Baierbrunn - Alleinerziehend? Dafür gibt es viele unterschiedliche Gründe - und mindestens so viele verschiedene Konstellationen.
02.04.2025 - 09:00:00Divers, unabhängig, gleichberechtigt: Was es heute bedeutet, alleinerziehend zu sein. Zum ersten Mal hat auch der Familienbericht der Bundesregierung Alleinerziehende in den Fokus genommen. Doch wie sieht der Alltag wirklich aus, und wie schaffen Mütter und Väter es, ihn gut zu organisieren? Das zeigen in der aktuellen Ausgabe des Magazins "Apotheken Umschau ELTERN" verschiedene Single-Eltern, die eines eint: Sie haben einen guten Weg für ihre Lebensform gefunden.
Etwa die 34-jährige Anne Dittmann, die einen Sohn hat und vor allem eines nicht will: Mitleid. "Ändert das irgendetwas an unserer Situation? Nein. Als sei mein Leben wie der tote Igel auf der Autobahn: tragisch, aber kannste nix machen." Ihr Rezept dagegen: Humor. "Alleinerziehende halten sich nicht lange mit Problemen auf, die sie nicht ändern können, weiter geht's, wir denken pragmatisch. Ich würde sagen: Von uns kann man einiges lernen, zum Beispiel wie schön, wie lebenswert ein Leben trotz Abstriche sein kann."
Benjamin Maack, 47, lebt das Konzept der Elternteilzeit: "Das ist wie Altersteilzeit, nur mit Care-Arbeit. Unser praktiziertes Wechselmodell bedeutet für mich: Ich freue mich riesig, wenn die Kinder kommen. Aber auch, wenn sie in ihr anderes Zuhause wechseln und ich Zeit habe, all die Dinge zu tun, die Erwachsene mit Kindern eher nicht mehr hinbekommen. Ins Kino gehen, Bücher lesen, Freundinnen und Freunde treffen."
Michèle Loetzner, 43, eine Tochter, spricht über den Hass, der Alleinerziehenden entgegengebracht wird: "Was ich in dritter Generation Alleinerziehendsein gelernt habe, ist die bedingungslose Verteidigung meiner Unabhängigkeit - auch gegen die gesellschaftliche Herabwürdigung."
Im Interview beantwortet Michaela Kreyenfeld, Professorin für Soziologie, die die Kommission des 10. Familienberichts geleitet hat, die Frage, ob getrennt das "Neue Normal" sei: "Es ist komplexer. Unser Problem ist die schlechte Datenlage zu den diverser gewordenen Konstellationen. Bislang unterschied man in der Statistik zwischen Paar- und alleinerziehenden Familien. Heute kann man die wirklich Alleinerziehenden, die keinerlei substanzielle Unterstützung vom anderen Elternteil erhalten, nicht aus den Daten herauslesen." Aber: "Dennoch erkennt der Gesetzgeber Familiendiversität nur bedingt an. Und oft wird übersehen, dass strukturelle Probleme verantwortlich sind, wenn man nach einer Trennung auf einmal in die Armutsfalle stolpert."
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