ZKW streicht 600 Jobs in Österreich
13.01.2026 - 20:31:12Der Automobilzulieferer ZKW baut in Niederösterreich 600 Arbeitsplätze ab. Ein Sozialplan soll den schmerzhaften Schritt abfedern, den das Unternehmen als notwendige Antwort auf die anhaltende Krise der Branche bezeichnet.
Die Einigung mit dem Betriebsrat betrifft die Standorte Wieselburg und Wiener Neustadt. Sie ist Teil einer globalen Restrukturierung: Bis Ende 2027 will der Lichtsysteme-Spezialist weltweit etwa ein Viertel seiner knapp 10.000 Stellen streichen – insgesamt 2.300. In Wieselburg, dem Hauptsitz, fallen 570 Jobs weg, in Wiener Neustadt 30.
Sozialplan bis 2027 verlängert
Der Betriebsrat handelte vorausschauend. Er verlängerte einen bereits bestehenden Sozialplan bis Ende 2027. Dieses freiwillige Instrument soll den Abbau der 600 Stellen in Österreich sozialverträglich gestalten. Die Maßnahmen werden schrittweise umgesetzt. Für die betroffenen Mitarbeiter bietet der Plan nun Klarheit.
Passend zum Thema Sozialplan: Betriebsräte, Personalvertretungen und betroffene Mitarbeitende benötigen klare Regeln, um den Abbau sozialverträglich zu gestalten. Unser kostenloser Leitfaden erklärt Punkteschemata, Verhandlungsstrategien und Musterformulierungen für Interessenausgleich und Sozialauswahl – praxisnah und sofort einsetzbar. Ideal bei angekündigten Stellenkürzungen bis 2027, damit Sie jetzt handeln können. Holen Sie sich die Vorlagen, mit denen Betriebsräte bessere finanzielle und berufliche Perspektiven für Kolleginnen und Kollegen verhandeln können. Kostenlosen Sozialplan-Leitfaden sichern
Bereits bis Ende 2024 hatte ZKW in Österreich 600 Stellen abgebaut. Die neuen Kürzungen unterstreichen den anhaltenden Druck auf die gesamte Automobilzulieferindustrie.
Marktkrise zwingt zum Handeln
Die Unternehmensführung führt den Stellenabbau direkt auf die schwierige Marktlage zurück. „Es ist eine herausfordernde, aber unvermeidbare Entscheidung, um den Standort zukunftsfähig zu halten“, sagt Hermann Seitz, Standortleiter in Wieselburg. Einbruchende Auftragseingänge und schwache Umsatzprognosen zwingen zum Handeln.
ZKW-Chef Wonyong Hwang betont, dass Einsparungen auf allen Ebenen der österreichischen Operationen nötig seien. Das Unternehmen erzielte 2024 einen Umsatz von rund 1,55 Milliarden Euro. Wie viele andere europäische Zulieferer kämpft ZKW mit hohen Kosten, scharfem internationalem Wettbewerb und den teuren Investitionen in die Elektromobilität.
Österreich bleibt Kompetenzzentrum
Trotz der tiefen Einschnitte bekräftigt die Konzernspitze die strategische Bedeutung des österreichischen Stammlands. Das Wissen und die Kernkompetenzen aus Österreich seien die Grundlage für den künftigen Erfolg, so CEO Hwang.
Diese Aussage deutet eine strategische Neuausrichtung an: Die Standorte in Niederösterreich sollen sich vermutlich stärker auf hochwertige Forschung, Entwicklung und anspruchsvolle Fertigung konzentrieren. Routineproduktion könnte dagegen vermehrt in kostengünstigere Regionen verlagert werden. Das Ziel ist es, das spezialisierte Know-how der erfahrenen Belegschaft zu erhalten und auszubauen.
Symptom einer Branche im Umbruch
Die Ankündigung von ZKW, einem bedeutenden Arbeitgeber im Mostviertel, ist kein Einzelfall. Sie spiegelt die systemischen Probleme der europäischen Automobilzulieferkette wider. Seit der Übernahme durch den südkoreanischen Elektronikkonzern LG im Jahr 2018 navigiert ZKW durch massive technologische Umbrüche.
Zulieferer stecken im Dilemma: Die hohen Investitionen für Elektrifizierung und Digitalisierung stehen unter dem Dauerdruck der Kostensenkungswünsche der Automobilhersteller. Immer mehr Unternehmen optimieren ihre globale Fertigungsstruktur. Das führt zu schweren Entscheidungen über Produktionsstandorte in Hochkostenländern wie Österreich.
Wieselburgs Zukunft hängt an Innovationen
Mit dem vereinbarten Sozialplan kann ZKW nun den schrittweisen Personalabbau bis 2027 angehen. Die Herausforderung für die verbleibende Belegschaft wird sein, sich auf die hochwertigen Aktivitäten zu konzentrieren, die das Management als zukunftsentscheidend einstuft.
Die langfristige Perspektive für Wieselburg und Wiener Neustadt hängt entscheidend davon ab, ob es ZKW gelingt, die Standorte als unverzichtbare Innovationszentren im globalen LG-Ökosystem zu positionieren. Der Erfolg bei der Akquise neuer Projekte für Lichtsysteme der nächsten Generation wird über die Stabilisierung der österreichischen Operationen entscheiden. Die Branche beobachtet gespannt, ob der Spagat zwischen Kostendruck und Wachstum durch Spitzentechnologie gelingt.
PS: Betriebsbedingte Kündigungen stehen an? Dieser kostenlose Guide zeigt, welche Fehler in der Sozialauswahl und bei Abfindungen teure Folgen haben können und wie Betriebsräte faire Vereinbarungen durchsetzen. Inklusive Muster-Punkteschema, Formulierungsvorschlägen und Verhandlungstipps für Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite. Sichern Sie sich jetzt die Checkliste, mit der Sie Interessenausgleich und Nachteilsausgleich strukturiert vorbereiten. Unabhängig davon, ob Sie Betriebsrat, HR oder betroffener Mitarbeiter sind – diese Tools helfen Ihnen, konkrete Ergebnisse zu erzielen. Jetzt Sozialplan-Checkliste herunterladen


