Deutschland, USA

Umfrage: Mehrheit würde keinen Tesla kaufen

20.01.2026 - 11:20:48

Die Elektroautos von Tesla waren lange Zeit beliebt in Deutschland. Inzwischen blicken viele Verbraucher jedoch sehr kritisch auf die Marke.

Die US-Automarke Tesla hat in Deutschland einer Analyse zufolge einen schweren Stand. Rund drei Viertel der Menschen können sich nicht vorstellen, ein Tesla-Elektroauto zu kaufen. Das zeigt eine repräsentative Umfrage vom vergangenen Sommer, die das Institut der deutschen Wirtschaft nun im Rahmen einer neuen Studie veröffentlicht hat. Für fast 60 Prozent kommt der Kauf demnach gar nicht infrage, für weitere gut 16 Prozent eher nicht.

Dabei ist das Interesse an Elektroautos hierzulande durchaus vorhanden. Gut 37 Prozent können sich vorstellen, das Modell eines deutschen Herstellers zu erwerben. Knapp jeder Vierte erwägt den Kauf eines Fahrzeugs eines chinesischen Anbieters (23 Prozent), Tesla kommt lediglich auf 13 Prozent. Etwa 42 Prozent der Befragten lehnen es grundsätzlich ab, ein Elektroauto zu kaufen.

Neuzulassungen halbiert

Tesla war in Deutschland lange Zeit außerordentlich erfolgreich. Noch 2024 war das Model Y laut Kraftfahrt-Bundesamt das gefragteste E-Auto Deutschlands, ein Jahr später landete es im Modellranking nur noch auf Platz 12. Träger des Instituts der deutschen Wirtschaft sind die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände und der Bundesverband der Deutschen Industrie. 

Studienautor Matthias Diermeier führt den Absturz der Marke unter anderem auf das politische Engagement von Firmenchef Elon Musk zurück. Musk unterstützte US-Präsident Donald Trump im Wahlkampf, war anschließend kurzzeitig im Regierungsapparat aktiv und empfahl vor der Bundestagswahl die AfD.

Das Institut hat seine Umfrage im Juni und Juli vergangenen Jahres durchgeführt, wenige Wochen nachdem Musk seine Aufgabe für die Trump-Regierung beendet hatte. 5.392 Menschen ab 18 Jahren in Deutschland wurden repräsentativ befragt.

«Elon Musk hat sich auf dem europäischen Markt seine Zielgruppe verprellt», sagt IW-Experte Diermeier. Die Folgen zeigen sich auch in den Verkaufszahlen: Die Zahl der Neuzulassungen brach im vergangenen Jahr um 48 Prozent auf 19.390 Fahrzeuge ein. Tesla rutschte damit auf Rang neun ab.

Parteipolitisch aufgeladenes Thema

Die Umfrage zeigt große Unterschiede bei den Parteipräferenzen. Knapp zwei Drittel der Grünen können sich vorstellen, ein Elektroauto zu kaufen, bei der AfD ist es nicht einmal jeder Fünfte. Auch dort trifft Tesla nicht auf viel Zuspruch: Für weniger als 15 Prozent der AfD-Anhänger kommt ein Kauf infrage. Ein Grund ist die geringe Offenheit für Elektromobilität: Mehr als zwei Drittel lehnen die Anschaffung eines E-Autos grundsätzlich ab.

Politische Einstellungen spielen beim Autokauf laut Studie eine zentrale Rolle. «Die Elektromobilität ist neben Windrädern und Wärmepumpen ein weiteres Beispiel für die parteipolitische Aufladung von Klimapolitik in Deutschland», erläuterte Diermeier.

@ dpa.de

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