Zahnärztlicher Notdienst wird digital: QR-Codes und Apps ersetzen Zeitungslisten
20.01.2026 - 01:53:12Ab 2026 setzen immer mehr Kassenzahnärztliche Vereinigungen (KZVen) in Deutschland auf rein digitale Wege, um Patienten zum zahnärztlichen Notdienst zu lotsen. Die traditionellen Ankündigungen in der Regionalpresse werden durch Echtzeit-Portale und Apps ersetzt – ein entscheidender Schritt für mehr Aktualität und weniger Irrwege bei Zahnschmerzen.
Sachsen setzt auf QR-Code und dynamische Suche
Die KZV Sachsen geht mit gutem Beispiel voran. Stetig statische Dienstpläne an die Presse zu geben, versorgt sie Medien nun mit einem permanenten QR-Code und einem direkten Link zum offiziellen Suchportal. Scannt man den Code, findet man in Echtzeit die nächstgelegene praxis, die Notdienst hat. „Das ist eine zeitgemäße und vereinfachte Methode“, so die KZV. Der Vorteil liegt auf der Hand: Kurzfristige Änderungen durch Krankheit werden sofort sichtbar. Patienten laufen nicht länger Gefahr, vor einer geschlossenen Tür zu stehen.
Schleswig-Holstein: Der Web-Dienstplan ist verbindlich
Ebenfalls seit Januar 2026 hat Schleswig-Holstein seinen Notdienst neu organisiert. Die Pflicht wird dort in „Tagdienst“ und „Nachtdienst“ unterteilt, um die Belastung für Zahnärzte in großen, ländlichen Bereichen zu verringern. Entscheidend ist die klare Kommunikation: Der einzig verbindliche Dienstplan steht auf der Website der KZV. Zahnärzte müssen ihre Einsätze online prüfen, und auch für Patienten ist das Portal die primäre Anlaufstelle. Die Telefonbereitschaft in der Praxis bleibt zwar bestehen, doch die Suche beginnt im Netz.
Digitale Pioniere und Nachzügler
Während einige Regionen gerade umstellen, sind andere längst weiter. In Nordrhein und Westfalen-Lippe etwa gibt es seit Jahren ein mehrkanaliges System: eine zentrale Hotline, ein Online-Portal und die App „DEMedic“. Die App zeigt nicht nur die diensthabende Praxis an, sondern berechnet auch die kürzeste Route und navigiert dorthin – ein echter Service-Mehrwert.
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Andernorts, wie in Niedersachsen, verweist die KZV-Website noch parallel auf die regionale Tagespresse. Diese unterschiedliche Geschwindigkeit zeigt: Der Trend zur Digitalisierung ist eindeutig, aber noch nicht überall vollzogen. Eine einheitliche erste Anlaufstelle bleibt die bundesweite Patientenservice-Telefonnummer 116117, die zu den Landesportalen der KZVen durchstellt.
Warum die Digitalisierung so wichtig ist
Der Schub hin zu digitalen Lösungen ist aus Patientensicht überfällig. Ein Portal, das sich in Echtzeit aktualisiert, ist unschlagbar aktuell. Die standortbasierte Suche ist zudem deutlich komfortabler als das mühsame Durchforsten von Listen. Für die KZVen und Praxen bedeutet die Digitalisierung weniger Verwaltungsaufwand. In Bayern können Zahnärzte über ein neues Portal sogar selbst digital Vertretungen regeln. Das entlastet alle Beteiligten und modernisiert das Gesundheitssystem.
Ausblick: Von der Information zur intelligenten Steuerung
Die Entwicklung geht weiter. Künftig dürften die letzten Print-Ankündigungen verschwinden. Der nächste logische Schritt sind intelligente Systeme, die nicht nur informieren, sondern auch priorisieren. Ein in Thüringen für 2025 angekündigter Pilotversuch deutet diese Zukunft an: Dort sollte medizinisches Personal, unterstützt von einer KI, am Telefon eine Ersteinschätzung vornehmen. Ist es ein echter Notfall, der sofort behandelt werden muss? Solche Triage-Systeme könnten die Notdienste entlasten und Patienten noch zielgerichteter helfen. Die digitale Transformation macht den zahnärztlichen Notdienst nicht nur zugänglicher, sondern auch effizienter.


