Weltcup, Wintersport

Biathletin Preuß: Auf der Suche nach der Olympia-Form

18.01.2026 - 14:12:41

Franziska Preuß steht vor ihren wohl letzten Olympischen Spielen. Nach der überragenden Vorsaison steht sie immer noch ohne Podestplatz da. Derweil nutzt Selina Grotian ihre letzte Chance.

  • Einen Fehler weniger und er hätte gewonnen: Philipp Nawrath. - Foto: Sven Hoppe/dpa

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  •  Franziska Preuß (vorn) ist noch nicht in Bestform. - Foto: Sven Hoppe/dpa

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Einen Fehler weniger und er hätte gewonnen: Philipp Nawrath. - Foto: Sven Hoppe/dpa Franziska Preuß (vorn) ist noch nicht in Bestform. - Foto: Sven Hoppe/dpa

Drei Wochen vor dem ersten Olympia-Rennen ist Weltmeisterin Franziska Preuß noch ein ganzes Stück von der erhofften Gold-Form entfernt. «Es gibt einfach noch Baustellen, die man in den Griff kriegen muss, um eine Topplatzierung zu haben», sagte die 31-Jährige sichtlich frustriert nach Platz sieben in der Biathlon-Verfolgung von Ruhpolding. 

Auch in ihrem Wohnzimmer reichte es für die Weltcupgesamtsiegerin der Vorsaison nicht zum ersehnten ersten Podestplatz des Winters. Nach dem Patzer in der Staffel (6. Platz), wo sie eine Strafrunde schoss, und Platz fünf im Sprint hatte sie im Jagdrennen nach zwei Strafrunden 36,4 Sekunden auf die siegreiche Französin Lou Jeanmonnot (1 Fehler). 

Derweil knackte Selina Grotian bei ihrer letzten Chance die Olympia-Norm. «Hundertmillionen Steine» seien ihr vom Herzen gefallen, sagte die 21-Jährige, ehe sie nach dem Umziehen vor Erleichterung bitterlich weinte. Nach Rang 15 im Sprint erfüllte sie mit Rang 13 die interne Vorgabe von zwei Top-15-Platzierungen. Das große Talent hatte wegen einer Corona-Infektion im Dezember die Rennen in Hochfilzen und Le Grand-Bornand verpasst. 

Wer fährt nach Antholz?

Sechs Startplätze hat das deutsche Frauen-Team. Neben Preuß und Grotian sind auch Julia Tannheimer (5 Fehler/23.), Vanessa Voigt (2/26.), Janina Hettich-Walz (6/48.) und die kommende Woche in Nove Mesto wieder zurückkehrende Anna Weidel qualifiziert.

Die Männer haben fünf Startplätze. In Philipp Nawrath, der in Ruhpolding im Verfolgungsrennen beim Sieg des Norwegers Johannes Dale-Skjevdal als bester Deutscher Zehnter wurde, David Zobel (15.), Justus Strelow (32.) und Philipp Horn sind erst vier DSV-Skijäger qualifiziert. Der letzte Platz wird wohl zwischen Lucas Fratzscher (24.) und Danilo Riethmüller (25.) per Trainerentscheid vergeben. Riethmüller hatte eine gute Staffelleistung gezeigt, im Jagdrennen schaffte er die vierte Laufzeit, in der isolierten Tageswertung wäre er Dritter geworden.

Am Sonntag übermittelt Sportdirektor Felix Bitterling seine Vorschlagsliste an den Deutschen Skiverband. Am Dienstag entscheidet der Deutsche Olympische Sportbund über die Nominierungen. «Wir brauchen einen handlungsfähigen Ersatzmann. Und Danilo ist eine Maschine, die sollte man nicht zu Hause lassen», sagte Olympiasiegerin und ZDF-Expertin Denise Herrmann-Wick.

Auf Fehler der anderen angewiesen

Klar ist: Weder die Frauen noch die Männer sind Richtung Olympia in der Favoritenrolle. Angesichts der starken Konkurrenz brauchen die Deutschen fürs Podium ein nahezu perfektes Rennen. Aber das schaffte bisher die deutsche Nummer eins Preuß nicht, bei den Männern je einmal Nawrath (2.) und Horn (3.). Zudem kamen bei Preuß nach ihrem Staffelpatzer Selbstzweifel auf. 

Aber: In Südtirol stand Preuß vergangene Saison zweimal auf dem Podium, Grotian hatte es im Sprint als Zweite vor Preuß ebenfalls geschafft. Bitterling bleibt optimistisch. Preuß sei «absolut da, wo es darum geht, das Bärenfell zu verteilen». Auch das Team sei nicht weit weg und das Podium «absolut in Sichtweite». Nawrath formulierte es richtig: «Für eine Medaille muss uns schon ein richtiger Sensationstag gelingen.» Und die Konkurrenz patzen.

Im Verfolger in der Chiemgau Arena passierte zwar genau das. Aber Nawrath, der die drittbeste Laufzeit schaffte, schoss auch drei Fehler. Bei einem Patzer weniger hätte es sogar zum Sieg gereicht.

Preuß macht keine Pause

Preuß wird anders als Hettich-Walz, Tannheimer und Voigt sowie Nawrath, Zobel und Strelow ab Donnerstag in Nove Mesto die Olympia-Generalprobe bestreiten. «Ich brauche noch ein paar Rennkilometer», sagte Preuß. Denn wegen einer Corona- und Grippeinfektion hatte sie im Dezember in Hochfilzen gefehlt. Der erkrankt fehlende Horn ist aktuell noch nicht wieder fit und wird wohl nicht in Tschechien starten können. Ab 26. Januar geht es dann ins Höhentrainingslager nach Obertilliach.

@ dpa.de

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