Zhipu, Zhongqing

Zhipu und Zhongqing starten Massenproduktion von Fabrik-Robotern

12.01.2026 - 12:32:12

Chinesische Hersteller wie Zhipu und Zhongqing setzen Hunderte humanoide Roboter in der Industrie ein. 2026 wird zum Jahr der praktischen Implementierung mit Großaufträgen und neuen Geschäftsmodellen.

Chinesische Hersteller setzen nach erfolgreichen Pilotphasen jetzt Hunderte humanoider Roboter in der Industrie ein. Das Jahr 2026 wird zum Schaltjahr für die praktische Automatisierung.

Vom Show-Akt zum Schichtarbeiter

Auf der Technikmesse CES 2026 in Las Vegas drehten und tanzten sie noch. Doch der eigentliche Durchbruch chinesischer Roboterbauer findet fernab der Bühne statt: in den Fabrikhallen. Unternehmen wie Zhipu Robotics und Zhongqing Robotics (EngineAI) vollziehen einen strategischen Wandel. Sie liefern keine Prototypen mehr für Shows, sondern robuste Arbeitskräfte für die Fließbandproduktion. Für die Branche gilt 2026 als das “Jahr der Implementierung”.

Die neuen Modelle sind für den harten Alltag gemacht. Sie sollen die berüchtigten “996”-Schichten (9 Uhr bis 21 Uhr, sechs Tage die Woche) durchstehen. Während Zhipu sein radbasiertes Modell Yuanzheng A2-W für flexible Fertigung optimiert, setzt Zhongqing mit dem T800 auf einen klassischen Humanoiden für den Materialtransport. Beide sind staubresistent und für den Dauerbetrieb ausgelegt. Erste Großaufträge aus dem Spätjahr 2025 werden jetzt umgesetzt, Hunderte Einheiten gehen an Kunden im Yangtze-Delta.

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Zhipu Robotics: Der Vorreiter bei der Massenintegration

Zhipu Robotics, auch als Zhiyuan bekannt, hat im Rennen um die industrielle Nutzung die Nase vorn. Nach der Übernahme von Shangwei New Materials konnte das Unternehmen seine Produktionskapazitäten massiv ausbauen. Der Erfolg zeigt sich in konkreten Verträgen.

Ein Schlüsselabkommen wurde mit Longcheer Technology geschlossen. Fast 1.000 Yuanzheng-Roboter sollen dort in die Produktion von PCs und Tablets integriert werden. Ihre Aufgaben: komplexe Varianten handhaben und monotone Montagearbeiten übernehmen. Ein weiterer Meilenstein ist die Zusammenarbeit mit Fuling Precision Industry. Hier arbeiten die Roboter bereits Seite an Seite mit Menschen und testen das Konzept der “Dark Factory” – einer vollautomatischen, rund um die Uhr laufenden Produktion.

Im Rücken hat Zhipu die finanzielle Kraft der Schwesterfirma Zhipu AI. Das Unternehmen für große KI-Modelle ging am 8. Januar erfolgreich an die Hongkonger Börse und sammelte umgerechnet etwa 558 Millionen US-Dollar ein. Dieses Kapital fließt in die Forschung, um die “Gehirne” der Roboter für unvorhergesehene Situationen in chaotischen Fabrikumgebungen zu schärfen.

Zhongqing setzt auf Agilität für die Industrie

Zhongqing Robotics kontert mit einer anderen Stärke: Beweglichkeit. Bekannt wurde das Unternehmen durch Roboter, die Saltos schlagen. Diese dynamische Kontrolle steckt nun im T800, der präzise Materialhandling-Aufgaben übernehmen soll.

Der Fokus auf die Fabrik zahlt sich aus. Zhongqing hat einen mehrjährigen Rahmenvertrag mit Duolun Technology abgeschlossen. Das Unternehmen plant, über drei Jahre hinweg mindestens 2.000 Einheiten zu kaufen. Sie sollen in Fahrzeugprüf- und Testanlagen traditionelle Maschinen ersetzen. Die humanoiden Roboter könnten dort sogar Fahrzeuge steuern und Prüfgeräte bedienen.

Durch effiziente “Straight-Knee”-Gehtechnik und hochdrehmomentige Aktuatoren sollen die Roboter unebenes Fabrikgelände besser meistern als herkömmliche Kettenfahrzeuge. Die ersten Auslieferungen Anfang 2026 markieren einen Wendepunkt: Die “Factory First”-Strategie geht auf.

Wirtschaftlicher Druck treibt die Automatisierung voran

Der rasante Einsatz hat einen einfachen Grund: den Kostendruck. Chinesische und südostasiatische Hersteller kämpfen mit akutem Arbeitskräftemangel und steigenden Löhnen. Die jährlichen Gesamtkosten für einen Fabrikarbeiter im Yangtze-Delta liegen bei etwa 150.000 Yuan.

Gegenüber werden humanoide Roboter wirtschaftlich. Zhipu und Zhongqing peilen Preise an, die eine Amortisation innerhalb von zwei Jahren ermöglichen. Attraktiv ist auch das “Robot-as-a-Service” (RaaS)-Modell. Fabriken können Roboterflotten für Spitzenproduktionszeiten leasen, ohne hohe Investitionskosten stemmen zu müssen.

Der nächste Schritt: Standardisierung und Skalierung

Die Frage für 2026 lautet nicht mehr, ob die Technik funktioniert, sondern wie gut sie skaliert. Die Integration bei Longcheer und Duolun wird zum Lackmustest für die ganze Branche. Gelingt sie, könnte eine Welle der Übernahme in Automotive, Elektronik und Logistik folgen.

Experten erwarten, dass sich die Diskussion bis zum vierten Quartal 2026 auf die Standardisierung von Kommunikationsprotokollen zwischen Robotern verschiedener Hersteller verlagert. Mit Zhipus KI-Modellen als kognitiver Infrastruktur und Zhongques robuster Hardware ist die Revolution der “verkörperten Intelligenz” keine Zukunftsvision mehr. Sie ist in der Fabrikhalle angekommen.

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