Xpeng, KI-Kompetenz

Xpeng bündelt KI-Kompetenz für Autos und Roboter

03.02.2026 - 10:37:12

Der Elektroauto-Hersteller Xpeng fusioniert seine Abteilungen für autonomes Fahren und Cockpit-Systeme zu einem neuen KI-Zentrum. Ziel ist es, eine gemeinsame Technologiebasis für Fahrzeuge und den humanoiden 'Iron'-Roboter zu schaffen.

Der chinesische Elektroauto-Hersteller Xpeng Motors verschmilzt seine Schlüsselabteilungen für autonomes Fahren und intelligente Cockpits zu einem neuen KI-Zentrum. Mit der strategischen Reorganisation will das Unternehmen seine Technologieführerschaft in der sogenannten embodied AI ausbauen – einer Künstlichen Intelligenz, die sowohl Fahrzeuge als auch humanoide Roboter steuert.

Neues KI-Zentrum unter prominenter Führung

Wie interne Bekanntgaben zeigen, fusioniert Xpeng sein Autonomous Driving Center und das Intelligent Cockpit Center zum General Intelligence Center. Die neue Einheit soll eine zentrale KI-Infrastruktur entwickeln, die gleichermaßen für Automobile und die wachsende Roboter-Sparte genutzt werden kann.

Die Leitung übernimmt Liu Xianming, ein renommierter KI-Experte und bisheriger Chef des autonomen Fahrens. Liu, der an der University of Illinois promovierte und für Meta sowie Cruise forschte, berichtet direkt an Vorstandschef He Xiaopeng. Die Konsolidierung spiegelt einen Branchentrend wider: Immer mehr Hersteller setzen auf „End-to-End“-Modelle, bei denen ein einziges neuronales Netz Wahrnehmung, Entscheidungsfindung und Ausführung steuert.

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Durch den Abbau von Abteilungsgrenzen will Xpeng eine nahtlose „KI-Grundlage“ schaffen. Das Zentrum wird spezialisierte Teams für Grundlagenmodelle, Infrastrukturplattformen und Produktqualität einrichten.

Schub für den humanoiden „Iron“-Roboter

Der Umbau kommt zum richtigen Zeitpunkt für Xpengs Roboterambitionen. Das Unternehmen treibt die Entwicklung seines humanoiden „Iron“-Roboters aggressiv voran, der technologisch eng mit den Smart Vehicles verwandt ist. Durch die Bündelung der KI-Ressourcen kann Xpeng nun die riesigen Datensätze aus dem autonomen Fahren nutzen, um das „physische KI-Gehirn“ des Roboters zu trainieren.

Der Ende 2025 offiziell vorgestellte Roboter soll mit hoher Autonomie agieren. Angetrieben wird er von Xpengs eigenen Turing-KI-Chips – der gleichen Hardware, die in den neuesten Fahrzeugplattformen zum Einsatz kommt. Die Chips leisten bis zu 2.250 TOPS (Billionen Operationen pro Sekunde). Das vereinte Zentrum soll den Transfer von visuell-sprachlichen Aktionsmodellen von Autos auf Roboter beschleunigen. So könnte „Iron“ aus den realen Erfahrungen der Xpeng-Flotte „lernen“.

Diese Synergie wurde bei einer Demonstration am Montag in Shenzhen sichtbar. Zwar stürzte der Roboter in einem komplexen Umfeld, doch Vorstandschef He Xiaopeng kommentierte den Vorfall offen: Die Entwicklung gleiche einem Kind, das laufen lernt. Analysten werten den Sturz paradoxerweise als Vertrauensbeweis – er widerlegte Gerüchte, der flüssig agierende Roboter werde ferngesteuert oder sei ein Mensch im Anzug.

Massenproduktion bis Ende 2026 im Visier

Die Neuorganisation steht im Zeichen eines ambitionierten Zeitplans: Xpeng hält am Ziel fest, den „Iron“-Roboter bis Ende 2026 in die Massenproduktion zu bringen.

Anders als viele Wettbewerber, die auf Fabrikautomatisierung setzen, konzentriert sich Xpeng auf serviceorientierte Einsätze. Der Roboter verfügt über eine bionische Struktur mit 82 Freiheitsgraden und ist der erste seiner Art mit einer Festkörperbatterie. Dies erhöht die Sicherheit für den Einsatz in belebten Umgebungen wie Geschäften oder Showrooms.

Das neue KI-Zentrum wird den Endspurt zur Serienreife koordinieren. Durch die Standardisierung des KI-Stacks hofft Xpeng, Entwicklungskosten zu senken und die Zuverlässigkeit der komplexen Motorsteuerung zu verbessern. Eine Kernaufgabe ist die Verfeinerung der „End-to-End“-Großmodelle, die es dem Roboter ermöglichen, unstrukturierte Umgebungen zu interpretieren – eine entscheidende Fähigkeit für den geplanten kommerziellen Einsatz.

Konkurrenz setzt ebenfalls auf KI-Konvergenz

Xpengs Strategie ähnelt Umstrukturierungen bei inländischen Rivalen wie Nio und Li Auto, die ihre F&E ebenfalls stärker auf KI ausrichten. Xpeng unterscheidet sich jedoch durch die explizite Neuausrichtung als „globales Unternehmen für embodied Intelligence“, das Mobilität und Robotik gleichgewichtig behandelt.

Marktbeobachter sehen in der Verschmelzung von Auto- und Robotertechnologie einen bestimmenden Trend für 2026. Da das Wachstum bei Elektroauto-Verkäufen nachlässt, suchen technikorientierte Hersteller in der Robotik nach dem nächsten exponentiellen Wachstumsmotor. Analysten von JPMorgan hatten bereits prognostiziert, dass das Humanoid-Roboter-Geschäft die Marktkapitalisierung von Xpeng bis 2027 spürbar steigern könnte.

Erste integrierte Updates noch dieses Jahr

Das General Intelligence Center will noch in diesem Jahr erste integrierte Software-Updates veröffentlichen. Diese könnten Funktionen einführen, die die Grenze zwischen Autos und Robotern verwischen. Das aktuell in Entwicklung befindliche „Physical World Large Model“ könnte beispielsweise Xpeng-Fahrzeuge befähigen, komplexe Gesten von Fußgängern zu verstehen. Gleichzeitig könnte der „Iron“-Roboter lernen, sich in chaotischen Stadtstraßen zu orientieren.

Mit vereinten Teams und klarer Führungsstruktur steht Xpeng nun vor der Bewährungsprobe: Das Unternehmen muss zeigen, dass sein vereinheitlichter KI-Ansatz zuverlässige Ergebnisse liefert. Die kommenden Monate werden entscheidend sein, während Xpeng von kontrollierten Prototypen in die Validierungsphase für die angekündigte Massenproduktion 2026 übergeht.

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