Zhipu, MiniMax

Zhipu AI und MiniMax starten als erste reine KI-Modelldesigner an der Börse

07.01.2026 - 22:24:12

Die chinesischen KI-Unternehmen Zhipu AI und MiniMax gehen in dieser Woche an die Hongkonger Börse. Die IPOs sind historisch und könnten eine neue Welle von Tech-Listings in der Region auslösen.

Hongkong schreibt Börsengeschichte: Die chinesischen KI-Champions Zhipu AI und MiniMax gehen noch diese Woche an die Hongkonger Börse. Es sind die weltweit ersten Börsengänge reiner Entwickler von großen KI-Sprachmodellen – ein strategischer Coup für Chinas Tech-Sektor, der US-Konkurrenten wie OpenAI an der Börse zuvorkommt.

Historischer Doppelstart unter der Lupe

Der Appetit der Anleger ist enorm. Der Retail-Tranche von MiniMax war mehr als 1.200-fach überzeichnet. Beide Unternehmen nutzten die Nachfrage, um ihre Aktien am oberen Ende der Preisspanne zu platzieren.

MiniMax wird voraussichtlich rund 4,19 Milliarden Hongkong-Dollar (etwa 538 Millionen Euro) einnehmen. Die Bewertung des Shanghaier Start-ups liegt bei etwa 6,5 Milliarden US-Dollar. Der Handel startet am Freitag, dem 9. Januar.

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Zhipu AI strebt mit einem Festpreis von 116,20 Hongkong-Dollar pro Aktie etwa 4,35 Milliarden Hongkong-Dollar (ca. 560 Millionen Euro) ein. Das Unternehmen wird mit rund 6,6 Milliarden US-Dollar bewertet und startet bereits am Donnerstag, dem 8. Januar.

Schwere Namen stehen als Investoren im Hintergrund: MiniMax wird von einem Konsortium aus der Alibaba Group und der Abu Dhabi Investment Authority (ADIA) gestützt. Zhipu kann auf heimische Giganten wie Tencent, Meituan und Xiaomi zählen.

Zwei Strategien, ein Ziel: Chinas KI-Führerschaft

Beide Firmen gelten als “Chinas OpenAI”, doch ihre Wege könnten unterschiedlicher nicht sein.

Zhipu AI hat akademische Wurzeln an der Tsinghua-Universität. Das 2019 gegründete Unternehmen setzt auf seriöse B2B-Lösungen und beliefert vor allem institutionelle Kunden und Behörden mit seinen “ChatGLM”-Modellen. Sein Image ist das der technologischen Tiefe und Verlässlichkeit.

MiniMax hingegen verfolgt eine aggressive, verbraucherorientierte Strategie. Das 2021 von einem Ex-SenseTime-Manager gegründete Unternehmen punktet bei einer jungen Zielgruppe mit seiner “Hailuo AI”-Plattform und charakterbasierten Chatbots. Laut Prospekt fließen 20 Prozent der IPO-Erlöse in diese “AI-native” Produkte, satte 70 Prozent in die Forschung und Entwicklung.

Hohes Wachstum, hohe Verluste – die Bilanz

Die Finanzdaten zeigen typische Start-up-Muster: rasantes Wachstum bei hohen Verlusten. Die Umsätze sind im Vergleich zu den milliardenschweren Bewertungen noch bescheiden.

Zhipu AI erzielte 2024 einen Umsatz von etwa 44,7 Millionen US-Dollar. MiniMax kam im gleichen Zeitraum auf rund 30,5 Millionen US-Dollar. Die Gewinnzone ist für beide noch in weiter Ferne. Allein MiniMax verbuchte in dreieinhalb Jahren kumulierte Verluste von über 1,3 Milliarden US-Dollar – getrieben vor allem durch die immensen Kosten für Rechenleistung und Modelltraining.

Marktausblick: Ein Wendepunkt für Hongkong?

Die erfolgreichen Listings könnten einen Dominoeffekt auslösen. Für die Hongkonger Börse (HKEX), die in den letzten Jahren mit geringer Liquidität kämpfte, sind sie ein potenzieller Wendepunkt. Die “KI-IPO-Welle” könnte internationales Kapital in die Region zurückbringen.

Doch die Risiken bleiben. Unabhängige Produkttests kritisieren die technische Reife chinesischer KI-Modelle im Vergleich zu westlichen Pendants. Die Kursentwicklung nach dem Börsengang wird genau beobachtet: Ein Einbruch könnte die Stimmung für weitere Listings trüben, ein Höhenflug einen Run auf IPOs anderer chinesischer KI-Start-ups wie Moonshot AI auslösen.

Erstmals können Anleger direkt in die Motoren von Chinas KI-Ambitionen investieren. Der Börsenstart setzt der technologischen Zukunft des Landes einen realen Preis.

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