Berlin, Deutschland

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06.01.2026 - 16:04:18

Längster Stromausfall in Berlin nach Brandanschlag. Der tagelange Stromausfall im Berliner Südwesten wird für die Menschen zunehmend zur Herausforderung.

  • Eine Tankstelle an einer Kreuzung auf der Potsdamer Chaussee ist nach einem Stromausfall ohne Strom. - Foto: Christophe Gateau/dpa

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  • Ein Kraftstoffcontainer vom Technischen Hilfswerk THW wird auf einem Betriebshof vom THW von einem Tankwagen der Bundeswehr getankt.  - Foto: Christophe Gateau/dpa

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  • In einem Schaufenster in Zehlendorf hängt ein Schild mit dem Hinweis, dass derzeit wegen Stromausfall kein Ladenbetrieb stattfindet. - Foto: Elisa Schu/dpa

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  • Bewohner Branislav Bokorov wird vom Sanitätsdienst zurück in die Pflegeeinrichtung gebracht. - Foto: Michael Ukas/dpa

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  • Iris Spranger (SPD), Berliner Senatorin für Inneres und Sport bei der Pressekonferenz des Berliner Krisenstabs zur Situation nach dem Stromausfall. - Foto: Michael Ukas/dpa

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Eine Tankstelle an einer Kreuzung auf der Potsdamer Chaussee ist nach einem Stromausfall ohne Strom. - Foto: Christophe Gateau/dpaEin Kraftstoffcontainer vom Technischen Hilfswerk THW wird auf einem Betriebshof vom THW von einem Tankwagen der Bundeswehr getankt.  - Foto: Christophe Gateau/dpaIn einem Schaufenster in Zehlendorf hängt ein Schild mit dem Hinweis, dass derzeit wegen Stromausfall kein Ladenbetrieb stattfindet. - Foto: Elisa Schu/dpaBewohner Branislav Bokorov wird vom Sanitätsdienst zurück in die Pflegeeinrichtung gebracht. - Foto: Michael Ukas/dpaIris Spranger (SPD), Berliner Senatorin für Inneres und Sport bei der Pressekonferenz des Berliner Krisenstabs zur Situation nach dem Stromausfall. - Foto: Michael Ukas/dpa

Berlin erlebt den längsten Stromausfall der Nachkriegsgeschichte. Viele Tausende Menschen müssen ohne Strom und Wärme in dunklen und kalten Wohnungen oder in Ausweichquartieren ausharren. Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) und der Geschäftsführer der landeseigenen Gesellschaft Berlin Stromnetz, Bernhard Büllmann, versicherten ihnen, dass sie bis Donnerstag wieder mit Strom versorgt werden. 

Am Tag vier des Blackouts im Südwesten der Hauptstadt sind noch rund 25.500 Haushalte und 1.200 Geschäfte und Firmen nach Angaben des Betreibers ohne Strom. 

Videomaterial sichergestellt 

Zu dem Brandanschlag an einer Kabelbrücke im Bezirk Steglitz-Zehlendorf hatte sich eine linksextremistische Gruppierung bekannt. In der Folge waren am Samstagmorgen im Südwesten Berlins zunächst 45.000 Haushalte und 2.200 Unternehmen ohne Strom. 

Die Polizei ermittelt weiter, wer hinter dem Brandanschlag steckt. Nach Zeugenaufrufen seien Hinweise im «mittleren zweistelligen Bereich» eingegangen, sagte Polizei-Vizepräsident Marco Langner. Acht davon seien erfolgversprechend. Zudem habe die Polizei mehrere Hundert Stunden Videomaterial sichergestellt. . 

Generalbundesanwalt soll aus Berliner Sicht Fall übernehmen

Innensenatorin Iris Spranger (SPD) und Regierungschef Wegner drängen darauf, dass der Generalbundesanwalt die Ermittlungen übernimmt. Spranger wiederholte, sie gehe von einem linksterroristischen Anschlag aus. Darüber habe sie am Montag mit Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) gesprochen. «Er sieht es genauso», sagte sie. Wegner sagte: «Hier ging es um einen terroristischen Akt, und dafür ist das Bundeskriminalamt, die Bundesanwaltschaft, zuständig.» 

Unterdessen kursieren im Internet Spekulationen darüber, ob Russland und einer seiner Geheimdienste die eigentlichen Täter sein könnten. Die Polizei spricht allerdings klar von Linksextremisten. 

Hotels und Schwimmbäder öffnen für Betroffene

Für die Betroffenen gibt es praktische Hilfsangebote: So sollen drei Bäder in dem betroffenen Bereich rund um die Uhr öffnen, damit die Menschen kostenlos duschen können. Die Bundeswehr hilft laut Innenverwaltung vor allem bei Transport, Aufbau, Anschluss und Dieselversorgung von Notstromaggregaten. Die Soldaten versorgen die Menschen vor Ort auch mit warmen Essen und Tee. In Notquartieren oder anderen Anlaufstellen wärmen sich Betroffene auf. Etwa 20 Schulen bleiben den zweiten Tag in Folge geschlossen.

Um möglichst alle Menschen zu erreichen, gehen Mitarbeiter von Ordnungsämtern, der Polizei, der Malteser und anderen Besuchsdiensten seit Sonntag von Tür zu Tür. 

Manche Menschen sind in Hotels gegangen. Betroffenen werden die Kosten für Hotelzimmer erstattet, wie Berlins Regierender Bürgermeister Wegner auf X mitteilte. Der Senatsverwaltung für Wirtschaft zufolge gilt das für entsprechende Partnerhotels der Berliner Tourismusagentur Visit Berlin.

Netzbetreiber: Gut im Zeitplan

Der Netzbetreiber arbeitet daran, dass wieder alle Menschen mit Strom versorgt werden. Laut Betreiber sind die Tiefbauarbeiten für die beiden provisorischen Kabelverbindungen abgeschlossen. Nun begännen die elektrischen Arbeiten zur Herstellung der Verbindung. Damit liege man «sehr gut im Zeitplan», sagte ein Sprecher. 

Laut Betreiber sind alle 74 betroffenen Pflegeeinrichtungen wieder mit Strom versorgt. Aktuell seien 36 große Notstromaggregate im Einsatz. Auch die Stromversorgung für alle drei betroffenen S-Bahnhöfe ist laut Stromnetz wiederhergestellt. 

Polizei verstärkt Präsenz

Die Polizei hat in Wannsee und den benachbarten Ortsteilen ihre Präsenz deutlich erhöht. Man habe Unterstützung durch die Bundespolizei und sei mit bis zu 550 Beamtinnen und Beamten im Einsatz, sagte Polizei-Vizepräsident Langner. Man sei sehr eng mit der Bundespolizei in Abstimmung, um zusätzliche Lichtmasten zu erhalten. In der Nacht war die Polizei auch mit einem Hubschrauber unterwegs, um die Kräfte am Boden zu unterstützen. Bislang sei die Situation aber «erstaunlich ruhig», sagte Langner. 

Längster Blackout in Berlin seit Krieg

Laut Stromnetz handelt es sich inzwischen um den längsten Stromausfall in der Hauptstadt seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges. Der Blackout vom September 2025 im Berliner Südosten hatte rund 60 Stunden gedauert. Damals waren rund 50.000 Stromkunden betroffen.

@ dpa.de

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