Karin, Gauselmann

Espelkamp - Wohltäterin, Kulturförderin und engste Beraterin ihres Mannes - Espelkamps Ehrenbürgerin Karin Gauselmann wird 90 Jahre alt.

01.04.2025 - 15:00:07

Karin Gauselmann wird 90 / Espelkamps Ehrenbürgerin feiert am 2. April Geburtstag. In der Region ist sie als großzügige Spenderin und engagierte Bürgerin bekannt. Doch nicht nur das: Auch der Erfolg der Merkur Group ist unmittelbar mit ihr verbunden. "Ich habe meinem Mann immer den Rücken freigehalten, damit er sich ganz auf sein ,Hobby' - die Firma - konzentrieren konnte", erzählt Karin Gauselmann. Mit ihr an seiner Seite gelang es Paul Gauselmann, aus dem Unternehmen, das zum Zeitpunkt ihres Kennenlernens 15 Mitarbeiter besaß, einen internationalen Konzern mit rund 15.000 Beschäftigten zu schmieden.

"Die Rolle meiner Frau kann in dieser Erfolgsgeschichte gar nicht hoch genug bewertet werden", betont Paul Gauselmann. "Karin ist eine starke Persönlichkeit. Ohne sie hätte ich so vieles nicht geschafft, und die Merkur Group wäre nicht so groß, wie sie heute ist." Noch immer ist die First Lady des Unternehmens Mitglied im Stiftungsbeirat der Gauselmann-Familienstiftung, die seit 2016 Alleingesellschafterin der Merkur Group ist. In dieser Funktion ist sie eng in alle grundlegenden Entscheidungen eingebunden, die den wirtschaftlichen Erfolg und die strategische Ausrichtung der Unternehmensgruppe prägen.

In den 57 Jahren an der Spitze der Merkur Group war Karin Gauselmann die wichtigste Beraterin ihres Mannes. Am Küchentisch wurde nicht selten darüber diskutiert, wie konkrete Herausforderungen am besten bewältigt würden und wie die Weichen im Sinne des Unternehmens gestellt werden müssten. Karin Gauselmann ist bekannt für ihr gutes Urteilsvermögen, einer Diskussion geht sie nicht aus dem Weg. "Mein Mann und ich begegnen uns auf Augenhöhe. Nur so funktioniert unsere Beziehung seit 58 Jahren. Er weiß, dass ich immer sage, was ich denke." In ihre schlagfertige Art, von der auch Paul Gauselmann nicht verschont bleibt, mischt sie gerne eine Prise Humor. "Das ist mein Berliner Charakter, den ich in Ostwestfalen nicht abgelegt habe", gesteht sie augenzwinkernd.

Karin Bahlow, so ihr Mädchenname, wurde 1935 in der Hauptstadt geboren. Im Alter von zwölf Jahren starb ihr Vater, ein Beamter, überraschend an einem Schlaganfall. Fortan übernahm die Mutter, eine gelernte Bilanzbuchhalterin, die Rolle des Ernährers und sorgte für sie und ihren Bruder. Die Zeit war prägend und ausschlaggebend dafür, dass die junge Karin unbedingt auf eigenen Beinen stehen wollte. Sie machte nach der mittleren Reife eine Ausbildung zur Industriekauffrau und ging im Anschluss ein Jahr als Au-pair-Mädchen nach England. Ihre Liebe zur englischen Lebensart sollte sie sich Zeit ihres Lebens bewahren. Als kaufmännische Angestellte war sie die nächsten Jahre bei verschiedenen Unternehmen wie AEG oder Stiftung Warentest tätig. 1967 entschloss sich die junge Frau, eine neue berufliche Herausforderung außerhalb von Berlin bei Röhm & Haas in Darmstadt anzunehmen und damit Heimat, Freunde und Familie in der Hauptstadt hinter sich zu lassen.

Ausgerechnet ein Skiurlaub in Österreich, der zum Krafttanken für den neuen Lebensabschnitt gedacht war, gab ihrem Leben eine andere Wendung. Die Berlinerin war dem aufstrebenden Unternehmer Paul Gauselmann aufgefallen. Ein tiefer Blick in die Augen und ein Tänzchen am letzten Abend waren die ersten Annäherungen. "Ich war sehr beeindruckt von ihr", erinnert sich Paul Gauselmann. Nach intensiven Telefonaten und ersten Treffen ging alles ganz schnell: Am 1. Dezember 1967 wurde in der Hauptstadt geheiratet.

Wenig später begann der Alltag in Espelkamp. In dem Haushalt mit drei Söhnen - Paul Gauselmann war alleinerziehender Vater - fand sich Karin Gauselmann schnell zurecht. Innerhalb der Familie war sie ein emotionaler Anker, der den Kindern Halt gab und häufig die Reibereien zwischen Söhnen und Vater entschärfte. 1969 bekam die junge Familie nochmals Nachwuchs: Paul und Karins gemeinsamer Sohn Karsten wurde geboren. Als er in den Kindergarten kam, bildete sich Karin Gauselmann zur Hauswirtschaftsmeisterin fort und bot fortan jungen Mädchen eine qualifizierte Berufsausbildung in ihrem Haushalt an.

Wenngleich die Firma immer im Mittelpunkt stand, gab es an den Wochenenden auch ein ganz normales Familienleben im Hause Gauselmann. Ob Fahrrad- oder Wandertour durchs Wiehengebirge, Spieleabende oder größere Ausflüge mit dem Auto - Samstag und Sonntag stand die gemeinsame Zeit mit den Kindern im Vordergrund. "Unser Familienleben hat auch meinem Mann, der bis dahin schon einige Schicksalsschläge im Leben erlitten hatte, immer viel Kraft gegeben", schildert Karin Gauselmann. Trotz vieler geschäftlicher und privater Verpflichtungen nehmen sich Paul und Karin Gauselmann für eines immer Zeit: Jeden Sonntag spielen die beiden Streit-Patience und Rommé-Cup. Nachdem die Kinder aus dem Haus waren, freute sich Karin Gauselmann schon bald über die ersten Enkelkinder, die das Haus oft mit neuem Leben erfüllten. Inzwischen sind es nicht nur neun Enkel, sondern auch fünf Urenkel, die das Familienleben bereichern. Mit großer Anteilnahme begleitet sie den Weg jedes einzelnen. Auch dem Reisen gilt ihre Leidenschaft: 30 Jahre lang unternahm sie gemeinsam mit ihrem Mann jedes Jahr eine Schiffsreise in aller Welt.

Es ist gerade diese unprätentiöse, warmherzige und kommunikative Art, mit der sie die Menschen für sich einnimmt - ganz gleich ob als Unternehmergattin oder als Bürgerin auf dem Espelkamper Wochenmarkt. In ihrer Rolle als Kuratoriumsvorsitzende der Paul und Karin Gauselmann-Stiftung hat sie maßgeblich dazu beigetragen, dass Schulen, Jugendzentren, Sportvereine, gemeinnützige Institutionen und Privatpersonen regelmäßig unterstützt werden. Außerdem hat sie sich als Patin und Sponsorin für die kulturelle Belebung des Altkreises - und besonders der Stadt Espelkamp - starkgemacht. Dieses nachhaltige Engagement wurde 2015 mit der Ehrenbürgerwürde der Stadt Espelkamp belohnt. "Ich habe immer versucht, mich auf unterschiedlichen Ebenen für den gesellschaftlichen Zusammenhalt einzusetzen", erklärt Karin Gauselmann. Wenn sie die zunehmende Polarisierung betrachte, sei dieses Anliegen wichtiger denn je. "Trotz unterschiedlicher Perspektiven sollte die Gesellschaft grundsätzlich zusammenhalten. Dann lassen sich auch große Herausforderungen meistern."

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