Wohnungsmarkt: Neubau fällt 2026 auf nur 215.000 Wohnungen
15.02.2026 - 23:44:12Deutschland baut 2026 voraussichtlich nur noch 215.000 neue Wohnungen. Das geht aus dem aktuellen Frühjahrsgutachten der Immobilienweisen hervor. Die Zahl liegt deutlich unter den 235.000 Fertigstellungen des Vorjahres und verfehlt das Regierungsziel von 400.000 Einheiten pro Jahr dramatisch.
Prognose bestätigt Dauerkrise im Bau
Die Experten bestätigen mit ihrer Prognose die anhaltende Flaute im Wohnungsneubau. Paradoxerweise steigen gleichzeitig die Preise weiter an: 2025 legten Wohnimmobilien im Bundesdurchschnitt um 4,0 Prozent zu. In den sieben größten Metropolen waren es sogar 4,7 Prozent.
Zwar gab es zuletzt mehr Baugenehmigungen – im November 2025 ein Plus von 12,5 Prozent. Bis zur tatsächlichen Fertigstellung vergeht jedoch oft viel Zeit. Eine schnelle Entlastung ist nicht in Sicht.
Hohe Kosten und Zinsen bremsen Investoren
Die Gründe für die Stagnation sind vielfältig:
* Hohe Baukosten: Für 2026 prognostiziert die Branche einen weiteren Preisanstieg um 3,3 Prozent.
* Teure Finanzierungen: Die Bauzinsen bewegen sich derzeit zwischen 3,5 und 4,0 Prozent.
* Bürokratie: Langwierige Genehmigungsverfahren verzögern Projekte.
Die Immobilienwirtschaft fordert deshalb tiefgreifende Reformen. Ein zentraler Vorschlag ist die Einführung eines vereinfachten „Gebäudetyps E“ für kostengünstigeres Bauen. Der strukturelle Wohnungsmangel in Deutschland wird auf rund 800.000 Einheiten geschätzt.
Politik setzt auf Rekordbudget und „Bau-Turbo“
Die Bundesregierung reagiert mit einem Rekordetat: Das Bauministerium erhält 2026 fast 13 Milliarden Euro. Vier Milliarden davon sind für den sozialen Wohnungsbau vorgesehen. Zudem soll das geplante „Bau-Turbo“-Gesetz Genehmigungen beschleunigen.
Doch Kritiker halten das für unzureichend. Die Gutachter fordern zusätzliche steuerliche Anreize und einfachere Regeln für die Umnutzung von Büros zu Wohnraum. Ein Bündnis aus Mieterbund und Gewerkschaften verlangt einen „Bund-Länder-Pakt“, um bezahlbaren Wohnraum zur Chefsache zu machen.
Wende erst ab 2027 in Sicht?
Die geringe Neubautätigkeit verschärft die Lage: Das Angebot schrumpft, die Preise für Bestandsimmobilien steigen. Vor allem Haushalte mit mittlerem Einkommen geraten unter Druck. Neubaumieten müssten in westdeutschen Großstädten bei etwa 20 Euro pro Quadratmeter liegen, um kostendeckend zu sein – für viele unerschwinglich.
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Eine echte Trendwende erwarten Analysten frühestens 2027. Ob es dann aufwärts geht, hängt maßgeblich davon ab, ob der „Bau-Turbo“ wirkt und die geforderten Reformen umgesetzt werden. Bis dahin bleibt der Druck auf dem Wohnungsmarkt hoch.
@ boerse-global.de
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