ZIA, Lackmustest

ZIA erklärt 2026 zum Lackmustest für den Wohnungsbau

31.01.2026 - 05:46:12

Der Immobilienverband ZIA fordert von der Politik grundlegende Reformen wie Digitalisierung und vereinheitlichte Bauordnungen, um die strukturelle Wohnungsbaukrise zu überwinden.

Der Zentrale Immobilien Ausschuss (ZIA) stellt der Bundesregierung ein Ultimatum. Der Spitzenverband der Immobilienwirtschaft erklärt das laufende Jahr zum entscheidenden Prüfstein für den Reformwillen in der tiefen Wohnungsbaukrise. Trotz kurzfristiger statistischer Erholung bei den Baugenehmigungen warnt der ZIA: Ohne fundamentale Reformen der bürokratischen Verfahren ist keine nachhaltige Wende in Sicht.

Baugenehmigung als größte Hürde

Die extrem langen Genehmigungsverfahren bremsen den Neubau aus. In manchen Kommunen warten Bauherren über ein Jahr auf den Bescheid, in Einzelfällen sogar 18 Monate. Diese unkalkulierbaren Verzögerungen treiben die Baukosten in die Höhe und machen viele Projekte unwirtschaftlich.

Die Probleme sind vielschichtig:
* Personalmangel in den Behörden
* Eine Flut an Vorschriften
* 16 unterschiedliche Landesbauordnungen, die standardisiertes Bauen erschweren

Die Folge: Bei den aktuellen Zinsen und Baukosten passen die Parameter für Investoren nicht mehr zusammen. Viele Vorhaben werden zurückgezogen.

Was die Immobilienwirtschaft fordert

Der ZIA hat einen klaren Forderungskatalog an die Politik gerichtet. Im Zentrum steht die konsequente Digitalisierung – der digitale Bauantrag soll bundesweit Standard werden. Zudem drängt der Verband auf eine Vereinheitlichung der Landesbauordnungen, um den bürokratischen Flickenteppich zu beenden.

Weitere zentrale Forderungen sind:
* Finanzielle Anreize, etwa ein großvolumiges KfW-Kreditprogramm mit vergünstigten Zinsen
* Eine Reduzierung der staatlich induzierten Baukosten, die rund 37 Prozent der Gesamtkosten ausmachen
* Eine grundlegende Reform des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) hin zu einem einfacheren, praxistauglicheren Regelwerk

Erste Schritte der Politik – reichen sie?

Die Politik hat die Dringlichkeit erkannt und erste Maßnahmen ergriffen. Auf Bundesebene wurde der sogenannte „Bau-Turbo“ beschlossen. Das Gesetz soll Kommunen ermöglichen, Genehmigungsverfahren zu straffen, um Nachverdichtung und Aufstockungen zu erleichtern.

Auch die Länder werden aktiv:
* Nordrhein-Westfalen plant eine umfassende Reform seiner Bauordnung.
* Baden-Württemberg hat eine „Genehmigungsfiktion“ eingeführt: Liegen alle Unterlagen vor, gilt der Antrag nach drei Monaten als genehmigt.
* Hessen arbeitet an einem „Baupaket II“, um überzogene Standards zu senken.

Doch die Branche bleibt skeptisch. Die Zahl der Baugenehmigungen war 2024 auf dem niedrigsten Stand seit 2010. Ein kurzfristiger Anstieg in einzelnen Monaten wirkt trügerisch, solange die strukturellen Probleme nicht gelöst sind. Der Erfolg der neuen Werkzeuge hängt von der konsequenten Anwendung in den Kommunen ab.

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Wird 2026 das Wendejahr?

Das Jahr 2026 wird zeigen, ob Deutschland die Trendwende schafft. Die Immobilienwirtschaft wird genau beobachten, ob die Gesetze wirken und die Zahl fertiggestellter Wohnungen spürbar steigt. Der Druck auf die Politik bleibt hoch.

Sollten die Reformen greifen, könnte der Neubau langsam wieder an Fahrt aufnehmen. Scheitert die Umsetzung jedoch an föderalen Hürden oder mangelndem Vollzug, droht eine weitere Verschärfung der Wohnungsknappheit. Die Rufe nach einem nationalen Bündnis für schnellere Genehmigungen werden lauter. Am Ende zählt nur eines: fertiggestellte Wohnungen.

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