Neue Kampagne gegen Callcenter-Betrug an der Porta Nigra vorgestellt
31.10.2023 - 14:24:25Für Aufmerksamkeit sorgte heute Morgen nicht nur die Aktion an der Porta Nigra, sondern auch der neonfarbene Aufkleber. "Im Zweifel - Auflegen! 110 wählen" steht darauf. Und das ist der wichtigste Tipp, den auch Behördenleiterin Anja Rakowski geben kann: "Immer Auflegen, das ist die allerbeste Methode. Und die 110 anrufen. Die Polizei ist dafür da."
Von einem Fall, der ihr besonders im Gedächtnis geblieben ist, berichtet Marie Effenberger. Sie ist als Opferschutzbeauftragte für das Polizeipräsidium Trier im Einsatz. "Vor ein paar Monaten hat jemand, der einen Schockanruf erhalten hat, daraufhin 160.000 Euro an einen unbekannten Geldabholer übergeben." Im Alltag hilft sie den Menschen, solche traumatischen Erlebnisse zu verarbeiten.
Am Montag geht Marie Effenberger mit ihren Kollegen auf Streife durch die Fußgängerzone. Sie sprechen Passanten an, um sie auf die Gefahr von Schockanrufen aufmerksam zu machen. "Wir kennen das, wir haben auch schon mal Betrüger am Telefon gehabt", sagen viele von ihnen oder haben Menschen in ihrem Umfeld, denen so etwas schon passiert es. Ein Pärchen aus Tegernsee hört interessiert zu, als Polizeihauptkommissar Michael Lui ihnen von der Masche berichtet. Denn eines ist auch klar: Es ist kein lokales Phänomen, die Betrüger agieren weltweit, die Callcenter befinden sich meistens im Ausland.
Das Gesicht der Kampagne ist der ehemalige Polizeihauptkommissar und stellvertretende Leiter der Pressestelle, Karl-Peter Jochem. "So einen Anruf kann jeder erhalten, deshalb mache ich gerne mit", sagt der 62-Jährige. Und die Kampagne erhält jeden Tag neue Gesichter, die die Aufklärungsarbeit in Sachen Callcenter-Betrug unterstützen. Beispielsweise haben Oberbürgermeister Wolfram Leibe und Europaabgeordnete Katarina Barley, aber auch Influencerin Liesa Maier gemeinsam mit der Polizei Videos gedreht, um ein Bewusstsein für solche betrügerischen Anrufe zu schaffen und zu vermitteln, dass Auflegen in keinem Fall unhöflich oder ein Zeichen mangelnden Respekts ist.
Die Videos werden auf der Internetseite des Polizeipräsidiums Trier unter https://s.rlp.de/im-zweifel-auflegen sowie auf den Social Media Kanälen der Polizei Trier und der Polizei Rheinland-Pfalz zu sehen sein.
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