Xiaomi startet Milliarden-Buyback gegen Aktienverfall
23.01.2026 - 04:43:12Der chinesische Tech-Riese Xiaomi stemmt sich mit einem milliardenschweren Aktienrückkauf gegen einen dramatischen Kursverfall. Hintergrund sind explodierende Komponentenpreise, die die gesamte Smartphone-Branche in eine Kostenkrise stürzen.
Kampfansage an die Börsenturbulenzen
Xiaomi hat ein automatisches Rückkaufprogramm für bis zu 2,5 Milliarden Hongkong-Dollar (rund 300 Millionen Euro) seiner Aktien gestartet. Das Programm läuft ab sofort und soll das Vertrauen der Anleger stärken. In den vergangenen Monaten waren am Hongkonger Aktienmarkt nämlich mehr als 560 Milliarden Hongkong-Dollar an Börsenwert des Unternehmens vernichtet worden. Der Rückkauf, der bis zur Hauptversammlung 2026 laufen kann, ist ein klassisches Signal des Managements: Wir glauben an uns, auch wenn der Markt zweifelt. Bereits im Vormonat hatte Xiaomi über 3,2 Milliarden Hongkong-Dollar für Aktienrückkäufe ausgegeben – die höchste Summe seit über zwei Jahren.
KI-Boom treibt Smartphone-Kosten in die Höhe
Doch warum gerät ein Branchenriese wie Xiaomi unter solchen Druck? Die Antwort liegt in einer fundamentalen Verschiebung der globalen Lieferketten. Die Smartphone-Industrie erlebt derzeit das Ende einer langen Ära sinkender Komponentenpreise. Schuld ist der rasante Aufstieg der Künstlichen Intelligenz. KI-Rechenzentren schlucken einen immer größeren Teil der weltweiten Produktion an Hochleistungsspeichern (HBM), DRAM und NAND-Chips. Diese Chips sind aber auch das Herzstück moderner Smartphones.
Smartphones werden 2026 deutlich teurer – und viele Nutzer könnten weniger oft auf neue Geräte wechseln. Das heißt: Sie behalten Ihr Android länger – und sollten es unbedingt besser schützen, denn veraltete Apps und fehlende Updates erhöhen das Risiko von Datenklau. Das kostenlose Sicherheitspaket zeigt die 5 wichtigsten Schutzmaßnahmen für Android (WhatsApp, Banking, App‑Prüfung, Updates, Backups) in leicht verständlichen Schritt‑für‑Schritt-Anleitungen. Jetzt gratis Android-Schutzpaket sichern
Die Folge: Die Preise für Speicherkomponenten sind in den letzten Quartalen um 40 bis 50 Prozent gestiegen. Experten rechnen damit, dass sich dieser Trend 2026 noch verschärft. Für Hersteller bleibt nur die Wahl zwischen unattraktiven Alternativen: Die höheren Kosten selbst schlucken und mit geringeren Margen leben, die Preise für Endkunden erhöhen oder bei neuen Geräten an der Ausstattung sparen.
Xiaomis Wertversprechen auf dem Prüfstand
Diese Entwicklung trifft Xiaomi, dessen Geschäftsmodell auf „dünnen Margen und hohen Stückzahlen“ basiert, besonders hart. Das Rückkaufprogramm ist daher eine Maßnahme zur Stabilisierung, während das Unternehmen nach langfristigen Lösungen sucht. Die Strategie: mehr Unabhängigkeit. Berichten zufolge arbeitet Xiaomi fieberhaft an eigenen Chips und einem hauseigenen Betriebssystem. Das Ziel für 2026 ist die „große Konvergenz“ – ein Gerät, auf dem der eigene Chip, das eigene OS und das eigene KI-Modell nahtlos zusammenarbeiten. Diese vertikale Integration wäre kapitalintensiv, könnte Xiaomi aber unabhängiger von den Turbulenzen des Weltmarkts machen.
Branche vor Zeitenwende: Teurere Handys, weniger Features?
Die Krise bei den Komponenten markiert eine Zeitenwende für die gesamte Mobilfunkbranche. Der Verdrängungswettbewerb um Halbleiter-Kapazitäten zwischen Consumer-Elektronik und KI-Infrastruktur verändert die Ökonomie der Handyproduktion grundlegend. Marktbeobachter wie Omdia prognostizieren bereits einen Rückgang der AMOLED-Display-Auslieferungen für Smartphones in 2026. Hersteller würden an anderer Stelle sparen, um die teuren Speicherchips zu finanzieren.
Für Verbraucher bedeutet das konkret: Die Ära ständig besserer Handys zum gleichen oder günstigeren Preis ist vorbei. 2026 werden Smartphones im Durchschnitt deutlich teurer werden. Gleichzeitig könnte es bei Mittelklasse-Modellen zu einer „Spec-Shrinkflation“ kommen: Neue Geräte bieten dann weniger Premium-Features als ihre Vorgänger, kosten aber mehr. Für Xiaomi wird das Jahr zur Nagelprobe. Gelingt der Spagat zwischen dem traditionellen Wertversprechen und den neuen Kostenrealitäten? Die Antwort wird nicht nur Anleger, sondern auch Millionen Kunden weltweit beschäftigen.


