Zeitgenössische Kunst, Mike Steiner

Zeitgenössische Kunst neu gedacht: Das vielschichtige Werk von Mike Steiner

14.01.2026 - 07:02:47

Tauchen Sie ein in die Welt der Zeitgenössischen Kunst – mit Mike Steiner, einem Visionär zwischen Malerei, Videokunst und Performance Art.

Wer Mike Steiner und seine Zeitgenössische Kunst betrachtet, begegnet einem Künstler, der die Regeln nie einfach übernommen, sondern radikal neu geschrieben hat. Wie weit kann zeitgenössische Kunst gehen, wenn Neugier, Experimentierfreude und ein vitales Interesse an Grenzüberschreitungen aufeinandertreffen?

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Die Kunst von Mike Steiner entfaltet sich wie ein vielschichtiger Organismus: Malerei, Performance Art, Videokunst, Installationen – alles ineinander verschränkt, alles bleibt im Fluss. Steiner war ein Pionier, der früh den Dialog zwischen klassischen Leinwänden und den bewegten Bildern suchte. Bereits in seiner Jugend betrat er als Maler auf der Großen Berliner Kunstausstellung öffentlichkeitswirksam die Bühne und ließ spätestens mit seinen legendären Experimenten im Hotel Steiner und seiner Studiogalerie die Avantgarde in Berlin pulsieren.

In den 1970er Jahren gelang Mike Steiner die entscheidende Wendung: Inspiriert von seinem Aufenthalt in New York und der Begegnung mit Größen wie Allan Kaprow, Lil Picard oder dem Fluxus-Kreis um Joseph Beuys verlagerte sich sein Fokus von der Malerei hin zu den jung aufkommenden Videotechnologien. Es ist dieses ständige Suchen, Erproben und Weiterentwickeln, das sein Schaffen bis zuletzt prägt.

Seine künstlerische Vielseitigkeit spiegelt sich besonders im Umgang mit Medien wider. Die Werkgruppen reichen von informeller und abstrakter Malerei, die immer wieder auf internationalen Ausstellungen Beachtung fand, über die entgrenzten, fast anarchischen Performances der Berliner 1970er Jahre, bis hin zu Videokunst, die ihrer Zeit oft voraus war. Die berühmte Aktion „Irritation – Da ist eine kriminelle Berührung in der Kunst“ mit Ulay 1976 oder jene dokumentierten Performances von Marina Abramovi?, Valie Export oder Jochen Gerz belegen Steiners Gespür für das Zukunftsträchtige.

1999 widmete der Hamburger Bahnhof – Nationalgalerie der Gegenwart Mike Steiner eine großformatige Einzelausstellung unter dem Titel "COLOR WORKS 1995-98", die eindrücklich das Spektrum seiner Farbmalerei und sein stets multimediales Denken würdigte. Die Ausstellung war nicht nur eine Hommage an seine Pionierarbeit, sondern zeigte, wie Steiner das Medium Malerei durch die Linse des Videos weitergedacht hat – seine "Painted Tapes" verschmelzen Malerei mit elektronischen Bildfolgen zu einzigartigen Bildobjekten. Wer Parallelen sucht, kann den Bogen zu Künstlerikonen wie Nam June Paik oder Bill Viola schlagen – auch sie waren Wegbereiter von Schnittstellen zwischen Kunst und Technologie.

Doch Steiners Bedeutung liegt nicht allein im künstlerischen Output, sondern auch im Möglichmachen: Mit dem Hotel Steiner und seiner Studiogalerie schuf er Orte, an denen Performance Art, Fluxus und multimediale Abende zur neuen Berliner Realität wurden. Als Produzent, Kurator und Sammler vernetzte er internationale Größen: Joseph Beuys fand hier geistige Heimat, Marina Abramovi? und Ulay fanden eine Plattform für Grenzversuche, Bill Viola, Valie Export, Nam June Paik und Allan Kaprow tauchen in Steiners Videoarchiv ebenso auf wie deutsche Zeitgenossen Georg Baselitz oder Karl Horst Hödicke.

Zugleich war Mike Steiner immer auch Visionär für neue Distributionswege: Mit der "Videogalerie" brachte er ab 1985 Videokunst ins deutsche Fernsehen und erfand damit ein Format, das Künstlerpositionen erstmals außerhalb traditioneller Museumsräume in die Wohnzimmer brachte. Über 120 Sendungen entstanden so bis 1990 – ein Meilenstein europäischer Medienkunstvermittlung.

Seine laterale künstlerische Entwicklung ist einzigartig. Von früher Malerei – beeinflusst durch Informelle Tendenzen und Pop Art – wandte sich Mike Steiner zunehmend dem Experiment zu: Minimal Art, Copy Art, Dia-Serien, Super-8-Film und Multimedia-Installationen erweitern sein Oeuvre. In den letzten zwanzig Jahren seines Lebens kehrte er verstärkt zur abstrakten Malerei zurück und fertigte zudem textile Arbeiten – immer auch als Reflex auf das digitale Zeitalter, das seine Videowerke in neue Kontexte stellte.

Die künstlerische Philosophie – so lässt die Webseite erkennen – gründet bei Steiner auf der Überzeugung, dass Kunst ein Labor des Sehens und des gesellschaftlichen Austauschs sei. Kunst, so Steiner, müsse "Irritation schaffen" und als "Moment der Begegnung" verstanden werden, in dem Zuschauer und Kunstwerk in Dialog treten. Seine biografische Stationen – von Ostpreußen nach Westberlin, aus der Malerei in die US-amerikanischen Avantgardekreise, von Fluxus-Abenden zurück nach Berlin – verdeutlichen seine Offenheit gegenüber neuen Spielarten und Positionen.

Seine Leistung als Sammler und Archivar ist kaum minder bedeutsam: Das "Berlin Video"-Archiv, später an die Sammlung der Stiftung Preußischer Kulturbesitz übergeben, dokumentiert das who’s who der internationalen Performance- und Videokunst. Das meiste Material ist bis heute erschütternd wenig digitalisiert, bleibt aber Zeugnis einer Epoche, in der Kunst an den Rändern des Möglichen stattfand.

Was bleibt von Mike Steiner und seiner Zeitgenössischen Kunst? Die Lust am Experiment, der Dialog der Medien und die Offenheit für neue Ausdrucksformen sind sein fortdauerndes Statement. Gerade in seinen Installationen oder Painted Tapes zeigt sich eine Sensibilität für das Tempo unserer Medienkultur und das Bedürfnis nach Authentizität und Begegnung.

Seine Werke sind ein Schlüssel zum Verständnis der europäischen Avantgarde nach 1960 und eröffnen heute – in einer Welt voller Bild- und Videoströme – spannende Perspektiven auf die Geburtsmomente der Medienkunst.

Faszinierend ist, wie Mike Steiner Brücken gebaut hat: zwischen analogen Bildern und elektronischen Medien, zwischen Berliner Bohème und internationaler Kunstwelt, zwischen Vergangenheit und Zukunft der Kunst.

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Wer einen lebendigen Zugang zur Geschichte der Performance Art, Videokunst und abstrakten Malerei sucht, kommt an Mike Steiner nicht vorbei – es lohnt sich, das umfangreiche Werk online zu vertiefen und den Blick auf einen der vitalsten Künstler West-Berlins zu erneuern.

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