XPENG, P7+

XPENG startet P7+ Produktion in Österreich vor Europa-Launch

07.01.2026 - 17:45:12

Der chinesische E-Auto-Hersteller XPENG hat die Testproduktion seiner neuen P7+ Limousine in Graz abgeschlossen. Die Fertigung in der EU mit Magna Steyr umgeht Strafzölle und ist Teil einer aggressiven Europa-Expansion.

Der chinesische Elektroauto-Hersteller XPENG hat die Testproduktion seiner neuen Limousine P7+ in Graz erfolgreich abgeschlossen. Kurz vor dem Europa-Start am Freitag markiert dies einen strategischen Schritt im EU-Markt.

Die Fertigung beim österreichischen Vertragshersteller Magna Steyr ist ein zentraler Baustein von XPENGs Lokalisierungsstrategie. Seit September 2025 rollen bereits die SUV-Modelle G6 und G9 im Werk vom Band. Die Produktion innerhalb der EU-Grenzen hilft dem Konzern, regulatorische Hürden zu umgehen und Zölle zu reduzieren.

Die Zusammenarbeit mit Magna Steyr, einem Tochterunternehmen von Magna International, ist für XPENG ein taktisches Manöver im Handelsstreit. Indem die Fahrzeuge aus angelieferten SKD-Bausätzen (Semi-Knocked Down) in Graz endmontiert werden, gelten sie nicht als vollständige Importfahrzeuge aus China. Das umgeht die EU-Strafzölle auf chinesische E-Autos, die bis zu 31 Prozent betragen können.

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„Die deutsch-österreichischen Teams konzentrieren sich nun auf Präzision, Qualität und termingerechte Auslieferung“, teilte XPENG mit. Die erfolgreiche Testphase für die P7+ zeigt, dass das Werk die komplexe Montage der neuesten „KI-definierten“ Architektur beherrscht. Die Serienproduktion für Auslieferungen in ganz Europa soll noch in diesem Quartal starten.

Die „KI-definierte“ Limousine: P7+ mit 800-Volt-technik

Am 9. Januar stellt XPENG die 2026er P7+ in Brüssel offiziell vor. Das Unternehmen bezeichnet die überarbeitete Limousine als „weltweit erstes KI-definiertes Fahrzeug“. Sie soll technikaffine europäische Kunden ansprechen.

Äußerlich behält die P7+ ihre fließende Fastback-Form, erhält aber verfeinerte aerodynamische Elemente. Im Inneren dominiert eine digitale Cockpit-Landschaft mit einem riesigen 29-Zoll-Head-Up-Display und einem 8,8-Zoll-Instrumentencluster. Die Technik basiert auf einer 800-Volt- Plattform für ultraschnelles Laden. Mit einer 5C-Batterie verspricht XPENG eine CLTC-Reichweite von bis zu 725 Kilometern.

Die Softwarearchitektur ist tief mit Künstlicher Intelligenz verknüpft. Sie optimiert vom Energiemanagement bis zu den Fahrassistenzsystemen (ADAS) alles. Die genauen Spezifikationen für Europa werden in Brüssel bekannt gegeben.

Doppel-Strategie: Vollelektrisch und Reichweiten-Verlängerer

Ein Kernstück der Marktstrategie ist die neue Dual-Antriebs-Philosophie. Neben der vollelektrischen P7+ bringt XPENG auch Varianten mit Reichweiten-Verlängerer (EREV) auf den Markt. Damit reagiert der Hersteller auf die „Reichweitenangst“ und unterschiedliche Lade-Infrastrukturen in Europa.

Der P7+ EREV soll eine elektrische Reichweite von 430 Kilometern bieten. Mit aktiviertem Benzin-Generator soll die Gesamtreichweite auf über 1.550 Kilometer steigen. XPENG nennt ihn den „weltweit reichweitenstärksten Extended-Range Coupé“. Diese Flexibilität könnte in Europa zum entscheidenden Wettbewerbsvorteil werden.

Rekordjahr 2025 und ehrgeizige Europa-Pläne

Der Produktionsstart in Österreich folgt auf ein Rekordjahr. 2025 lieferte XPENG weltweit 429.445 Fahrzeuge aus – ein Plus von 125,9 Prozent. Der internationale Absatz verdoppelte sich auf über 45.000 Einheiten.

Das Werk in Graz gilt als Gradmesser für die Internationalisierungsfähigkeit chinesischer Autohersteller. Die nahtlose Integration in eine europäische Top-Fertigung wie Magna Steyr demonstriert operative Reife. Für europäische Kunden verkürzen sich die Lieferzeiten spürbar.

Nach dem Launch in Brüssel werden die detaillierten Preise und Auslieferungszeitpläne bekannt gegeben. Die ersten in Österreich gefertigten P7+ sollen noch im ersten Quartal 2026 an Kunden übergeben werden. XPENG positioniert sich damit vom Herausforderer zum ernsthaften Mitbewerber auf dem europäischen Automarkt.

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