ZWHAND, B20

ZWHAND B20: Roboterhand schließt Lücke zur menschlichen Geschicklichkeit

13.01.2026 - 09:45:12

Die chinesische Firma ZWHAND stellt mit der B20 Dexterous Hand eine neue Generation von Roboterhänden vor, die humanoide Roboter durch hohe Geschicklichkeit und Standardisierung voranbringen soll.

Die chinesische Roboterikonschmiede ZWHAND hat auf der CES 2026 eine bahnbrechende Roboterhand vorgestellt. Die B20 Dexterous Hand soll humanoide Roboter endlich zu echter Feinmotorik befähigen – und könnte so den Durchbruch für Serviceroboter in Industrie und Haushalt bedeuten.

Evolvierte Hand: Die B20 als Flaggschiff

Im Mittelpunkt steht die B20 Dexterous Hand, die mit 20 aktiven Freiheitsgraden eine bisher nur teuren Forschungslaboren vorbehaltene Beweglichkeit bietet. Sie wiegt nur 600 Gramm und hat die Maße einer durchschnittlichen männlichen Handfläche. Diese kompakte Bauweise ermöglicht es Herstellern, humanoide Roboter mit hoher Geschicklichkeit auszustatten, ohne das Gleichgewicht der Maschinen zu gefährden.

Das „Evolved. Unrestricted.“-Versprechen des Herstellers bezieht sich auf die Bandbreite der Aufgaben: Die Hand soll sowohl filigrane Montagearbeiten als auch kraftvolle Greifvorgänge beherrschen. Motoren, Sensoren und Steuerung sind direkt in der Handfläche integriert – ein großer Vorteil gegenüber Modellen mit störender externer Verkabelung.

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Drei Modelle für den Massenmarkt

Neben dem Premium-Modell B20 präsentierte ZWHAND eine gestaffelte Produktpalette für unterschiedliche Anforderungen:

  • A17 „Workhorse“: Mit 17 Freiheitsgraden als robuste Lösung für Logistik und Sortieraufgaben konzipiert. Sie bietet weniger Feinmotorik, punktet aber mit hoher Zuverlässigkeit für repetitive Aufgaben.
  • B06: Das Einstiegsmodell zum Preis von nur 699 Euro mit 6 Freiheitsgraden. Es richtet sich an Bildung, Entwickler-Communitys und einfache Automatisierung und könnte den Zugang zu funktionaler Robotertechnik demokratisieren.

Diese Strategie zielt darauf ab, einen breiten Teil des wachsenden Komponentenmarktes für humanoide Roboter abzudecken.

Embodied AI bekommt Hände

Der Launch kommt zum richtigen Zeitpunkt. Nach der ersten Welle der humanoiden Serienproduktion 2025 liegt der Fokus 2026 auf den Interaktionsfähigkeiten. Die B20 soll den Engpass am „Endeffektor“ beseitigen – dem Punkt, an dem hochentwickelte Roboter bisher oft an primitiven Greifern scheiterten.

Vorführungen auf der Messe zeigten, wie die Hände unregelmäßige Objekte manipulierten und Plug-and-Play-Operationen durchführten. Eine flexible E-Haut mit Drucksensoren verleiht ihnen taktiles Feedback, eine Grundvoraussetzung für den Einsatz in unstrukturierten, menschlichen Umgebungen.

Analyse: Standardisierung beschleunigt Entwicklung

Für Marktbeobachter markiert die B20 einen Reifepunkt. Ähnlich wie einst in der Drohnenbranche könnten standardisierte Hochleistungskomponenten die Entwicklung beschleunigen. Roboterhersteller müssen keine eigenen Hände mehr entwickeln – eine komplexe ingenieurstechnische Herausforderung – und können stattdessen auf fertige Lösungen wie die B20 zurückgreifen.

Das erlaubt es ihnen, Ressourcen auf kognitive Prozesse und Navigation zu konzentrieren. Der Weg zu universell einsetzbaren Robotern für Fabrik und Haushalt könnte so deutlich kürzer werden. Ein weiterer Vorteil der B20: Ihr elektromechanischer Aufbau vereint die für Werkzeuggebrauch nötige Kraft mit der für menschliche Interaktion erforderlichen Feinfühligkeit.

Ausblick: Daten für bessere KI

Die Verfügbarkeit der B20 wird voraussichtlich eine Upgrade-Welle bei bestehenden Roboterplattformen auslösen. Langfristig erhoffen sich Experten einen positiven Rückkopplungseffekt: Je mehr Roboter mit hochentwickelten Händen im Einsatz sind, desto mehr Daten über Greif- und Manipulationsvorgänge sammeln sie. Diese Daten können wiederum die KI-Trainingsmodelle verbessern.

Mit der B20 ist die Hardware-Grundlage gelegt. Die nächste große Hürde ist nun die Entwicklung der Software-„Gehirne“, die diese geschickten digitalen Hände auch voll ausnutzen können.

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