6 Prozent der Deutschen haben kein Geld auf dem Bankkonto
08.01.2026 - 10:30:00Bei einem kleinen Teil der Deutschen ist nicht nur das Sparschwein leer, sondern auch das Bankkonto.
Der Motor des Autos stottert, die Waschmaschine streikt oder der Kühlschrank gibt den Geist auf – für solch einen Notfall ist der sogenannte Notgroschen gedacht.
Experten raten dazu, drei bis sechs Monatsgehälter anzusparen, um für plötzliche Reparaturen und Co. gewappnet zu sein. Doch nicht für jeden ist eine solche Sparsumme möglich. Im Gegenteil, sechs Prozent der Bundesbürger haben laut einer YouGov-Umfrage aus dem März 2025 keinen Cent auf dem Konto.
Wie viel Geld sollte man auf dem Bankkonto haben?
Ein prall gefülltes Bankkonto ist sicherlich ein Traum vieler Menschen. Durch Kriege und Krisen der letzten Jahre musste ein großer Teil der Deutschen jedoch die eigenen Ersparnisse angreifen.
Einige sogar so stark, dass sie bestehende Schulden nicht mehr zurückzahlen können. Das betrifft laut dem Schuldneratlas Deutschland 2025 rund 5,7 Millionen Bundesbürger.
Solche Zahlungsprobleme belasten nicht nur die Psyche. Sie beeinflussen auch die Kreditwürdigkeit der Betroffenen.
Um nicht in die Schuldenfalle zu geraten, raten Finanzexperten zu einem finanziellen Polster auf dem Giro- oder Tagesgeldkonto. Auch auf einem Bankkonto der BforBank oder einer anderen Direktbank lässt sich der Notgroschen anlegen.
Wie hoch dieser ausfallen sollte, hängt hauptsächlich von der individuellen Arbeitsplatzsituation ab. Schließlich besteht der echte Notfall nicht in einer kaputten Spülmaschine, sondern im plötzlichen Jobverlust.
Dieser kann nicht nur aus einer Kündigung seitens des Arbeitgebers resultieren. Auch körperliche und psychische Erkrankungen können zu einer temporären Arbeitsunfähigkeit führen.
Während dieser Ausfallzeit müssen die Lebenserhaltungskosten weiterhin gedeckt werden. Dafür ist die Sparsumme auf dem Bankkonto eigentlich gedacht.
Den individuellen Notgroschen berechnen – diese Fragen helfen
Die Aussicht, den Job zu verlieren und auf Sozialhilfe wie das Bürgergeld angewiesen zu sein, treibt viele Bundesbürger um. Rund 15 Prozent der Deutschen fürchten sich laut einer 2025 veröffentlichten Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey vor dem Jobverlust. Darunter hauptsächlich junge Menschen zwischen 16 und 18 Jahren.
Ein Notgroschen auf dem Bankkonto kann den Verlust der Arbeitsstelle zwar nicht abwenden. Allerdings nimmt er die Sorge, von einem Tag auf den nächsten ohne finanzielle Mittel dazustehen. Zumindest dann, wenn sich Ersparnisse in ausreichender Höhe auf der sprichwörtlichen hohen Kante befinden.
Welche Sparsumme für die individuellen Bedürfnisse infrage kommt, hängt hauptsächlich von den monatlich zu deckenden Kosten ab. Daher sollte man sich fragen:
- Wie viel Geld brauche ich im Monat, um alle Fixkosten bezahlen zu können?
- Wie lange dauert es, bis ich einen neuen Job finde?
- Bekomme ich in der Zwischenzeit Arbeitslosengeld oder eine andere staatliche Unterstützung?
Wer diese Fakten kennt, kann sich die Höhe des empfohlenen Notgroschens selbst ausrechnen.
So berichtete die Süddeutsche Zeitung bereits im Jahr 2018, dass die Jobsuche bei Fachkräften im Schnitt fünf Monate in Anspruch nimmt. Sinnvoll ist es daher, einen Betrag auf dem Konto zu sparen, der mindestens die Fixkosten eines halben Jahres deckt.
27 Prozent der Deutschen haben 5.000 Euro und mehr auf dem Konto
Zurück zu der zuvor erwähnten YouGov-Umfrage: Laut dieser haben 85 Prozent der Deutschen Ersparnisse auf dem Bankkonto. Bei 27 Prozent von ihnen betragen sie mindestens 5.000 Euro.
Allerdings wissen rund neun Prozent der Befragten nicht, wie viel Geld sich auf ihrem Konto befindet. Sechs Prozent besitzen keinerlei Ersparnisse. Insbesondere für diese Gruppe können plötzlich eintretende Notfälle existenzgefährdend sein.

