief von 5,98 Euro. Der Abstand von rund 37 % zum Hoch und zugleich knapp 46 % zum Tief zeigt, dass sich der Titel von den schwächsten Niveaus zwar erholt hat, aber noch weit von früheren Kursregionen entfernt ist.
Auffällig ist der technische Indikator RSI (14 Tage) von 16,4, der weit im überverkauften Bereich liegt. Kurzfristig war die Aktie mit einem Plus von knapp 5 % auf Wochensicht zwar leicht im Aufwind, übergeordnet signalisiert der RSI aber weiterhin deutlichen Druck.
Die wichtigsten Punkte im Überblick
- Fortgeschrittene Gespräche über den Verkauf von Geschäftsteilen (Ad-hoc vom 12. Januar 2026)
- Standort Premstätten soll langfristig gesichert bleiben
- Ziel: Desinvestitionserlöse von deutlich über 500 Mio. Euro
- Rückkauf von Wandelanleihen 2027 im Volumen von 199,9 Mio. Euro zu 96 % des Nominalwerts
- Verbleibender Nominalbetrag der Wandelanleihen: 560,1 Mio. Euro
- Verkauf „Entertainment & Industry Lamps“ an Ushio für 114 Mio. Euro, Abschluss im Q1 2026 erwartet
- Q3 2025: Freier Cashflow 43 Mio. Euro, 9 % Wachstum im Halbleiter-Kerngeschäft, Kosteneinsparungen von rund 185 Mio. Euro aus „Re-establish the Base“
Ausblick auf den 10. Februar
Der nächste zentrale Termin ist bereits gesetzt: Am 10. Februar 2026 will ams OSRAM die Zahlen für das vierte Quartal 2025 vorlegen. Dann dürfte das Management ein Update zu den laufenden Verkaufsgesprächen, zum Fortschritt beim Schuldenabbau und zur Entwicklung der Nettoverschuldung liefern. Für den Kapitalmarkt wird vor allem entscheidend sein, wie nah das Unternehmen mit den bereits eingeleiteten und noch geplanten Maßnahmen dem Ziel von deutlich über 500 Mio. Euro Desinvestitionserlösen gekommen ist und welche weiteren Schritte im Rahmen des Entschuldungsplans konkret anstehen.
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