Zoll, Handwerk

Zoll und Handwerk starten Offensive gegen Schwarzarbeit

05.02.2026 - 01:01:12

Ein neues Gesetz verschärft die Kontrollen und Befugnisse der Finanzkontrolle Schwarzarbeit. Ziel ist es, die milliardenschwere Schattenwirtschaft mit digitaler Datenanalyse zu bekämpfen.

Der Kampf gegen illegale Beschäftigung und Schwarzarbeit in Deutschland erreicht eine neue Stufe. Ein verschärftes Gesetz und koordinierte Kontrollwellen sollen die milliardenschwere Schattenwirtschaft im Handwerk eindämmen.

Neue Gesetze geben dem Zoll schärfere Zähne

Seit Januar 2026 gilt das Gesetz zur Modernisierung der Schwarzarbeitsbekämpfung (SchwarzArbMoDiG). Es stattet die Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS) des Zolls mit erweiterten Befugnissen aus. Ein zentraler Punkt: Die Behörde darf nun unangekündigt Geschäftsräume betreten, digitale Unterlagen prüfen und Mitarbeiter direkt befragen.

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Ziel ist ein smarterer Ansatz. Eine neu geschaffene Zentrale wertet Daten risikobasiert aus, um gezielt auffällige Betriebe ins Visier zu nehmen. So sollen komplexe Firmengeflechte und bandenmäßige Strukturen effektiver aufgedeckt werden. Der Fokus liegt nicht mehr auf Stichproben, sondern auf gezielten Schlägen.

Die Liste der besonders überprüfungsbedürftigen Branchen wurde angepasst. Neu hinzugekommen sind das Friseur- und Kosmetikgewerbe sowie plattformbasierte Lieferdienste. Für sie gelten verschärfte Dokumentationspflichten.

Kontrollen laufen – von Kusel bis Krefeld

Die verschärfte Gangart zeigt bereits Wirkung. Das Hauptzollamt Saarbrücken deckte in der Region Kusel und Kaiserslautern illegale Beschäftigungsverhältnisse auf – ein Betroffener versuchte sogar zu flüchten.

In Krefeld unterstrich ein Besuch von Landtagsabgeordneten beim Zoll die gemeinsame Front gegen organisierte Kriminalität in diesem Bereich. Solche Einsätze sind Teil einer bundesweiten Strategie, um Präsenz zu zeigen und den Druck hochzuhalten.

Doch nicht nur der Staat handelt. Die Handwerkskammer Freiburg etwa hat ihre Aktivitäten massiv ausgebaut. Ein Runder Tisch mit Stadt, Zoll, Gewerkschaften und Rentenversicherung schafft ein regionales Netzwerk. Unangekündigte Vor-Ort-Kontrollen und Betriebsprüfungen sollen den fairen Wettbewerb schützen.

Warum der Kampf existenziell ist

Für das personalintensive Handwerk ist dies eine Überlebensfrage. Schwarzarbeit untergräbt nicht nur Steuer- und Sozialsysteme, sie verzerrt auch den Wettbewerb massiv. Ehrliche Betriebe können mit den Dumpingpreisen illegaler Anbieter nicht mithalten.

Die volkswirtschaftlichen Schäden gehen in die Milliarden. Für die betroffenen Arbeiter bedeutet illegale Beschäftigung oft Ausbeutung, keinen Rentenanspruch und keine Absicherung bei Unfällen.

Handwerksvertreter begrüßen die schärferen Werkzeuge. Sie warnen aber davor, dass Kontrollen nicht nur Kleinbetriebe treffen dürfen. Die Prüfungen müssen flächendeckend erfolgen, damit sich kein Unternehmen in falscher Sicherheit wiegt.

Die Zukunft liegt in der Datenanalyse

Der Schlüssel zum Erfolg ist die Digitalisierung. Das neue Gesetz ermöglicht es der FKS, große Datenmengen aus verschiedenen Quellen zu verknüpfen und Muster zu erkennen. Für Betriebe wird eine lückenlose und plausible Dokumentation aller Geschäftsvorgänge damit überlebenswichtig.

Parallel setzen die Kammern auf Aufklärung. Sie informieren Auftraggeber und Handwerker über die gravierenden Risiken der Schwarzarbeit. Die Botschaft ist klar: Nur fairer Wettbewerb sichert langfristig Qualität, Arbeitsplätze und das Vertrauen in die deutsche Wirtschaft.

Die kommenden Monate werden zeigen, wie wirksam die neuen Werkzeuge des Zolls in der Praxis sind – und ob der Druck auf die Schattenwirtschaft endlich steigt.

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