Deutschland, Gesellschaft

Sozialverband fordert Reform des Gleichbehandlungsgesetzes

17.08.2023 - 10:19:34

Wer im Rollstuhl unterwegs ist, weiß es aus leidvoller Erfahrung: Die viel beschworene Barrierefreiheit hat allzu oft Grenzen. Der VdK fordert nun Verpflichtungen etwa auch für private Anbieter.

Der Sozialverband VdK hat eine Reform des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes verlangt. Dieses weise in seiner aktuellen Form «etliche Regelungslücken» auf, die schnellstmöglich geschlossen werden müssten, erklärte VdK-Präsidentin Verena Bentele. Die Bundesregierung habe im Koalitionsvertrag eine Reform angekündigt. Das Bundesjustizministerium habe bisher aber weder einen Gesetzentwurf noch ein Eckpunktepapier vorgelegt.

Bentele forderte, dass private Anbieter von Gütern und Dienstleistungen endlich zur Barrierefreiheit verpflichtet werden müssten. Zumindest müsse die Verweigerung, im Einzelfall angemessene und zumutbare Vorkehrungen zur Barrierefreiheit zu treffen, als verbotene Diskriminierung ins Gesetz aufgenommen werden.

Barrierefreiheit bedeutet, dass Gebäude, Arbeitsplätze, öffentliche Verkehrsmittel, Gebrauchsgegenstände, Dienstleistungen und Freizeitangebote so ausgestaltet sind, dass sie für alle Menschen ohne fremde Hilfe zugänglich und nutzbar sind.

Kritik an Versicherungen

Auch bei Versicherungen bestehe Handlungsbedarf, hieß es in der Erklärung Benteles weiter. So werde Menschen wegen ihrer Behinderung oder Erkrankung durch intransparente Risikokalkulationen eine Lebens- oder Berufsunfähigkeitsversicherung faktisch verweigert. Hier müsse ein wirksames gesetzliches Verbot die Benachteiligung stoppen.

Außerdem müsse das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz den Zugang zu Rechtsverfahren für Betroffene erleichtern. Dazu sollten beispielsweise Fristen zur Geltendmachung von Diskriminierung von zwei auf zwölf Monate verlängert werden. Der VdK forderte zudem, eine Ombuds- und Schlichtungsstelle einzurichten.

@ dpa.de

Weitere Meldungen

Wie der Sozialstaat einfacher und digitaler werden soll Kraftakt, ein großes Rad oder Angriff auf den Sozialstaat? Auf 50 Seiten haben Bund, Länder und Kommunen aufgeschrieben, was sich alles ändern soll - die Regierung will handeln. (Politik, 27.01.2026 - 12:11) weiterlesen...

Block-Verteidiger beantragt: Verfahren einstellen. Gab die Mutter selbst den Auftrag? Ihr Rechtsanwalt kritisiert, wie der Prozess abläuft und hat ein Ziel. Silvester 2023/24 wurden zwei Kinder der Unternehmerin Christina Block entführt. (Unterhaltung, 27.01.2026 - 10:49) weiterlesen...

Nebenklage sorgt im Block-Prozess mit Bemerkung für Aufsehen. Seine Aussage vor dem Landgericht missfällt der Nebenklage. Ein Kinderpsychologe hat Christina Block, die ihre Kinder in Dänemark jahrelang nicht sehen konnte, oft beraten. (Unterhaltung, 26.01.2026 - 13:40) weiterlesen...

Weitere Block-Tochter will im Prozess nicht aussagen. Nun hat sie entschieden, ob sie im Prozess aussagen will. Eine heute 17-jährige Block-Tochter begleitete ihre Mutter Neujahr 2024 zu einem Bauernhof, auf dem sie ihre entführten Geschwister wiedersah. (Unterhaltung, 26.01.2026 - 11:58) weiterlesen...

Wie Jugendliche über ein Verbot von sozialen Medien denken. Soziale Medien spielen für Teenager eine enorme Rolle. Einige wurden nun zum richtigen Umgang befragt. «Ich googel jetzt nur noch auf Tiktok, ich googel nicht mehr auf Google», sagt ein Teenie. (Wissenschaft, 26.01.2026 - 09:00) weiterlesen...

Holocaust-Überlebende: Verteidigen Sie die Demokratie. Darin geht es auch um die AfD. Zum Jahrestag der Befreiung von Auschwitz formuliert eine Überlebende einen dringlichen Appell. (Politik, 25.01.2026 - 13:35) weiterlesen...