Airbus, Aktie

Airbus Aktie: Neueste Berichterstattung

29.11.2025 - 03:46:29

Airbus muss über 6.400 Flugzeuge der A320-Familie nach kritischem Softwarefehler zurückrufen, der zu einem Notlandungsvorfall führte. Trotz der operativen Krise zeigt sich die Aktie erstaunlich stabil.

Der europäische Flugzeugbauer muss rund 6.000 Jets der A320-Familie sofort aus dem Verkehr ziehen – eine der größten Rückrufaktionen in der Unternehmensgeschichte. Auslöser: Ein kritischer Softwarefehler, der die Flugsicherheit massiv gefährdet. Die Aktie zeigt sich dennoch überraschend stabil und notierte am Freitag an der Euronext Paris bei 204,45 Euro.

Was ist passiert? Am 30. Oktober 2024 kam es bei einem JetBlue-Flug von Cancún nach Newark zu einem dramatischen Zwischenfall. Die Maschine verlor plötzlich an Höhe, nachdem die Flugsteuerung versagte. Der Pilot musste eine Notlandung in Tampa durchführen, mehrere Passagiere benötigten medizinische Hilfe. Die anschließende Untersuchung brachte eine beunruhigende Erkenntnis: Intensive Sonneneinstrahlung kann die Daten korrumpieren, die für die Flugsteuerung kritisch sind.

Das Problem liegt im ELAC-Computer (Elevator and Aileron Computer), der die Höhenruder steuert. Der französische Zulieferer Thales, Hersteller des Computers, weist die Verantwortung von sich – die betroffene Software falle nicht in seinen Zuständigkeitsbereich.

Operative Katastrophe im Anflug

Die Dimension der Krise wird erst bei genauerem Hinsehen deutlich. Von den weltweit 11.300 A320-Flugzeugen im Einsatz müssen etwa 6.440 Maschinen – mehr als die Hälfte der gesamten Flotte – einer Software-Korrektur unterzogen werden. Die europäische Luftfahrtbehörde EASA bereitet bereits eine Notfall-Lufttüchtigkeitsanweisung vor.

Besonders brisant: Die Reparaturen müssen vor dem nächsten Flug durchgeführt werden, wie aus einem Airbus-Rundschreiben an die Airlines hervorgeht. Nur Positionierungsflüge zur Werkstatt sind ausgenommen. Zwei Drittel der betroffenen Jets können mit einer Software-Rücksetzung relativ schnell wieder abheben. Doch Hunderte Maschinen benötigen Hardware-Austausch – sie könnten wochenlang am Boden bleiben.

American Airlines bezifferte den Schaden am Freitag konkret: 340 Flugzeuge der Gesellschaft sind betroffen. Die Airline erwartet operative Verzögerungen, arbeitet aber daran, Annullierungen zu minimieren. Der Großteil der Updates soll bis Samstag abgeschlossen sein. Auch Wizz Air bestätigte, dass Teile der Flotte betroffen sind und Flüge am Wochenende ausfallen könnten.

Anzeige

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Airbus?

Zweites Problem überschattet die Lage

Als wäre die Software-Krise nicht genug, kämpft Airbus mit einem weiteren technischen Problem. Starts von A320-Maschinen mit Pratt & Whitney-Triebwerken müssen bei Vereisungsbedingungen eingeschränkt werden. Konkret geht es um den GTF-Antrieb (Getriebefan), der etwa jeden zweiten A320neo antreibt.

Die Einschränkungen gelten bei gefrierendem Nebel und einer Sichtweite unter 150 Metern. Pratt & Whitney arbeitet an einer Lösung – doch die Triebwerkssparte von RTX kämpft ohnehin seit zwei Jahren mit massiven Qualitätsproblemen. Wegen mangelhaften Pulvermetalls mussten seit 2023 rund 3.000 Turbinen zurückgerufen werden.

Wie reagiert die Börse? Überraschend gelassen. Die Aktie legte am Freitag via Xetra sogar um 0,24 Prozent auf 204,65 Euro zu. Offenbar vertrauen Anleger darauf, dass der Konzern die Krise schnell in den Griff bekommt. Das Timing könnte allerdings kaum schlechter sein – die US-Airlines steuern auf das verkehrsstärkste Reisewochenende des Jahres zu.

Anzeige

Airbus-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Airbus-Analyse vom 29. November liefert die Antwort:

Die neusten Airbus-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Airbus-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 29. November erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Airbus: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...




@ boerse-global.de