Zweithöchste, Sicherheitsstufe

Nach mehreren Sicherheitsvorfällen an Militärstandorten schickt die Nato vorsichtshalber Mitarbeiter am Flugplatz Geilenkirchen nach Hause.

22.08.2024 - 23:49:14

Zweithöchste Sicherheitsstufe an Nato-Flugplatz in NRW. Es ist von einer möglichen Bedrohung die Rede.

  • Wegen einer möglichen Bedrohung wurden alle Mitarbeiter, die nicht für den Einsatz benötigt werden, von der Nato-Base in Geilenkirchen nach Hause geschickt. - Foto: Christoph Reichwein/dpa

    Christoph Reichwein/dpa

  • Auf dem Stützpunkt sind Awacs-Aufklärungsflugzeuge stationiert.  - Foto: David Young/dpa

    David Young/dpa

  • Auf dem Stützpunkt sind Awacs-Aufklärungsflugzeuge stationiert.  - Foto: David Young/dpa

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Wegen einer möglichen Bedrohung wurden alle Mitarbeiter, die nicht für den Einsatz benötigt werden, von der Nato-Base in Geilenkirchen nach Hause geschickt. - Foto: Christoph Reichwein/dpaAuf dem Stützpunkt sind Awacs-Aufklärungsflugzeuge stationiert.  - Foto: David Young/dpaAuf dem Stützpunkt sind Awacs-Aufklärungsflugzeuge stationiert.  - Foto: David Young/dpa

Die Nato hat auf ihrem Luftwaffenstützpunkt im nordrhein-westfälischen Geilenkirchen die zweithöchste Warnstufe ausgerufen. Alle Mitarbeiter, die nicht für den Einsatz benötigt würden, seien als Vorsichtsmaßnahme nach Hause geschickt worden, sagte ein Sprecher der Air Base in der Nähe von Aachen. Hintergrund seien nachrichtendienstliche Informationen, die auf eine mögliche Bedrohung hinwiesen. 

Nato: «Kein Grund zur Besorgnis» 

Die nun geltende Sicherheitsstufe Charlie bedeutet im Nato-Jargon, dass ein Zwischenfall eingetreten ist oder Erkenntnisse vorliegen, dass irgendeine Form von terroristischen Aktionen gegen das Bündnis sehr wahrscheinlich ist. «Dies ist kein Grund zur Besorgnis und eine reine Vorsichtsmaßnahme, um sicherzustellen, dass wir unsere kritischen Operationen fortsetzen können», sagte der Sprecher der Air Base. Nähere Angaben zu den Umständen, die zu der Erhöhung der Warnstufe führten, machte er auf Nachfrage nicht.

Die Polizei bestätigte am Donnerstagabend einen laufenden Einsatz. Weitere Details würden nicht mitgeteilt, auch nicht die Zahl der Einsatzkräfte. Ein Sprecher der Polizei in Köln sagte am frühen Freitagmorgen, es gebe in der Sache zunächst keine weiteren Auskünfte.

Ein dpa-Reporter vor Ort beobachtete Polizeiwagen auf dem Gelände des Luftwaffenstützpunkts. Auf elektronischen Displays und Tafeln an der Einfahrt zum Gelände wurde die Sicherheitsstufe C angezeigt. 

 

Standort des Frühwarnsystems Awacs 

Die Nato hat in Geilenkirchen das fliegende Frühwarnsystem Awacs stationiert. 14 umgebaute Boeing-707-Maschinen überwachen den Luftraum mit dem Ziel der Früherkennung möglicher Gefahren und der Vorwarnung des Bündnisses. Der multinational zusammengesetzte Verband leistet klassische Luft- und Seeraumüberwachung und wird in Einsätzen zum Führen von Kampfflugzeugen als eine Art fliegende Kommandozentrale eingesetzt. 

Der Verband hat an zahlreichen Einsätzen teilgenommen, etwa auf dem Balkan und in Afghanistan. Nach dem Überfall Russlands auf die Ukraine verlegte die Nato zeitweise Maschinen nach Rumänien. 

Awacs steht für «Airborne Early Warning and Control System» (Luftgestütztes Frühwarn- und Kontrollsystem). Die Maschinen haben eine Reichweite von 9250 Kilometern und können andere Luftfahrzeuge in mehr als 400 Kilometern Entfernung orten und identifizieren. Dazu haben sie ein großes Radargerät auf dem Rücken, das einem Pilz ähnelt. 

Schon vor einer Woche Sabotage befürchtet 

Vor rund einer Woche waren an mehreren Bundeswehrstandorten Sabotagefälle befürchtet worden. Nach der Überprüfung wurde aber Entwarnung gegeben. So ermittelten Polizei und Staatsschutz nach einem Sicherheitsvorfall am Wasserwerk der Luftwaffenkaserne Köln-Wahn wegen des Verdachts, das Trinkwasser könnte verunreinigt worden sein. 

Auch in Geilenkirchen waren verdächtige Beobachtungen gemacht worden. Nach Angaben aus Sicherheitskreisen wurde zwischenzeitlich jemand im Umfeld des Flughafens für Befragungen in Gewahrsam genommen, der Verdacht gegen die Person habe sich aber nicht erhärtet.

@ dpa.de