Mord, Raub

Jahrelang lebte die ehemalige RAF-Terroristin Daniela Klette unentdeckt in Berlin.

25.03.2025 - 10:56:37

Versuchter Mord, Raub, Waffen? Daniela Klette vor Gericht. Nach ihrer Festnahme droht der 66-Jährigen nun ein langes Gerichtsverfahren – und das könnte erst der Anfang sein.

Der Prozess gegen die ehemalige RAF-Terroristin Daniela Klette vor dem Landgericht Verden hat begonnen. Die Verhandlung ist aus Sicherheitsgründen im Staatsschutzsaal des Oberlandesgerichts Celle. Die Staatsanwaltschaft wirft der 66 Jahre alten Angeklagten versuchten Mord, unerlaubten Waffenbesitz sowie versuchten und vollendeten schweren Raub vor.

Anklage: Bei Raubüberfällen 2,7 Millionen Euro erbeutet

Die Deutsche soll gemeinsam mit Komplizen zwischen 1999 und 2016 Geldtransporter und Supermärkte in Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein überfallen haben, um ihr Leben im Untergrund zu finanzieren. Bei den Taten sollen sie mehr als 2,7 Millionen Euro erbeutet haben. Laut Anklage bedrohten sie ihre Opfer mit Schusswaffen oder Elektroschockern. Klette soll den Angaben nach meist die Fahrerin des Fluchtautos gewesen sein.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt seit vielen Jahren gegen Klette und ihre mutmaßlichen Komplizen Ernst-Volker Staub und Burkhard Garweg. Am 26. Februar 2024 nahmen Einsatzkräfte die ehemalige RAF-Terroristin in Berlin-Kreuzberg fest. Nach den anderen beiden Verdächtigen wird weiter gefahndet.

Weitere Ermittlungen wegen Terroranschlägen

Gegen Daniela Klette besteht auch Haftbefehl wegen des Verdachts der Beteiligung an Terroranschlägen. Die Bundesanwaltschaft wirft ihr versuchten Mord in zwei Fällen sowie Mittäterschaft bei Sprengstoffexplosionen bei drei Anschlägen der RAF in der Zeit von Februar 1990 bis März 1993 vor.

Zu diesem Komplex wird eine weitere Anklage erwartet. Das Verfahren wird getrennt von dem Prozess vor dem Landgericht Verden geführt. Die Mitgliedschaft in der terroristischen Vereinigung RAF an sich ist inzwischen verjährt.

@ dpa.de