ROUNDUP, USA

USA signalisieren Bereitschaft fĂŒr mehr Ukraine-Hilfen

10.07.2025 - 06:15:04

Angesichts der heftigen russischen Luftangriffe auf die Ukraine signalisieren die USA und ihre VerbĂŒndeten Bereitschaft, Kiew weitere Hilfen zur VerfĂŒgung zu stellen.

Die USA werden nach Angaben von PrĂ€sident Donald Trump den Wunsch der Ukraine nach einem zusĂ€tzlichen Flugabwehrsystem vom Typ Patriot prĂŒfen. Die in der "Koalition der Willigen" zusammengeschlossenen UnterstĂŒtzerstaaten der Ukraine wollen heute in einer Videoschalte ĂŒber weitere Hilfen beraten. In Rom beginnt heute - unter anderem mit Kanzler Friedrich Merz und dem ukrainischen PrĂ€sidenten Wolodymyr Selenskyj - eine Wiederaufbaukonferenz.

Auch in der Nacht zu Donnerstag griff Russland die Ukraine massiv an. Die ukrainische Hauptstadt Kiew wurde nach Angaben eines Reporters der Deutschen Presse-Agentur in mehreren Wellen mit Drohnen und Raketen attackiert. Im Zentrum der Dreimillionenstadt war heftiges Flugabwehrfeuer zu hören. Behördenangaben nach lösten herabstĂŒrzende DrohnentrĂŒmmer in mehreren Stadtteilen BrĂ€nde aus. Mindestens sieben Menschen wurden verletzt. In mehr als der HĂ€lfte des Landes war Luftalarm ausgelöst worden.

In der Nacht zu Mittwoch hatte Russland die Ukraine mit Raketen und einer Rekordzahl an Drohnen angegriffen. Insgesamt wurden ukrainischen Angaben zufolge 728 Drohnen des ursprĂŒnglich iranischen Typs Shahed sowie dessen Attrappen Richtung Ukraine gestartet. Der bisherige "Rekord" an russischen Drohnen in einer Nacht lag bei etwas mehr als 500.

Trump zu Patriot-Wunsch: "Wir werden es uns ansehen mĂŒssen"

Am Dienstag hatte das "Wall Street Journal" (WSJ) berichtet, dass Trump erwĂ€ge, dem Land angesichts der massiven russischen Angriffe ein weiteres Patriot-Waffensystem zu schicken. Auf die Frage, ob er das bestĂ€tigen könnte, sagte Trump: "Sie (die Ukrainer) wĂŒrden es gerne haben. Sie haben darum gebeten." Er fĂŒgte hinzu: "Wir werden es uns ansehen mĂŒssen." Es sei ein sehr, sehr teures System.

Die Ukraine benötigt dringend Flugabwehrsysteme vom Typ Patriot, um sich besser vor den stĂ€ndigen russischen Luft- und Raketenangriffen schĂŒtzen zu können. Das in den USA hergestellte Patriot-Flugabwehrraketensystem zĂ€hlt zu den modernsten der Welt.

Sollten sich die USA dafĂŒr entscheiden, wĂ€re es das erste Mal, dass Trump die Lieferung eines grĂ¶ĂŸeren Waffensystems an Kiew genehmigt, das ĂŒber die von der Regierung seines VorgĂ€ngers Joe Biden genehmigte Anzahl hinausgeht. Trump hatte sich zuletzt verĂ€rgert ĂŒber den russischen PrĂ€sidenten Wladimir Putin gezeigt. Die Ukraine verteidigt sich seit mehr als drei Jahren gegen die russische Invasion. Moskaus MilitĂ€r versucht seit Wochen, die Flugabwehr des Nachbarlandes zu ĂŒberlasten.

Merz: Systeme der Luftverteidigung stehen zur Entscheidung an

Am Rande der Wiederaufbaukonferenz in Rom soll es eine Videoschalte der sogenannten Koalition der Willigen geben. Merz, der sich zuschalten will, hatte am Mittwoch angekĂŒndigt, dass es dabei auch um weitere UnterstĂŒtzung fĂŒr die Ukraine zur Verbesserung der Luftverteidigung gehen werde. "Hier stehen insbesondere weitere Systeme der Luftverteidigung zur Entscheidung an, und ich werde da auch entsprechende Angebote machen, die wir aus Deutschland heraus realisieren könnten", sagte er.

Zu der zweitĂ€gigen Wiederaufbaukonferenz auf Einladung von Italiens MinisterprĂ€sidentin Giorgia Meloni haben sich auch EU-KommissionsprĂ€sidentin Ursula von der Leyen (CDU) und der US-Sondergesandte Keith Kellogg angesagt. Dabei soll es insbesondere um Perspektiven fĂŒr die Ukraine nach einem Kriegsende gehen. Beraten werden soll, wie der Wiederaufbau von zerstörter Infrastruktur wie Straßen, BrĂŒcken und Kraftwerken jetzt schon unterstĂŒtzt werden kann.

Das Treffen in Rom ist keine klassische Geberkonferenz, bei der Geld gesammelt werden soll. Im Mittelpunkt soll eine bessere Vernetzung der Beteiligten aus Politik, Wirtschaft und anderen Bereichen stehen. Deutschland hat der Ukraine seit Kriegsbeginn im Februar 2022 direkte zivile UnterstĂŒtzung von etwa 34 Milliarden Euro und etwa 38 Milliarden Euro militĂ€rische UnterstĂŒtzung zur VerfĂŒgung gestellt. Hinzu kommt der deutsche Anteil an Hilfen der EuropĂ€ischen Union.

Das Treffen in Rom ist die vierte solche Konferenz. Zuvor gab es schon Begegnungen in der Schweiz und in Großbritannien sowie vor einem Jahr in Berlin.

Selenskyj spricht mit US-Sondergesandten ĂŒber Waffenlieferungen

Selenskyj hatte Kellogg bereits am Mittwoch getroffen. Angesichts der zunehmenden russischen Angriffe habe man ĂŒber Waffenlieferungen und die StĂ€rkung der Luftverteidigung diskutiert, teilte Selenskyj auf der Plattform X mit. Zudem hĂ€tten sie ĂŒber den Kauf amerikanischer Waffe und die gemeinsame Herstellung von VerteidigungsgĂŒtern gesprochen.

@ dpa.de

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