USA, Dänemark

Merz sichert Grönland Solidarität zu - Trump-Treffen angestrebt

19.01.2026 - 14:01:05

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat Grönland und Dänemark im Konflikt mit den USA zumindest diplomatischen Beistand zugesichert."Dänemark und die Bevölkerung Grönlands können auf unsere Solidarität zählen", sagte Merz am Montag in Berlin nach einer CDU-Vorstandssitzung.

Man sei "bereit, die Gespräche mit den USA zu unterstützen", konkretisierte der Kanzler. Grundlage dieser Gespräche sollten dabei immer "die Prinzipien der Souveränität und der territorialen Integrität" sein. Dazu wolle er sich nach Möglichkeit am Mittwoch beim Weltwirtschaftsforum mit US-Präsident Donald Trump treffen.

Im Kreis der Europäer bestehe "große Einigkeit", dass weitere Zollandrohungen Beziehungen nicht stärken, sondern schwächen. Zudem bärgen sie auch "das Risiko einer Eskalation", so Merz weiter. "Zölle werden in der Regel von denen bezahlt, in deren Land die Importe gehen. In diesem Falle würden die amerikanischen Konsumenten die Zölle bezahlen, aber sie würden natürlich auch unserer Wirtschaft, der Wirtschaft der Europäer und insbesondere der deutschen Wirtschaft schaden, und deswegen wollen wir hier eine Lösung finden."

Man werde "jedenfalls auf der europäischen Seite besonnen und auch angemessen auf solche Herausforderungen reagieren", sagte der Kanzler. Trump hatte gegen die Teilnehmerländer einer Erkundungsmission in Grönland einen Strafzoll angekündigt. Ab dem 1. Februar werde für alle Waren aus Dänemark, Norwegen, Schweden, Frankreich, Deutschland, dem Vereinigten Königreich, den Niederlanden und Finnland ein Zoll von 10 Prozent erhoben. Am 1. Juni erhöhe sich der Tarif dann sogar auf 25 Prozent. "Dieser Zoll ist so lange fällig und zu entrichten, bis ein Abkommen über den vollständigen Kauf Grönlands erzielt ist", so Trump.

Merz wies die Einschätzung zurück, diese Mission stelle eine Konfrontation mit den USA dar. "Dieses Engagement dient den gemeinsamen transatlantischen Interessen", sagte er am Montag. Es gehe darum, als europäische Nato-Länder "mehr für die Sicherheit im hohen Norden" zu tun. Das habe Trump von den Europäern verlangt und dem sei man mit der Mission entgegengekommen, so Merz.

@ dts-nachrichtenagentur.de

Weitere Meldungen

Dänemark und Grönland schlagen Rutte Nato-Mission in Arktis vor Im Ringen um einen Ausweg aus dem Grönland-Konflikt mit den USA haben Dänemark und Grönland Nato-Generalsekretär Mark Rutte eine Mission des Bündnisses in der Arktis vorgeschlagen. (Boerse, 19.01.2026 - 19:42) weiterlesen...

Rufe nach WM-Boykott wegen Grönland-Konflikt mehren sich Nach der neuen Zoll-Ankündigung der USA gegen EU-Mitgliedsstaaten fordern deutsche Politiker einen Boykott der in diesem Jahr in den USA, Kanada und Mexiko stattfindenden Fußball-WM."Europa braucht jetzt eine geschlossene Antwort. (Ausland, 19.01.2026 - 16:59) weiterlesen...

Merz lässt die «Handels-Bazooka» stecken Egal was Trump in den vergangenen zwölf Monaten gemacht hat, Merz hat die offene Konfrontation mit ihm stets gemieden. (Ausland, 19.01.2026 - 15:48) weiterlesen...

Streit um Grönland: SPD wirft Spahn Sympathie für Trump-Kurs vor Unionsfraktionschef Jens Spahn sieht sich wegen seiner verständnisvollen Äußerungen zu den Annexionsplänen des US-Präsidenten Donald Trump für Grönland scharfer Kritik ausgesetzt. (Ausland, 19.01.2026 - 15:40) weiterlesen...

Merz erwartet Treffen mit Trump am Mittwoch Trump fordert die Arktisinsel Grönland, Merz kontert auch mit Zahlen: Die USA hätten ja selbst nur noch weniger als 200 Soldaten auf der Insel. (Politik, 19.01.2026 - 14:32) weiterlesen...

Merz: wollen uns als Land und als Kontinent behaupten. Er macht deutlich, dass Europa auf seine Punkte pocht, aber keine Eskalation will. Der Bundeskanzler sieht in US-Zollandrohungen eine mögliche Schwächung der transatlantischen Beziehungen. (Politik, 19.01.2026 - 13:54) weiterlesen...