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NRW-Medienminister: Pauschale Social-Media-Verbote unmöglich

25.08.2025 - 05:27:59

Nordrhein-Westfalens Medienminister Nathanael Liminski (CDU) hĂ€lt nichts von pauschalen Verboten fĂŒr Jugendliche bei der Nutzung sozialer Medien.

"Es ist aus meiner Sicht völlig weltfremd zu glauben, dass mit einem Social Media-Pauschalverbot fĂŒr Jugendliche unter 16 alle Probleme gelöst seien", sagte er im GesprĂ€ch mit der Deutschen Presse-Agentur. Bei solchen Forderungen sehe er erhebliche Zweifel an der rechtlichen Durchsetzbarkeit, der technischen Umsetzbarkeit und der politischen Vermittelbarkeit.

Zuletzt hatten unter anderem ThĂŒringens CDU-Landeschef Mario Voigt sowie die Aufsichtsratsvorsitzende und Verlegerin der Funke Mediengruppe, Julia Becker, ein Mindestalter fĂŒr Social Media gefordert. Becker begrĂŒndete dies mit dem Fall "White Tiger", bei dem ein mutmaßlicher Hamburger PĂ€dokrimineller Kinder missbraucht und in den Tod getrieben haben soll. Die Verlegerin kritisierte die UntĂ€tigkeit der Politik und bezeichnete das Internet als "Tummelplatz von TĂ€tern, die es bewusst auf Kinder und Jugendliche abgesehen haben".

Soziale Netzwerke mehr als bloße Unterhaltung

NRW-Medienminister Liminski betonte im dpa-GesprĂ€ch, dass er sehr dafĂŒr sei, die Gefahren ernst zu nehmen. "Ich kann gut nachvollziehen, dass vor allem Eltern mit Sorge auf die intensive Nutzung von Handys und Social Media durch ihre Kinder blicken", sagte er. Bei einem Pauschalverbot habe er aber handfeste Zweifel.

Liminski betonte, dass soziale Netzwerke fĂŒr Jugendliche lĂ€ngst mehr seien als bloße Unterhaltung. Sie gehörten "fast so wie Schlafen, Trinken oder Essen" dazu - fĂŒr Information, und gesellschaftliche Teilhabe. Jungen Menschen das zu verwehren wĂ€re daher "ein tiefer Eingriff in die PrivatsphĂ€re und in das Recht auf informationelle Selbstbestimmung". Außerdem sei zu bedenken, dass damit ein "Generationenkonflikt Alt gegen Jung beziehungsweise analog versus digitalaffin" herbeigefĂŒhrt wĂŒrde, sagte Liminski. Das mĂŒsse verantwortliche Politik mitdenken./gö/DP/zb

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