Prozess, Klette

Es sei «ein Verfahren wie jedes andere» – ein Opferanwalt fordert einen ruhigen Prozess gegen die Ex-RAF-Terroristin Daniela Klette.

25.03.2025 - 10:47:57

Prozess gegen Klette: Opferanwalt will sachliche Verhandlung

Die Nebenklage im Prozess gegen die ehemalige RAF-Terroristin Daniela Klette hofft auf ein ruhiges Verfahren. Aus seiner Sicht wäre eine möglichst emotionslose Verhandlung gut, sagte Opferanwalt Steffen Hörning am ersten Prozesstag in Celle. «Wir verhandeln Tatvorwürfe, die tausendfach pro Jahr in diesem Land stattfinden und von daher, finde ich, muss man so ein bisschen durchatmen und der Sache wieder den Rahmen geben, den sie meines Erachtens verdient hat.» Von der Berichterstattung über die besondere Angeklagte solle man sich lösen. «Am Ende ist es für mich ein Verfahren wie jedes andere.»

Die ehemalige RAF-Terroristin Daniela Klette ist wegen versuchten Mordes und 13 Raubüberfällen angeklagt, die Verhandlung ist vor dem Landgericht Verden. Aus Sicherheitsgründen beginnt der Prozess aber nicht in den Räumen des Landgerichts, sondern im Staatsschutzsaal des Oberlandesgerichts Celle. Bislang gibt es vier Nebenkläger, wie ein Gerichtssprecher sagte.

Geldtransportfahrer als Nebenkläger und Zeuge

Rechtsanwalt Hörning vertritt einen Mann, der am 6. Juni 2015 am Steuer eines mit rund einer Million Euro beladenen Geldtransporters saß. In Stuhr nahe Bremen wurde der Wagen von drei Bewaffneten überfallen. Es fielen Schüsse. Der Fahrer hatte Todesangst. Die Staatsanwaltschaft wertet den Überfall, bei dem kein Geld erbeutet wurde, als versuchten Mord.

Hörning sagte, er hoffe, dass der Fall in Ruhe behandelt und vernünftig aufgeklärt werden könne. Sein Mandant ist in dem Prozess auch Zeuge und soll im April befragt werden.

Versuchter Mord und Raubüberfälle?

Die Staatsanwaltschaft wirft der 66-jährigen Klette versuchten Mord, unerlaubten Waffenbesitz sowie versuchten und vollendeten schweren Raub vor. Ihre mutmaßlichen Komplizen, die ehemaligen RAF-Mitglieder Ernst-Volker Staub (70) und Burkhard Garweg (56), sind noch auf der Flucht. 

Das Trio soll zwischen 1999 und 2016 Geldtransporter und Supermärkte in Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein überfallen haben, um sein Leben im Untergrund zu finanzieren. Dabei soll die Bande mehr als 2,7 Millionen Euro erbeutet haben.

@ dpa.de