Wohnungsmarkt, Neubau

Wohnungsmarkt 2026: Neubau stürzt in tiefe Krise

01.02.2026 - 10:39:12

Die Fertigstellungszahlen für Wohnungen brechen 2026 auf nur noch 215.000 ein, während der Bedarf steigt. Branchenverbände warnen vor einer massiven Wohnungslücke und sozialen Folgen.

Der deutsche Wohnungsbau steuert 2026 auf einen historischen Tiefpunkt zu. Die Fertigstellungszahlen brechen ein, während der Bedarf weiter wächst. Die einstige Zielmarke von 400.000 neuen Wohnungen pro Jahr wirkt wie eine ferne Illusion.

Zahlen schlagen politische Rhetorik

Aktuelle Prognosen sind alarmierend. Nach rund 252.000 fertiggestellten Wohnungen 2024 und geschätzten 235.000 im Jahr 2025 erwarten Ökonomen für 2026 einen weiteren Sturz auf nur noch 215.000 Einheiten. Damit hätte sich der Neubau im Vergleich zum politischen Ziel fast halbiert.

Der Frühindikator verheißt nichts Gutes: Die Baugenehmigungen zeigten in den vergangenen beiden Jahren fast durchgängig nach unten. Selbst statistische Ausreißer im Herbst 2025 konnten den strukturellen Einbruch nicht verschleiern.

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Verbände schlagen Alarm

Die Bau- und Immobilienwirtschaft warnt vor einer sich zuspitzenden Krise. Der Zentrale Immobilien Ausschuss (ZIA) spricht von einer „Abwärtsspirale“ und rechnet bis 2027 mit einer Lücke von bis zu 830.000 fehlenden Wohnungen.

Der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie (HDB) sieht die Unternehmen gezwungen, Kapazitäten anzupassen – das Damoklesschwert des Personalabbaus schwebt über der Branche. Die Kritik richtet sich gegen ein toxisches Gemisch aus:
* Explodierten Baukosten
* Gestiegenen Finanzierungszinsen
* Überbordender Bürokratie

Der „Bau-Turbo“ stottert

Politische Lösungsversuche wie der „Deutschland-Pakt“ oder der „Bau-Turbo“ zeigen bisher kaum Wirkung. Die Sonderregelung § 246e BauGB sollte Planungen beschleunigen, hakt in der Praxis aber gewaltig.

Auch der Hoffnungsträger Gebäudetyp E (Einfach/Experimentell) kommt nicht richtig in Fahrt. Zwar verspricht das Konzept Kostensenkungen durch flexiblere Normen, doch in Amtsstuben und bei Banken fehlt es oft noch an Akzeptanz und Rechtssicherheit. The große Entbürokratisierungswelle bleibt aus.

Soziale Sprengkraft nimmt zu

Die Folgen treffen die Gesellschaft mit voller Wucht. Da kaum Neues gebaut wird, lastet der gesamte Druck auf dem Bestandsmarkt. Die Mieten in Großstädten steigen, die Belastungsquote überschreitet vielerorts die kritische 30-Prozent-Marke.

Sozialforscher beobachten Phänomene wie „Zwangs-WGs“ oder Familien, die unfreiwillig in zu kleinen Wohnungen bleiben müssen. Das aktuelle Wohnungsdefizit wird auf über 550.000 Einheiten geschätzt. Besonders in Metropolen wie Berlin, München oder Frankfurt ist der Markt für bezahlbare Mieten leergefegt.

Kann die Politik die Trendwende noch schaffen? Die Hoffnungen der Branche ruhen auf einer verbesserten Förderkulisse und langfristigen Zinsverbilligungen durch die KfW. Gelingt der Vertrauensgewinn bei Investoren nicht, droht der „Gau am Bau“ zum neuen Dauerzustand zu werden.

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