Zimt, Hoffnungsträger

Zimt: Neuer Hoffnungsträger für den Blutzucker?

03.02.2026 - 17:37:12

Studien zeigen eine moderate blutzuckersenkende Wirkung von Zimt, vor allem bei Prädiabetes. Experten raten jedoch dringend zur Vorsicht bei der Sorte und Dosierung.

Zimt kann den Blutzuckerspiegel moderat senken. Das zeigt die aktuelle Forschungslage. Besonders für Menschen mit Prädiabetes oder Typ-2-Diabetes könnte das Gewürz eine unterstützende Rolle spielen. Doch Experten warnen: Nicht jede Zimtsorte ist geeignet, und von einer Selbsttherapie ist dringend abzuraten.

Wie wirkt Zimt im Körper?

Die Forschung konzentriert sich auf spezielle Inhaltsstoffe im Zimt. Diese könnten die Empfindlichkeit der Zellen für Insulin erhöhen und so die Aufnahme von Zucker aus dem Blut verbessern. Ein weiterer Effekt: Zimt verlangsamt möglicherweise die Magenentleerung. Das führt zu einem flacheren Blutzuckeranstieg nach dem Essen.

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Was sagt die Wissenschaft?

Die Studienlage ist vielschichtig. Eine Metaanalyse aus dem Jahr 2019 kam zu dem Ergebnis, dass Zimt den Nüchternblutzucker bei Typ-2-Diabetikern senken kann. Andere wichtige Werte wie der Langzeitblutzucker (HbA1c) blieben jedoch oft unverändert.

  • Bei Prädiabetes zeigte eine Studie vielversprechende Ergebnisse: Teilnehmer, die über zwölf Wochen Zimt einnahmen, konnten ihren Nüchternblutzucker stabil halten.
  • Die in Studien verwendeten Dosierungen lagen meist zwischen 1 und 6 Gramm Zimt pro Tag.

Forscher betonen jedoch: Zimt ist kein Ersatz für Medikamente. Es kann lediglich eine ergänzende Maßnahme innerhalb eines gesunden Lebensstils sein.

Vorsicht: Der große Unterschied bei den Sorten

Hier liegt der entscheidende Punkt für Verbraucher. Es gibt zwei Hauptsorten:

  • Ceylon-Zimt („Echter Zimt“): Enthält nur sehr geringe Mengen des Stoffs Cumarin, der in hohen Dosen leberschädigend wirken kann.
  • Cassia-Zimt (häufig im Supermarkt): Ist deutlich günstiger, hat aber einen hohen Cumarin-Gehalt.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) rät daher, für den regelmäßigen Verzehr auf Ceylon-Zimt zurückzugreifen. Von hochdosierten Zimt-Kapseln, oft aus Cassia-Zimt, wird abgeraten.

Wer sollte besonders aufpassen?

Eine unkontrollierte Einnahme kann riskant sein. Diese Gruppen müssen vorsichtig sein:

  • Patienten mit Diabetes-Medikamenten: Zimt kann die Wirkung verstärken und zu gefährlich niedrigen Blutzuckerwerten führen. Vor der Einnahme unbedingt den Arzt konsultieren.
  • Schwangere: Hier gilt besondere Vorsicht.
  • Alle, die Cassia-Zimt in großen Mengen nutzen: Die tolerierbare tägliche Cumarin-Menge kann schnell überschritten werden.

Die Integration in die Ernährung ist einfach: Eine Prise Ceylon-Zimt im Müsli, Joghurt oder Kaffee kann geschmacklich und potenziell gesundheitlich punkten – ohne große Risiken. Die Behandlung von Diabetes bleibt jedoch immer Aufgabe des Arztes.

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