Zollamt, Rekord

Zollamt Österreich meldet Rekord bei Warenabfertigungen

26.01.2026 - 12:43:12

Die österreichischen Zollbehörden melden für 2025 ein historisches Hoch bei Abfertigungen, angetrieben durch grenzüberschreitenden E-Commerce. Ein digitales System bewältigt die Paketflut und sichert Milliarden für das Staatsbudget.

Österreichs Zollbehörden verzeichnen ein historisches Hoch bei den Abfertigungen. Anlässlich des heutigen Weltzolltags zog das Zollamt eine beeindruckende vorläufige Bilanz für das abgelaufene Jahr 2025. Getrieben wird der Rekord vor allem durch den ungebrochenen Boom im Online-Handel.

Die täglichen Abfertigungszahlen haben sich bei rund 18.000 stabilisiert. Das deutet auf ein neues Allzeithoch für 2025 hin. Die vollständige Jahresbilanz wird erst im Sommer erwartet.

Digitalisierung bewältigt Paketflut

Der Hauptgrund für die anhaltend hohen Zahlen ist der rasante grenzüberschreitende E-Commerce. Besonders die Flut an Paketsendungen aus Asien stellt Logistik und Kontrollen vor enorme Herausforderungen.

Auf diese Entwicklung hat das Zollamt mit dem „Austrian Customs Clearance System“ (ACCS) reagiert. Dieses System ermöglicht eine weitgehend automatisierte Risikobewertung und Abfertigung. Ohne diese digitale Weichenstellung wäre die Bewältigung der täglichen Warenströme kaum denkbar.

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Für den Wirtschaftsstandort Österreich sind die schnellen Prozesse essenziell. Sie festigen die Position des Landes als Drehscheibe im zentraleuropäischen Warenverkehr.

„Vigilance“: Sicherheit trotz Massenverkehr

Trotz der steigenden Quantität bleibt die Qualität der Kontrollen zentral. Das diesjährige Motto der Weltzollorganisation (WCO) lautet „Vigilance“ (Wachsamkeit).

Unter der Leitung von Vorständin Heike Fetka-Blüthner wurden die risikoorientierten Kontrollen intensiviert. Die Zahl der physischen und administrativen Kontrollen lag im vergangenen Jahr erneut im sechsstelligen Bereich. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Produktsicherheit.

Gerade im Online-Handel warnen Verbraucherschützer vor Waren, die nicht den EU-Standards entsprechen. Die Zollbehörde fungiert hier als erste Verteidigungslinie. Im abgelaufenen Jahr wurden tonnenweise illegale Substanzen und zehntausende gefälschte Produkte aus dem Verkehr gezogen.

Milliarden für das Staatsbudget

Abseits der Sicherheitsaufgaben bleibt der Zoll eine der wichtigsten Einnahmequellen. Die finalen Zahlen für 2025 liegen noch nicht vor, doch eine Stabilisierung auf hohem Niveau zeichnet sich ab.

In den Vorjahren sicherte der Zoll jährlich über 8 Milliarden Euro an Abgaben. Dazu zählen Zölle, Einfuhrumsatzsteuer und Verbrauchsteuern. Die Mineralöl- und Tabaksteuer bleiben die tragenden Säulen.

Die Rolle hat sich gewandelt: Es geht nicht mehr nur um das Inkasso, sondern um die Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit heimischer Unternehmen. Die konsequente Einhebung von Abgaben verhindert unfaire Preisvorteile ausländischer Anbieter.

Österreich als digitaler Vorreiter

Im europäischen Vergleich nimmt Österreich bei der Digitalisierung der Zollprozesse eine Vorreiterrolle ein. Während andere EU-Staaten noch mit der Umsetzung neuer IT-Vorgaben kämpfen, ist das ACCS hier bereits leistungsfähig im Einsatz.

Diese Vorreiterrolle ist auch notwendig. Die geplante EU-Zollreform sieht eine noch stärkere Zentralisierung und Datennutzung vor. Der Trend geht klar in Richtung einer datengetriebenen Behörde, die Künstliche Intelligenz zur Risikoidentifikation nutzt.

Branchenverbände loben die konstruktive Zusammenarbeit. Die zentrale Abwicklung von Verfahren hat internationale Konzerne dazu bewogen, ihre Logistikketten über Österreich zu führen.

Ausblick auf weitere Herausforderungen

Die Herausforderungen werden nicht kleiner. Für 2026 erwarten Experten eine weitere Zunahme des Sendungsvolumens. Gleichzeitig steht die Umsetzung weiterer Stufen der EU-Zollreform an.

Das Ziel ist eine noch engere Vernetzung der europäischen Zollbehörden in einem „EU Customs Data Hub“. Für das Zollamt Österreich bedeutet das, den Weg der Digitalisierung konsequent fortzusetzen.

Personell setzt die Behörde weiter auf Ausbildung und Spezialisierung. Die Komplexität der Aufgaben – von chemischen Analysen bis zur Prüfung digitaler Frachtbriefe – erfordert hochqualifiziertes Personal. Der Zoll ist heute ein moderner, digitaler Dienstleister im Herzen der Weltwirtschaft.

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