„Einigkeit und Sport und Freiheit?“: MDR-Dokumentation über ein bewegendes Kapitel deutscher Sportgeschichte
27.01.2026 - 12:51:35Die einen katapultierte die Wende in den Westen – ins Rampenlicht des wiedervereinten Deutschlands, gefeiert als neue Sportikonen. Für die anderen zerbrach mit der Mauer die Karriere. Sie fanden sich wieder auf der Suche nach einer neuen Berufung und Identität. In der Dokumentation „Einigkeit und Sport und Freiheit?“ erzählen sechs außergewöhnliche Athletinnen und Athleten von den dramatischen Wendepunkten ihres Lebens.
Einer ist Axel Schulz, der ausgerechnet am Tag des Mauerfalls seinen 21. Geburtstag feiert und so nicht nur den Beginn eines neuen Lebensjahres, sondern eines neuen Zeitalters erlebt. Die Wende katapultiert ihn ins grelle Rampenlicht einer Nation, die plötzlich das Boxen für sich entdeckt. Obwohl ihm der WM-Titel verwehrt bleibt, erobert er mit seiner sympathischen Art die Herzen der Menschen.
Thomas Doll schreibt Fußball-Geschichte: Vom gefürchteten Angriffsduo mit Andreas Thom bei Dynamo Berlin und in der DDR-Nationalmannschaft führt ihn der Weg über den Hamburger SV zu Lazio Rom. Der Verein zahlt damals eine Rekordablöse in Millionenhöhe.
Geräteturnerin Kerstin Kurrat (geb. Gerschau), die als Kind mit stoischer Ruhe das härteste Training erträgt, erfindet sich nach der Wende neu und eröffnet ein Fitnessstudio.
Doch der Film zeigt auch die mühsamen Neuanfänge: Biathlet Frank-Peter Roetsch, einst mit fünf WM-Titeln gekrönt, verliert mit dem Mauerfall seine Förderung und gewohnte Umgebung. Nach der Wende kann er seine Leistung nicht mehr abrufen und muss die Karriere beenden.
Ruderin Kathrin Boron wird vor die Wahl gestellt: entweder die Rudertechnik extrem umstellen oder aus dem Kader fliegen. Sie stellt sich der Herausforderung. Ihre Hände bluten, als sie ihre erfolgreiche DDR-Rudertechnik vergisst und sich den westlichen Stil aneignet. Die harte Arbeit wird belohnt: Ihr Olympiasieg 1992 ist der Startschuss für weitere Olympia- und Weltmeistertitel.
Kugelstoßer Udo Beyer – einst strahlender Olympiasieger von Montreal 1976 – sieht seine Leistungen schwinden, kehrt dem Sport den Rücken und eröffnet ein Reisebüro.
Zwischen Triumph und Zerrissenheit
„Einigkeit und Sport und Freiheit?“ ist ein Film über Stärke in der Schwäche, über das Weitermachen, wenn alles sinnlos scheint, über Menschen, die zeigen: Was kann ich tun, wenn ich falle? Der Film taucht ein in die Geschichte von Männern und Frauen, die den Moment erleben, an dem alles Gewohnte zusammenbricht, wenn über Nacht ihre bisherige Welt verschwindet, ihre Träume zerplatzen, wenn plötzlich nichts mehr gilt, was bisher das eigene Leben bestimmte.
Im Vorfeld der Olympischen Winterspiele Milano Cortina 2026 begibt sich der MDR auf eine bewegende Zeitreise zu einem der prägendsten Momente der deutschen Geschichte, erzählt durch die Augen derer, die ihn auf den Spielfeldern, in den Hallen und Stadien miterlebt haben. Der Film offenbart, welchen Preis Sportasse zahlten, und erzählt von Brüchen mit der eigenen Vergangenheit sowie der Zerrissenheit zwischen zwei Welten.
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