Zoll-Portal: Ab März Pflicht für alle Export-Anmeldungen
14.01.2026 - 11:48:12Deutsche Exporteure müssen sich auf eine zentrale digitale Pflicht einstellen. Das Zoll-Portal wird ab Mitte März 2026 zum alleinigen Zugang für die elektronische Ausfuhranmeldung. Wer den Umzug verpasst, riskiert Stillstand im Warenverkehr.
Frist läuft: Umstellung bis 17. März
Die Uhr tickt für Tausende Unternehmen. Das Bundesfinanzministerium hat den Countdown für die Abschaltung des alten Systems „Internet-Ausfuhranmeldung-Plus“ (IAA-Plus) gestartet. Ab dem 17. März 2026 ist der Dienst nur noch über das zentrale Zoll-Portal erreichbar. Die bisherigen Zugangswege werden dann deaktiviert.
Zwei Stichtage im Blick behalten
Die Behörden haben einen gestaffelten Plan mit zwei Schlüsseldaten kommuniziert. Fachleute raten jedoch zur sofortigen Eigeninitiative.
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2. Februar 2026: Erinnerung per E-Mail
Nutzer, die seit Juli 2024 IAA-Plus genutzt, aber noch kein Portal-Konto eingerichtet haben, erhalten an diesem Tag eine automatische Benachrichtigung. Diese E-Mail enthält einen personalisierten Registrierungslink. Sich darauf zu verlassen, wäre jedoch riskant. „Unternehmen sollten proaktiv handeln, um Engpässe kurz vor der Deadline zu vermeiden“, mahnen Handels-Compliance-Experten. -
17. März 2026: Endgültiger Wechsel
An diesem Montag ist es soweit: Der eigenständige Zugang zu IAA-Plus wird abgeschaltet. Im Zoll-Portal finden Geschäftskunden den Dienst dann unter der Kategorie „Warenverkehr“. Für Privatpersonen liegt er bei „Übergreifende Leistungen“.
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Technische Hürde: Die richtige Berechtigung
Die größte Herausforderung liegt in den strengen Authentifizierungsregeln. Der Zugang zum Portal ist verbindlich an ein ELSTER-Zertifikat oder einen eIDAS-Token geknüpft. Ein simpler Benutzername reicht nicht mehr aus.
Ein kritischer Punkt ist die exakte Übereinstimmung der hinterlegten Daten. Das für die Registrierung verwendete Zertifikat muss auf denselben Rechtsträger ausgestellt sein wie die hinterlegte EORI-Nummer (Economic Operators Registration and Identification). Stimmen Zertifikatsinhaber und EORI-Registrant nicht überein, scheitert die Verknüpfung.
Für Konzerne und Unternehmen mit komplexen Strukturen bedeutet das organisatorischen Aufwand. Jede EORI-Nummer kann nur mit einem Geschäftskundenkonto verknüpft werden. Niederlassungen müssen sich über das Hauptkonto anmelden, was eine kluge interne Benutzerverwaltung voraussetzt.
Was die Zentralisierung für die Praxis bedeutet
Die Konsolidierung soll langfristig Vorteile bringen. Exporteure erhalten einen „Single Point of Entry“ für viele Zollverfahren – von der Ausfuhranmeldung über verbindliche Zolltarifauskünfte (vZTA) bis zum EORI-Datenmanagement. Die Zeiten, in denen für verschiedene Services unterschiedliche Logins nötig waren, sollen enden.
Doch der Wechsel trifft vor allem kleinere Exporteure und Logistikdienstleister hart. Sie nutzen oft die kostenlose IAA-Plus-Software, anstatt in teure kommerzielle Zollsoftware zu investieren. Für sie bedeutet der Umzug in das sicherere, aber komplexere Portal eine steilere Lernkurve bei der Zertifikatsverwaltung.
Jetzt handeln, um Lieferketten zu schützen
Handelskammern und Verbände werden ihre Informationskampagnen in den kommenden Wochen intensivieren. Das ITZBund kündigte weitere technische Details in kommenden ATLAS-Info-Rundschreiben an.
Die dringende Empfehlung an alle Unternehmen lautet: Jetzt den Status prüfen. Besitzen Sie bereits ein gültiges Zoll-Portal-Konto mit korrekt verknüpfter EORI-Nummer? Dann ist keine weitere Aktion nötig. Falls nicht, gilt es, ELSTER-Zertifikate zu überprüfen und EORI-Daten auf Aktualität zu prüfen. Die erfolgreiche Migration ist die Grundvoraussetzung, um auch künftige Digitalisierungsschritte des Zolls nutzen zu können – und den reibungslosen Exportgeschäft am Laufen zu halten.
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