EZB-Linie, Sparzinsen

EZB-Linie lÀsst Sparzinsen weiter sinken

29.12.2024 - 14:37:17

Die Sparzinsen in Deutschland sind im Schnitt wieder deutlich gesunken - und der Zinskurs der EuropĂ€ischen Zentralbank lĂ€sst einen weiteren RĂŒckgang erwarten.

"Die Talsohle rĂŒckt nĂ€her, ist aber noch nicht ganz erreicht", sagt der GeschĂ€ftsfĂŒhrer der Verivox Finanzvergleich GmbH, Oliver Maier.

Aktuell bringen bundesweit verfĂŒgbare Festgeldangebote mit zwei Jahren Laufzeit der Übersicht des Vergleichsportals Verivox zufolge durchschnittlich 2,27 Prozent Zinsen (Stand 27.12.2024). Auf dem Höhepunkt im November 2023 waren es im Schnitt 3,39 Prozent. Seitdem ging es stetig nach unten.

Verivox wertet regelmĂ€ĂŸig Konditionen fĂŒr eine Anlagesumme von 10.000 Euro aus. Informationen zur Verzinsung von Sparanlagen bietet zum Beispiel auch das Verbraucherportal Biallo.de.

Weitere Zinssenkungen wahrscheinlich

Nach dem stĂ€rksten Zinsanstieg der vergangenen 25 Jahre hat die EuropĂ€ische Zentralbank (EZB) inzwischen die Leitzinsen im Euroraum wieder gesenkt. Den Einlagenzins, den Banken fĂŒr geparkte Gelder erhalten, verringerte die Notenbank in vier Schritten vom Rekordniveau von 4,0 Prozent auf 3,0 Prozent. An diesem Zins orientieren sich Banken bei ihren Angeboten fĂŒr Sparer.

Volkswirte erwarten, dass die EZB die Leitzinsen 2025 weiter absenken wird. Denn die Inflationswelle, die die Notenbank mit höheren Zinsen bekÀmpft hat, ist vorbei und niedrigere Zinsen helfen der schwÀchelnden Konjunktur. "Wenn die eingehenden Daten weiterhin unsere Grundlinie bestÀtigen, ist die Richtung klar. Wir gehen davon aus, dass wir die ZinssÀtze weiter senken werden", sagte EZB-PrÀsidentin Christine Lagarde Mitte Dezember.

Viele Tagesgeldkonten bringen gar nichts ein

Bei Tagesgeldangeboten hat die Zinswende nach unten nach Verivox-Beobachtung etwas spĂ€ter eingesetzt als beim Festgeld. Bis MĂ€rz 2024 seien die Tagesgeldzinsen gestiegen und hĂ€tten sich dann fĂŒr einige Monate auf einem Durchschnittsniveau von etwa 1,75 Prozent gehalten. Doch seit der ersten Leitzinssenkung im Juni gehe es auch bei den Zinsen fĂŒr tĂ€glich fĂ€llige Einlagen kontinuierlich abwĂ€rts. Aktuell bringen bundesweit verfĂŒgbare Tagesgeldangebote Verivox zufolge im Marktdurchschnitt 1,60 Prozent.

Viele Banken und Sparkassen liegen sogar noch darunter, bei einem Viertel der etwa 800 analysierten Institute wird Tagesgeld gerade einmal mit 0,25 Prozent verzinst - oder noch darunter.

"An vielen Sparerinnen und Sparern ist die Zins-Rallye komplett vorbeigelaufen", stellt Maier fest. "Wer bei der Hausbank bislang kaum Zinsen bekommt, kann angesichts der aktuellen Marktlage auch in Zukunft kaum noch mit grĂ¶ĂŸeren SprĂŒngen rechnen." Wer auf Tages- und Festgeld setzt, hat da nur die Möglichkeit, sich bei einer anderen Bank lukrativere Angebote zu suchen.

@ dpa.de