Zehn Jahre nach Kerber: Rybakina triumphiert in Melbourne
31.01.2026 - 12:18:07Selbst im Moment des großen Triumphs zeigte die neue Melbourne-Königin Jelena Rybakina keine große Regung. So beeindruckend ruhig sie bereits während des Endspiels gegen die Weltranglisten-Erste Aryna Sabalenka geblieben war, so äußerlich fast emotionslos nahm die 26 Jahre alte Kasachin auch den Daphne Akhurst Memorial Cup aus den Händen der früheren Siegerin Jennifer Capriati entgegen.
In einem spannenden Endspiel setzte sich Rybakina gegen Sabalenka mit 6:4, 4:6, 6:4 durch und feierte damit ihren zweiten Grand-Slam-Titel. 2022 hatte die Kasachin bereits in Wimbledon triumphiert. Rybakina nahm damit zugleich Revanche für die Finalniederlage gegen Sabalenka vor drei Jahren und fügte der Nummer eins der Tennis-Welt eine weitere empfindliche Finalniederlage zu.
Bereits im vergangenen Jahr hatte sich Sabalenka im Endspiel der Amerikanerin Madison Keys in drei Sätzen geschlagen geben müssen. Rybakina verwandelte nach 2:18 Stunden ihren ersten Matchball.
Rybakina dankt der Heimat
«Es ist schwer Worte zu finden. Ich bin sehr stolz auf die Leistung», sagte Rybakina, die sich vor allem auch bei ihren Landsleuten bedankte. «Danke Kasachstan», sagte die neue Nummer drei der Welt. Und an Sabalenka gewandt: «Ich hoffe, wir spielen noch viele Finals gegeneinander.» Sabalenka war tief enttäuscht. «Ich bin etwas sprachlos gerade. Gratulation an dich Jelena für diesen Erfolg. Hoffentlich wird es nächstes Jahr ein besseres Jahr für mich.»
Beide Finalistinnen noch ohne Satzverlust
Sabalenka und Rybakina hatten das Turnier bis zum Finale dominiert. Beide Spielerinnen hatten auf dem Weg ins Endspiel keinen Satz abgegeben und betraten dementsprechend voller Selbstvertrauen die Rod Laver Arena, bei der das Dach wegen Regens geschlossen blieb. «Mein Job ist noch nicht erledigt», hatte Sabalenka vor der Partie gesagt.
Doch im Finale suchte die Favoriten lange ihren Rhythmus. Rybakina nahm der Nummer eins der Welt sofort den Aufschlag ab und spielte den ersten Satz in einer beeindruckenden Ruhe zu Ende.
Rybakina dominiert den ersten Satz
Rybakina dominierte das Geschehen. Auf der Tribüne schaute auch Angelique Kerber überrascht, die vor zehn Jahren in Melbourne ihren ersten von insgesamt drei Grand-Slam-Titeln gewonnen hatte. Vor dem Finale hatten die meisten Experten Sabalenka vorne gesehen, doch die Weltranglisten-Erste wirkte verkrampft in ihrem vierten Australian-Open-Finale.
Sabalenka unterliefen ungewohnt viele Fehler, die 27-Jährige fing zunehmend an zu hadern. Doch aus dem Nichts fand Sabalenka in die Partie zurück. Beim Stand von 4:5 aus ihrer Sicht zeigte Rybakina plötzlich Nerven und gab ihr Aufschlagspiel zu Null ab. Auf einmal stand es 1:1-Sätze - und Sabalenka war wieder im Spiel.
Sabalenka gibt Führung noch aus der Hand
Sabalenka hatte das Momentum nun auf ihrer Seite. Die viermalige Grand-Slam-Turnier-Siegerin zog im Entscheidungssatz schnell auf 3:0 davon. Doch dann kämpfte sich Rybakina noch einmal zurück. Die Kasachin machte fünf Spiele in Serie und schlug beim Stand von 5:4 zum Matchgewinn auf. Mit einem Ass machte sie den Triumph perfekt.
Duell der Generationen im Männer-Finale
Bei den Männern kämpfen an diesem Sonntag (9.30 Uhr MEZ/Eurosport) der Weltranglisten-Erste Carlos Alcaraz aus Spanien und Rekord-Grand-Slam-Champion Novak Djokovic aus Serbien um den Titel. Alcaraz hatte im Halbfinale in einem Tennis-Drama über 5:27 Stunden Alexander Zverev besiegt. Damit muss Zverev weiter auf seinen ersten Grand-Slam-Titel warten. Djokovic hatte Titelverteidiger Jannik Sinner aus Italien ebenfalls in fünf Sätzen bezwungen.
Die deutschen Frauen hatten bei den Australian Open keine Rolle gespielt. Nur Laura Siegemund hatte es in die zweite Runde geschafft. Eva Lys, Tatjana Maria und Ella Seidel waren allesamt bereits zum Auftakt ausgeschieden. Allerdings hatte Lys mit einer Knieverletzung zu kämpfen, wegen der sie erst einmal ein paar Wochen pausieren muss.













