Energy, Aktie

ABO Energy Aktie: Schicksalswoche

06.02.2026 - 17:45:30

Der Projektentwickler für Erneuerbare Energien steht vor einer existentiellen Abstimmung seiner Anleihegläubiger, um sein Sanierungskonzept zu retten. Ein erwarteter Rekordverlust von 170 Millionen Euro belastet das Unternehmen.

Vom Hoffnungsträger zum Sanierungsfall: ABO Energy steht vor der wohl entscheidendsten Woche seiner fast 30-jährigen Geschichte. Vom 10. bis 12. Februar müssen die Anleihegläubiger über einen Verzicht abstimmen, ohne den das Sanierungskonzept scheitern würde. Der Wiesbadener Projektentwickler für erneuerbare Energien kämpft mit einem erwarteten Jahresfehlbetrag von 170 Millionen Euro – nach zwei drastischen Prognosesenkungen binnen acht Wochen.

Anleihegläubiger am Zug

Die Inhaber der Unternehmensanleihe 2024/2029 sollen auf die Negativverpflichtungsklausel verzichten. Nur so kann ABO Energy Sicherheiten für Zwischenfinanzierungen laufender Projekte stellen und den operativen Betrieb aufrechterhalten. Die Abstimmung ohne Versammlung läuft vom 10. bis 12. Februar. Am 5. Februar erläuterte das Unternehmen in einem digitalen Event die Details des Sanierungsplans.

Parallel dazu hat ABO Energy seit dem 23. Januar eine Stillhaltevereinbarung mit den Gläubigern wesentlicher Finanzierungen – Konsortialkredite, bilaterale Darlehen und Schuldscheindarlehen. Die Banken verzichten während der Verhandlungen darauf, Kündigungsrechte geltend zu machen.

Vom Millionengewinn zum Rekordverlust

Die Chronologie der Krise:

  • November 2025: Erste Prognosesenkung von 29-39 Mio. Euro Gewinn auf 95 Mio. Euro Verlust
  • 15. Januar 2026: Weitere Korrektur auf 170 Mio. Euro Jahresfehlbetrag bei nur 230 Mio. Euro Konzerngesamtleistung
  • 23. Januar 2026: Stillhaltevereinbarung mit Banken

Die Ursachen sind hausgemacht und strukturell: Überzeichnete Wind-an-Land-Auktionen in Deutschland führten zu deutlich niedrigeren Einspeisevergütungen. Wesentliche Windprojekte rutschten ins Jahr 2026. Dazu kommen erhebliche Sonderabschreibungen wegen gesunkener Erwartungen an Zuschlagsniveaus sowie negative Entwicklungen in Spanien, Finnland, Griechenland und Ungarn.

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Pipeline als letzte Hoffnung

Das Unternehmen verweist auf seine Projektpipeline von rund 30 Gigawatt aus Wind-, Solar- und Batterieprojekten. Über ein Drittel entfällt auf die Kernmärkte Deutschland und Frankreich. Ob diese Substanz ausreicht, um das Vertrauen der Gläubiger zu gewinnen, entscheidet sich in den kommenden Tagen.

Für die operative Umsetzung hat ABO Energy Restrukturierungsexperten von Hübner Management mit einem CRO-Team eingebunden. Ein Sanierungsgutachten sollte Anfang Februar als Entwurf vorliegen. Am 22. Juni folgt der Jahresabschluss 2025, am 13. August die Hauptversammlung in Wiesbaden.

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