War früher alles besser? WissenHoch2 in 3sat über Nostalgie / Mit einer neuen Wissenschaftsdoku und einer neuen Ausgabe von SCOBEL
10.04.2025 - 13:27:43"Die gute alte Zeit" als Anker in schwierigen Zeiten
Eine schöne Erinnerung, verbunden mit einer gewissen Wehmut, dass der Moment vorbei ist – das ist Nostalgie. Nostalgie wirkt sich aktuellen Studien zufolge auch positiv auf die Psyche aus und stärkt sowohl soziale Verbundenheit als auch Zugehörigkeit. "Nostalgie stellt einen Bezug von der Vergangenheit in die Zukunft her und erlaubt mir, das Gefühl, von Behütetsein und Eingebettetsein wachzurufen", sagt Neurowissenschaftler Tobias Esch von der Universität Witten/Herdecke. "Und das ist in der Regel schmerzlindernd, angstlösend und beschützend." Dieser Effekt lässt sich auch im Alltag beobachten. So zeigt sich zum Beispiel in Krisenzeiten, dass Lieder, Filme und Serien, die den Menschen nostalgisch stimmen oder Nostalgie transportieren, häufiger im Netz aufgerufen werden. Die Erinnerung an "die gute alte Zeit" ist wie ein Anker in schwierigen Zeiten.
Mehr als bloße Sentimentalität
Im Anschluss, um 21.00 Uhr, folgt die Sendung "SCOBEL – Nostalgie: War früher alles besser?". In nostalgischen Momenten erscheint alles Vergangene besser: Der Mensch blickt in eine verklärte Vergangenheit, um mit einer missliebigen Gegenwart klarzukommen. Die Sehnsucht nach der "guten alten Zeit" ist mehr als bloße Sentimentalität: Sie kann verbinden oder spalten, beruhigen oder radikalisieren. Gerade in unsicheren Zeiten bietet Nostalgie Halt – doch sie birgt auch die Gefahr, Entwicklungen zu verklären und Fortschritt zu hemmen. Die Wissenschaft hingegen bemüht sich um einen differenzierten Blick auf die Vielfalt und Ambivalenz dieses komplexen Phänomens. Über Nostalgie diskutiert Gert Scobel mit seinen Gästen.
"WissenHoch2" – ein Thema, zwei Formate: Um 20.15 Uhr beleuchtet eine Dokumentation relevante wissenschaftliche Fragen; um 21.00 Uhr diskutiert Gert Scobel das Thema mit seinen Gästen aus unterschiedlichen wissenschaftlichen Disziplinen.
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