Experten sorgen sich um deutsche Goldreserven in den USA
21.01.2026 - 18:41:02Auch die finanzpolitische Sprecherin der Grünen im Bundestag, Katharina Beck, bringt eine Verlagerung ins Spiel. Die Goldreserven seien "ein wichtiger Stabilitäts- und Vertrauensanker. Sie dürfen auf keinen Fall zum Spielball geopolitischer Auseinandersetzungen werden." Solange US-Präsident Donald Trump regiert, könne man das wohl am sichersten ausschließen, "wenn die Goldreserven ab jetzt in Deutschland verwahrt werden".
Die Bundesbank lagert 1.236 Tonnen Gold bei der regionalen US-Notenbank Fed in New York. Bundesbankpräsident Joachim Nagel lehnt eine Verlagerung ab. Unterstützung erhält er von den Regierungsfraktionen im Bundestag. Der finanzpolitische Sprecher der Unionsfraktion, Fritz Güntzler, sagte dem "Handelsblatt" (Donnerstagausgabe), es sei sinnvoll, einen Teil der Reserven in den USA zu lagern. "In der aktuellen Lage öffentlichkeitswirksam über einen Abzug der Goldreserven zu spekulieren, ist dagegen nicht förderlich."
Die finanzpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, Frauke Heiligenstadt, kann Sorgen um die Goldreserven nach eigenen Angaben zwar nachvollziehen, rät aber von "Panik" ab: "Die deutschen Goldreserven sind gut diversifiziert angelegt." Die Hälfte liege in Frankfurt, "sodass unsere Handlungsfähigkeit sichergestellt ist". Der Standort New York sei sinnvoll, denn "Deutschland, Europa und die USA sind finanzpolitisch eng miteinander verbunden".


