Deal mit China im Zollstreit
11.05.2025 - 18:55:27(neu: Aussagen von Greer.)
GENF (dpa-AFX) - Die USA haben nach Angaben des US-Handelsbeauftragten Jamieson Greer in den Zollstreit-GesprĂ€chen mit China einen "Deal" erreicht, also eine Vereinbarung. Einzelheiten dazu sollen am Montag mitgeteilt werden. Die chinesische Seite um Vize-MinisterprĂ€sident He Lifeng Ă€uĂerte sich nach dem Ende der GesprĂ€che in Genf zunĂ€chst nicht.
US-PrÀsident Donald Trump habe wegen des massiven Handelsdefizits mit China im Umfang von 1,2 Billionen Dollar den nationalen Notstand ausgerufen, sagte Greer.
"Wir sind zuversichtlich, dass der Deal, den wir mit unseren chinesischen Partnern getroffen haben, uns bei der Arbeit, den nationalen Notstand zu beheben, helfen wird", sagte er nach Abschluss der zweitÀgigen GesprÀche. Beide Seiten seien sich schnell einig gewesen, dass die Meinungsverschiedenheiten vielleicht nicht so groà seien wie zunÀchst angenommen. Finanzminister Scott Bessent sprach von "substanziellen Fortschritten".
China prangert Schaden an
Die staatliche chinesische Nachrichtenagentur Xinhua, ein Sprachrohr der regierenden Kommunistischen Partei, schrieb am Sonntag in einem Kommentar, wenn Washington Handelskonflikte wirklich ĂŒber Dialog lösen wolle, mĂŒsse es sich zunĂ€chst mit dem Schaden auseinandersetzen, den seine durch Zölle getriebene Politik dem globalen Handelssystem und seiner eigenen Wirtschaft und seinen BĂŒrgern zugefĂŒgt habe.
Trump hat die Beziehungen zu China nach seinem Amtsantritt mit massiven Zöllen auf chinesische Produkte auf einen Tiefpunkt gebracht. Sie liegen zurzeit bei 145 Prozent. China reagierte mit 125 Prozent Zöllen auf US-Produkte.
Das KrĂ€ftemessen zwischen den beiden gröĂten Volkswirtschaften der Welt hat Auswirkungen auf die gesamte Weltwirtschaft, mit besonders verheerenden Folgen fĂŒr Entwicklungs- und SchwellenlĂ€nder. "
USA wollen Export ankurbeln
Trumps Handelsminister Howard Lutnick sagte am Sonntag, die hohen Zölle auf Importe aus China wĂŒrden natĂŒrlich dazu fĂŒhren, dass die Einfuhren zurĂŒckgehen. Aber das sei nur ein erster Schritt in den Verhandlungen. "Die Zollpolitik des PrĂ€sidenten ist es, alle MĂ€rkte in der Welt zu öffnen, die fĂŒr uns verschlossen waren", so er im US-Fernsehen. Ziel sei, dass die Amerikaner mehr exportierten.
Peking wirbt derweil aktiv um andere Handelspartner. Der "ĂŒbergroĂe Markt" Chinas biete mehr Möglichkeiten fĂŒr Produkte aus Lateinamerika und der Karibik, sagte ein hochrangiger Beamter des AuĂenministeriums am Sonntag. Bei einem Forum mit Regierungsvertretern der Gemeinschaft der Lateinamerikanischen und Karibischen Staaten (CELAC) kommende Woche in Peking sollen unter anderem Kooperationen bei Rohstoffen, Nahrungsmitteln und Infrastruktur beschlossen werden.

