Deutschland: StĂ€rkster Anstieg fĂŒr Reallöhne seit 2008
26.02.2025 - 09:19:05Die Steigerung um 3,1 Prozent ist die höchste seit EinfĂŒhrung der Statistik im Jahr 2008, berichtet das Statistische Bundesamt. Der Wert errechnet sich aus den durchschnittlichen Bruttolohnsteigerungen von 5,4 Prozent, von denen dann die inzwischen abgeschwĂ€chte Teuerung von 2,2 Prozent abgezogen wird.
Die Lohnsteigerungen sind unter anderem auf TarifabschlĂŒsse und hohe InflationsausgleichsprĂ€mien zurĂŒckzufĂŒhren, mit denen die Belastungen der BeschĂ€ftigten aus den Jahren der Hochinflation ausgeglichen werden sollten. Nach Berechnungen der gewerkschaftlichen Hans-Böckler-Stiftung sind die Reallohnverluste aus den von Corona und Ukraine-Krieg geprĂ€gten Jahren 2020 bis 2023 damit aber nicht vollstĂ€ndig kompensiert. Die Reallöhne lagen auch im vergangenen Jahr unter dem Niveau aus dem Jahr 2019, sagt Böckler-Experte Malte LĂŒbker.
Das Schlussquartal 2024 war mit einem Plus von 2,5 Prozent das siebte Quartal in Folge mit steigenden Reallöhnen. FĂŒr das laufende Jahr wird mit geringeren Steigerungen beim Bruttolohn gerechnet, weil viele Gehaltsbestandteile im Vorjahr nur als Einmalzahlung geleistet worden sind und daher nicht wieder anfallen.
Nach den Erhebungen haben Frauen mit einem Plus von 5,8 Prozent etwas stĂ€rker von den Bruttolohnsteigerungen profitiert als MĂ€nner, die auf 5,3 Prozent mehr kamen. Vor allem in den Bereichen Information und Kommunikation, Gesundheits- und Sozialwesen sowie bei Banken und Versicherungen wurde deutlich mehr gezahlt als im Jahr zuvor. Die hohen Einmalzahlungen lieĂen vor allem die Einkommen der unteren Gruppen mit 7,8 Prozent ĂŒberdurchschnittlich stark steigen.

