Die Arbeitnehmervertreter im Handwerk appellieren an Union und SPD, in der künftigen Koalition einen handlungsfähigen Staat und gute Arbeitsbedingungen zu sichern.
04.04.2025 - 11:29:59Arbeitnehmer im Handwerk: Gute Arbeitsbedingungen sichern
In einer gemeinsamen Erklärung wenden sie sich damit gegen Reformforderungen des Zentralverbands des Deutschen Handwerks, also der Arbeitgeberseite. Diese habe man "mit Verwunderung" zur Kenntnis genommen, heißt es in der Erklärung der von den Arbeitnehmern gestellten Vizepräsidenten der Handwerkskammern.
"Bereits heute fehlen nach Handwerksangaben bis zu 250.000 Fachkräfte", heißt es darin. "Öffentlich geführte Diskussionen und Forderungen aus dem Handwerk zur Höhe des Mindestlohns und zur Senkung von Arbeitszeit- und Arbeitsschutzstandards und faktische Rentenkürzungen sind hier das falsche Signal." Die kommende Bundesregierung müsse verlässliche Bedingungen setzen bei Energie, Digitalisierung, attraktiven Arbeitsbedingungen, Mitbestimmung und Tarifbindung, fordern die Kammer-Vizepräsidenten.
Zuletzt hatte sich der ZDH mit mehreren weiteren Wirtschaftsverbänden unter anderem für Sozialreformen eingesetzt, weil steigende Beiträge die Wettbewerbsfähigkeit schwächten. Union und SPD ringen in ihren Koalitionsverhandlungen zum Beispiel darum, ob und wie das Rentenniveau gesichert werden soll. Verhandelt wird auch darüber, ob der Acht-Stunden-Tag flexibler gehandhabt werden soll.
Die Vizepräsidenten der 53 Handwerkskammern vertreten im Rahmen der Selbstverwaltung die Interessen von Arbeitnehmern und Auszubildenden, die Kammerpräsidenten repräsentieren die Unternehmensseite.