USA, Venezuela

Kolumbien, Iran, Grönland: Wem Trump noch droht

05.01.2026 - 10:31:15

Gerade erst haben die USA Venezuela angegriffen und Staatschef Maduro festgenommen. US-Präsident Trump setzt bereits weitere Länder mit Drohungen unter Druck. Welche Ziele hat er?

  • Folgt Kolumbien auf Venezuela? Über das Nachbarland Venezuelas sagte Trump, es sei «sehr krank» und werde von einem «kranken Mann» regiert, der es liebe, «Kokain zu produzieren und es in die Vereinigten Staaten zu verkaufen».  - Foto: Alex Brandon/AP/dpa

    Alex Brandon/AP/dpa

  • Immer wieder äußert sich Trump auch zu Grönland. (Archivbild) - Foto: Steffen Trumpf/dpa

    Steffen Trumpf/dpa

Folgt Kolumbien auf Venezuela? Über das Nachbarland Venezuelas sagte Trump, es sei «sehr krank» und werde von einem «kranken Mann» regiert, der es liebe, «Kokain zu produzieren und es in die Vereinigten Staaten zu verkaufen».  - Foto: Alex Brandon/AP/dpaImmer wieder äußert sich Trump auch zu Grönland. (Archivbild) - Foto: Steffen Trumpf/dpa

Washington – Nach dem spektakulären US-Militäreinsatz zur Festnahme von Venezuelas autoritärem Staatschef Nicolás Maduro setzt US-Präsident Donald Trump das südamerikanische Land weiter unter Druck. Mit erster Wirkung: Die geschäftsführende Präsidentin Delcy Rodríguez, die sich nach dem US-Angriff zunächst unbeugsam gezeigt hatte, signalisiert Bereitschaft zur Zusammenarbeit mit Washington. Doch Venezuela ist nicht das einzige Land, dem der US-Präsident nach Maduros Festnahme droht. Ein Überblick:

Kolumbien

Folgt Kolumbien auf Venezuela? Über das Nachbarland Venezuelas sagte Trump, es sei «sehr krank» und werde von einem «kranken Mann» regiert, der es liebe, «Kokain zu produzieren und es in die Vereinigten Staaten zu verkaufen». Das werde er «nicht mehr lange machen», sagte Trump – ohne ins Detail zu gehen, was er konkret damit meinte. 

Der US-Präsident hatte Kolumbiens Staatschef Gustavo Petro zuvor bereits mehrfach heftig kritisiert. Auf die Nachfrage einer Journalistin, ob es einen Militäreinsatz gegen Kolumbien geben werde, sagte Trump nun: «Das klingt für mich gut.» 

Iran

Angesichts von Berichten über Tote bei den jüngsten regierungskritischen Protesten im Iran drohte Trump nun auch der Führung in Teheran erneut mit einem Eingreifen. Die USA beobachteten die Proteste sehr genau, sagte Trump während eines Flugs nach Washington vor Journalisten. «Wenn sie damit anfangen, Leute zu töten, wie sie es in der Vergangenheit auch getan haben, dann werden sie, denke ich, von den Vereinigten Staaten sehr hart getroffen werden», sagte Trump. «Wir beobachten das sehr genau.» Unklar blieb, welche Schritte die USA möglicherweise erwägen. 

Grönland

Immer wieder äußert sich Trump auch zu Grönland. Zuletzt sagte er am Sonntagabend (Ortszeit) erneut, «wir brauchen Grönland mit Blick auf die nationale Sicherheit». Die Insel sei von großer strategischer Bedeutung, sei aktuell aber von russischen und chinesischen Schiffen umgeben. «Dänemark wird das nicht schaffen, das kann ich Ihnen sagen», sagte Trump. Auch für die Europäische Union sei klar, dass die USA Grönland «haben» sollten, behauptete Trump. Grönland ist ein autonom verwaltetes Gebiet in der Arktis, das zu Dänemark gehört.

Kuba

Mit Blick auf Kuba war es US-Außenminister Marco Rubio, der sich zuletzt zu der dortigen Regierung äußerte. Er bezeichnete die Regierung in Kuba als «riesiges Problem». Das sagte er dem US-Sender NBC News auf die Frage, ob nach dem US-Angriff auf Venezuela nun Kuba folge. Zwar wolle er nicht über zukünftige Schritte der US-Regierung mit Blick auf Kuba sprechen. «Aber ich denke, es ist kein Geheimnis, dass wir keine großen Fans des kubanischen Regimes sind.» Dieses habe Venezuelas nun entmachteten Staatschef Nicolás Maduro unterstützt, sagte Rubio weiter. 

Kuba wird seit dem Sieg der Revolution 1959 autoritär regiert. Die Kommunistische Partei kontrolliert Staat, Wirtschaft und Gesellschaft. Die Beziehungen zwischen Havanna und Washington sind seit Jahrzehnten angespannt - Schritte zu einer vorsichtigen Annäherung unter US-Präsident Barack Obama hat Donald Trump wieder rückgängig gemacht.

Mexiko

Nur wenige Stunden nach dem US-Einsatz in Venezuela stellte Trump die Autorität von Mexikos Präsidentin Claudia Sheinbaum infrage. Diese hatte US-Einsätze gegen Drogenkartelle in ihrem Land abgelehnt. «Sie regiert Mexiko nicht, das tun die Kartelle. Wir müssen mit Mexiko etwas tun», sagte der US-Präsident.

@ dpa.de

Weitere Meldungen

Nobelinstitut: Nobelpreis kann nicht übertragen werden. Später sagte sie, sie wolle den Preis mit ihm teilen. Jetzt meldet sich das Nobelinstitut zu Wort. Die venezolanische Oppositionsführerin Machado hatte ihren Nobelpreis US-Präsident Trump gewidmet. (Ausland, 11.01.2026 - 05:45) weiterlesen...

Trump: US-Ölkonzerne werden in Venezuela investieren. Man sei sich einig, heißt es nach einem Treffen. Ob es aber schnelle Investitionen geben wird, ist unklar. US-Präsident Trump erwartet von Ölkonzernen seines Landes massive Investitionen in Venezuela. (Ausland, 10.01.2026 - 02:11) weiterlesen...

Trump besteht auf Grönland und warnt vor Russland und China. Nun behauptet er: Wenn die USA es nicht täte, würden andere Länder Grönland einnehmen. Trump will die größte Insel der Erde unter seine Kontrolle bringen. (Ausland, 09.01.2026 - 23:11) weiterlesen...

Diplomatie: USA entsenden Delegation nach Venezuela Knapp eine Woche nach einer Operation des US-Militärs in Venezuela haben die Vereinigten Staaten eine Delegation nach Caracas entsandt. (Boerse, 09.01.2026 - 20:03) weiterlesen...

Trump: Zweiter Angriff auf Venezuela vorerst gestoppt. Die US-Kriegsschiffe bleiben jedoch vor Ort. Der US-Präsident winkt mit Investitionen in Milliardenhöhe. Einen weiteren Angriff auf Venezuela soll es erst einmal nicht geben sagt Donald Trump. (Ausland, 09.01.2026 - 11:29) weiterlesen...

Trump: Weiteren Angriff auf Venezuela abgesagt US-Präsident Donald Trump hat nach eigener Aussage einen weiteren Angriff auf Venezuela abgesagt.Die USA und Venezuela arbeiteten gut zusammen, insbesondere im Hinblick auf den Wiederaufbau der Öl- und Gasinfrastruktur, sagte Trump am Freitag. (Ausland, 09.01.2026 - 11:08) weiterlesen...