Zwiebel-Honig-Sirup, Comeback

Zwiebel-Honig-Sirup erlebt Comeback in Grippewelle

11.01.2026 - 23:32:12

Angesichts von Millionen Atemwegsinfekten und Medikamentenengpässen gewinnt der selbstgemachte Zwiebel-Honig-Hustensaft als ergänzende Maßnahme an Bedeutung. Experten warnen jedoch vor klaren Grenzen.

Eine massive Grippewelle und leere Apothekenregale bringen ein altes Hausmittel zurück: den selbstgemachten Hustensaft aus Zwiebeln und Honig. Das Robert Koch-Institut (RKI) meldet derzeit rund sieben Millionen akute Atemwegserkrankungen in Deutschland. Gleichzeitig verschärfen über 500 gemeldete Lieferengpässe bei Medikamenten die Versorgungslage.

Influenza A(H3N2) treibt Infektionszahlen

Die aktuelle Grippewelle erreicht hohe Werte. Sie wird maßgeblich vom Subtyp Influenza A(H3N2) getrieben, der besonders für Risikogruppen gefährlich sein kann. Das RKI bestätigt, dass die Welle in dieser Saison früher begann und sich nun auf einem für Januar typischen, aber hohen Niveau bewegt.

Apothekerverbände warnen vor Engpässen bei spezifischen Antibiotika und Atemwegsmedikamenten. Die Abhängigkeit von Produktionsstätten in Asien bleibt ein Hauptproblem. In dieser Situation empfehlen Experten vermehrt evidenzbasierte Hausmittel als erste Maßnahme bei leichten Infekten.

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So wirkt der DIY-Hustensaft

Der Zwiebel-Honig-Sirup kombiniert die Wirkstoffe beider Zutaten:
* Zwiebeln enthalten entzündungshemmende und keimtötende Senföle wie Allicin.
* Honig wirkt selbst antimikrobiell und legt einen lindernden Film auf die Schleimhäute.

Für die Zubereitung wird eine gewürfelte Zwiebel mit Honig in einem Glas geschichtet. Durch den osmotischen Prozess entsteht innerhalb weniger Stunden ein sirupartiger Saft, der teelöffelweise eingenommen wird. Für Säuglinge unter einem Jahr ist Honig tabu – hier muss Zucker als Alternative dienen.

Wann der Gang zum Arzt nötig wird

Trotz der Beliebtheit des Hausmittels betonen Mediziner klare Grenzen. Der Sirup lindert Symptome, heilt aber keine bakteriellen Infektionen. Ein Arztbesuch ist unumgänglich bei:
* Hohem Fieber
* Atemnot
* Blutigem Auswurf
* Husten, der länger als eine Woche unverändert anhält

Dies gilt besonders angesichts des kursierenden H3N2-Virus, das zu Lungenentzündungen führen kann.

Rückbesinnung auf Hausmittel als Trend

Die anhaltenden Lieferengpässe haben das Gesundheitsverhalten verändert. Hausmittel werden heute weniger als Kuriosität, sondern als notwendige Ergänzung betrachtet. Studien untermauern diesen Trend: Honig schneidet bei der Linderung von nächtlichem Kinderhusten oft besser ab als Placebos oder bestimmte chemische Hustenstiller.

Experten erwarten, dass die Grippewelle ihren Höhepunkt noch nicht erreicht hat. Die hohen Infektionszahlen dürften bis weit in den Februar anhalten. Auch die Medikamentenversorgung wird sich kurzfristig kaum entspannen. Der Hustensaft aus der Küche bleibt damit für viele Haushalte ein praktischer Baustein, um durch den Winter zu kommen.

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