Zoll-Compliance 2026: Unternehmen stehen unter verschärftem Druck
04.02.2026 - 01:04:12Die Zollbehörden in der EU verschärfen die Kontrollen und setzen auf digitale Systeme. Für importierende Unternehmen steigt das Risiko von Nachzahlungen und Bußgeldern deutlich. Eine proaktive Anpassung ist unerlässlich.
Die Neuerungen im Jahr 2026 sind vielfältig und betreffen Unternehmen aller Größen. Die Abschaffung der Zollfreigrenze für Kleinsendungen ab Juli wird den E-Commerce besonders treffen. Gleichzeitig treiben die Behörden die Digitalisierung mit neuen IT-Systemen voran. Experten warnen: Fehler bei der Zollwertermittlung gelten nicht länger als Kavaliersdelikt.
Digitale Systeme fordern Umstellungen
Seit dem 3. Februar ist die neue Version des Import Control System 2 (ICS2) für bestimmte Waren verpflichtend. Das System ermöglicht den Behörden eine Risikoprüfung, noch bevor Sendungen die EU erreichen. Unvollständige Daten können hier zu erheblichen Lieferverzögerungen führen.
Eine weitere große Änderung steht Ende des Monats an: Ab dem 28. Februar startet das neue IT-Verfahren „Zentrale Zollabwicklung Einfuhr“ (CCI). Es erlaubt zugelassenen Unternehmen, alle Importe zentral bei einer Zollstelle anzumelden. Diese Vereinfachung setzt jedoch ein funktionierendes internes Kontrollsystem voraus.
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E-Commerce im Fokus neuer Abgaben
Eine der folgenreichsten Änderungen betrifft den Online-Handel. Basierend auf einem EU-Beschluss wird die bisherige Zollfreigrenze von 150 Euro zum 1. Juli abgeschafft. Stattdessen soll eine pauschale Abgabe eingeführt werden. Das Ziel ist klar: Wettbewerbsnachteile für europäische Händler abbauen und die massenhafte Einfuhr geringwertiger Güter erfassen.
Für Plattformen und Importeure bedeutet dies eine grundlegende Anpassung ihrer Kalkulation. Die korrekte Wertangabe jeder Sendung wird noch kritischer. Die Behörden werden hier voraussichtlich verstärkt prüfen, um systematische Unterfakturierung zu verhindern.
Häufige Fehler bei der Zollwertermittlung
Das Fundament für alle Abgaben ist der korrekte Zollwert. Die häufigsten Fehler entstehen, wenn Unternehmen bestimmte Kosten nicht hinzurechnen. Dazu zählen:
- Lizenz- oder Nutzungsgebühren für die importierte Ware
- Kosten für Verpackung, Transport und Versicherung bis zur EU-Grenze
- Provisionen oder bestimmte vom Käufer gestellte Materialien
Werden solche Posten vergessen, kann dies bei einer Prüfung als Steuerverkürzung gewertet werden. Die komplexen Regelungen erfordern eine enge Abstimmung zwischen Einkauf, Logistik und Finanzabteilung.
Strategischer Wandel der Zollverwaltung
Die Maßnahmen sind Teil einer umfassenden EU-Zollreform. Sie reagieren auf veränderte Handelsströme – insbesondere das explosive Wachstum des Paketversands. Allein 2024 kamen täglich rund zwölf Millionen Pakete in die EU.
Der Fokus der Behörden verschiebt sich. Statt rein physischer Kontrollen setzen sie zunehmend auf datengestützte Analysen. Diese sollen Unregelmäßigkeiten in Lieferketten und Unternehmensstrukturen aufdecken. Ein zertifizierter Status wie der Authorised Economic Operator (AEO) wird damit immer mehr zur Notwendigkeit für reibungslose Prozesse.
Für Unternehmen führt kein Weg mehr an einer proaktiven Compliance-Strategie vorbei. Die Investition in ein robustes internes Kontrollsystem ist kein Kostenfaktor, sondern ein entscheidender Beitrag zur Risikominimierung und zum Schutz des internationalen Geschäftserfolgs.
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