Zoll-Portal, März

Zoll-Portal wird ab März alleiniger Zugang für Exportmeldungen

20.01.2026 - 01:33:11

Ab dem 17. März 2026 müssen alle Exporteure ihre Ausfuhren über das zentrale Zoll-Portal anmelden, da der bisherige IAA-Plus-Dienst abgeschaltet wird. Unternehmen benötigen ein verifiziertes Geschäftskundenkonto.

Ab Mitte März müssen sich alle Exporteure über das zentrale Zoll-Portal anmelden, um ihre Ausfuhren elektronisch anzumelden. Die bisherige Direktnutzung des kostenlosen Dienstes IAA-Plus wird dann abgeschaltet – eine verbindliche Umstellung für Zehntausende Unternehmen.

Diese Migration ist ein zentraler Baustein der Digitalisierung der deutschen Zollverwaltung. Sie zielt darauf ab, alle Dienstleistungen in einer gesicherten Online-Umgebung zu bündeln. Für kleine und mittlere Unternehmen, die auf das gebührenfreie IAA-Plus angewiesen sind, bedeutet der Stichtag 17. März 2026 Handlungsbedarf. Wer bis dahin keinen korrekten Zugang zum Portal eingerichtet hat, kann keine Exportmeldungen mehr abgeben.

Die Umstellung im Detail: Was ändert sich am 17. März?

Laut dem offiziellen ATLAS-Info 0896/2026 wird der gewohnte Direktzugang zur IAA-Plus-Webseite an diesem Tag endgültig deaktiviert. Künftig führt der Weg ausschließlich über das Hauptportal der Zollverwaltung.

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Dort finden gewerbliche Nutzer den Dienst unter der Kategorie „Warenverkehr“. Privatpersonen, die eine Ausfuhr anmelden, werden unter „Übergreifende Leistungen“ fündig. Die Integration soll die Nutzung vereinfachen und die Sicherheit erhöhen, indem verschiedene Zollanwendungen in einer identitätsgeprüften Umgebung zusammengeführt werden.

Das müssen Unternehmen jetzt tun: Zugang sichern

Ein einfaches Benutzerkonto mit E-Mail und Passwort reicht nicht aus. Für den Weiterbetrieb ist eine authentifizierte Anmeldung erforderlich.

Firmen benötigen zwingend ein „Geschäftskundenkonto“. Dieses muss mit einem deutschen ELSTER-Zertifikat oder einem internationalen eIDAS-Zertifikat registriert und verifiziert werden. Eine kritische Voraussetzung: Das Zertifikat muss auf dieselbe rechtliche Einheit ausgestellt sein, der auch die EORI-Nummer (Economic Operators Registration and Identification) zugeordnet ist. Stimmen Zertifikatsinhaber und EORI-Registrierung nicht überein, bleibt der Zugang gesperrt.

Privatpersonen richten ein „Bürgerkonto“ ein. Zur Authentifizierung können sie unter anderem auf ein ELSTER-Zertifikat, den deutschen Personalausweis mit Online-Funktion, ein BundID-Konto oder ein eIDAS-Zertifikat zurückgreifen. Unternehmen, die bereits über ein korrekt eingerichtetes Geschäftskundenkonto mit verknüpfter EORI-Nummer verfügen, müssen nichts weiter unternehmen.

Sonderaktion für Bestandsnutzer erleichtert Wechsel

Um den Übergang flüssig zu gestalten, startet die Zollverwaltung eine gezielte Aktion. Am 2. Februar 2026 erhalten alle aktiven IAA-Plus-Nutzer seit Juli 2024, die noch kein Zoll-Portal-Konto haben, eine E-Mail-Benachrichtigung.

Diese E-Mail enthält einen personalisierten, einmaligen Link zur vereinfachten Kontoerstellung. Die Behörde warnt ausdrücklich davor, diesen Link zu ignorieren und das Konto manuell anzulegen. Nur über den mitgeschickten Link wird sichergestellt, dass die bestehenden Daten – insbesondere die cruciale EORI-Nummer – korrekt mit dem neuen Portal-Konto verknüpft werden. Andernfalls drohen erhebliche administrative Probleme.

Hintergrund: Teil der europäischen Digitalisierungsoffensive

Die Migration des IAA-Plus ist der nächste Schritt in der Modernisierung des Zoll-IT-Systems ATLAS. Der Dienst wurde einst als kostenneutrale Lösung für kleinere Unternehmen geschaffen, die keine spezielle Software für elektronische Exportmeldungen anschaffen wollten.

Die Zentralisierung spiegelt eine EU-weite Politik wider, digitale Zollinteraktionen sicherer und effizienter zu gestalten. Ein einheitliches Portal ermöglicht der Verwaltung bessere Sicherheitskontrollen, einfachere Updates und den Nutzern ein konsistenteres Erlebnis. Für die Außenhandelsbranche ist dies ein weiterer deutlicher Schub weg von veralteten Insellösungen hin zu integrierten, hochsicheren Digitalplattformen.

Die Branche appelliert an Unternehmen, ihren Zoll-Portal-Zugang umgehend zu überprüfen und nicht auf die Erinnerungsmail im Februar zu warten. Proaktives Handeln verhindert böse Überraschungen und Betriebsunterbrechungen kurz vor dem Stichtag. Die Zukunft der Zollabwicklung ist eindeutig digital, zentralisiert – und erfordert rechtzeitige Anpassung.

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PS: Übrigens: Bevor Sie den personalisierten Link am 2. Februar überspringen – sichern Sie sich die kostenlose Checkliste zur fehlerfreien Konto‑ und Zollanmeldung. Die Checkliste enthält konkrete Prüfpunkte zur Verknüpfung von EORI und Zertifikat, eine Schritt‑für‑Schritt‑Anleitung zur Kontoerstellung sowie Hinweise, wie Sie häufige Stolperfallen vermeiden, damit Ihre Exportmeldungen nach dem 17. März ohne Verzögerung verarbeitet werden. Kostenlose Checkliste & Praxis‑Anleitung sichern

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