US-Kriegseintritt? Trump will binnen zwei Wochen entscheiden
19.06.2025 - 21:19:41(Aktualisierung: AbsÀtze 6 bis 8 neu: weitere Aussagen Leavitts und Hintergrund)
WASHINGTON (dpa-AFX) - US-PrĂ€sident Donald Trump will innerhalb der nĂ€chsten zwei Wochen darĂŒber entscheiden, ob die USA an der Seite Israels in den Krieg gegen den Iran eingreifen. Dies geschehe vor dem Hintergrund, dass es eine "betrĂ€chtliche Chance" fĂŒr Verhandlungen gebe, die in naher Zukunft mit dem Iran stattfinden könnten oder auch nicht, zitierte Trumps Sprecherin Karoline Leavitt den PrĂ€sidenten bei einer Pressekonferenz.
Der PrÀsident habe deutlich gemacht, dass er immer Diplomatie anstrebe. Er scheue sich allerdings auch nicht, StÀrke zu zeigen, falls nötig. Iran und die gesamte Welt sollten wissen, dass das US-MilitÀr das stÀrkste der Welt sei.
Seit Tagen richtet sich der Fokus im Krieg zwischen Israel und dem Iran auch auf die Frage, wie sich die USA verhalten werden. Israel wĂ€re auf die UnterstĂŒtzung des US-MilitĂ€rs angewiesen, um den unterirdischen Nuklear-Komplex in Fordo - das mutmaĂlich wichtigste Ziel des israelischen MilitĂ€rs - auszuschalten. Unter den westlichen Staaten verfĂŒgen nur die USA mit ihren prĂ€zisionsgelenkten "Bunkerbrecher"-Bomben ĂŒber eine geeignete Waffe, um die tief in den Berg eingegrabene Anlage zur Urananreicherung zu zerstören.
USA unterstĂŒtzen Israel bislang nur bei Verteidigung
In den vergangenen Tagen betonte Trump auffĂ€llig hĂ€ufig, sein Ziel sei keine Waffenruhe, sondern, dass der Iran keine Atomwaffe bekomme. Sollten sich die USA dazu entscheiden, aktiv in den Krieg einzusteigen, wĂ€re eine neue dramatische Eskalationsstufe erreicht. Bislang beteiligen sich die USA nach Regierungsangaben nicht an den KĂ€mpfen, das US-MilitĂ€r unterstĂŒtzt Israel allerdings bei seiner Verteidigung.
FĂŒr den morgigen Freitag sind europĂ€ische Verhandlungen mit dem Iran geplant. Die AuĂenminister von Deutschland, Frankreich und GroĂbritannien wollen im schweizerischen Genf mit ihrem Kollegen aus Teheran ĂŒber das iranische Atomprogramm verhandeln.
Trumps Sprecherin betonte, der US-PrĂ€sident erwarte sich von dem Treffen die direkte Botschaft der EuropĂ€er an den Iran, dass dieser keine Atomwaffe bekommen dĂŒrfe. "Um es ganz klar zu sagen: Der Iran hat alles, was er braucht, um eine Atomwaffe zu erlangen", sagte Leavitt. Ihr zufolge wĂŒrde es nur ein paar Wochen dauern, um die Produktion dieser Waffe abzuschlieĂen, wenn Irans oberster FĂŒhrer es anordnen wĂŒrde.
Wie es um den Austausch zwischen den USA und dem Iran steht
Leavitt bestĂ€tigte zudem, dass es nach wie vor Kontakt zwischen dem Iran und den USA gebe. Details nannte sie dazu nicht. Auf die Frage, was ein neues Abkommen mit dem Iran aus Sicht der USA enthalten mĂŒsste, sagte sie: "Keine Anreicherung von Uran". Die Sprecherin des WeiĂen Hauses bekrĂ€ftigte, dass die USA dem Iran bereits einen "Deal" geschickt hĂ€tten, der realistisch sei.
Nachdem Trump wĂ€hrend seiner ersten Amtszeit 2018 einseitig aus dem Wiener Atomabkommen ausgestiegen war, nahmen die USA Mitte April wieder AtomgesprĂ€che mit dem Iran auf. Die nĂ€chste GesprĂ€chsrunde zwischen den beiden LĂ€ndern war eigentlich fĂŒr vergangenen Sonntag geplant. Der israelische Angriff auf den Iran machte die PlĂ€ne aber zunichte.

