Wohnungskrise: Deutschland fehlen 1,4 Millionen Wohnungen
12.02.2026 - 19:22:12Eine neue Studie offenbart ein Rekorddefizit von 1,4 Millionen Wohnungen in Deutschland. Besonders der Mangel an Sozialwohnungen spitzt sich zu und bremst inzwischen die Wirtschaft aus.
Das Bündnis „Soziales Wohnen“ aus Mieterbund, Gewerkschaften und Wirtschaftsverbänden fordert angesichts der Zahlen ein entschlossenes Handeln von Bund und Ländern. Die Krise ist längst nicht mehr nur ein soziales Problem.
Studie zeichnet düsteres Bild
Die Zahlen stammen aus dem „Sozialen Wohn-Monitor 2026“ des Pestel-Instituts. Die Analyse zeigt: Der Bedarf steigt, doch der Neubau bricht ein. Experten rechnen in den kommenden Jahren mit nur rund 200.000 neuen Wohnungen pro Jahr.
Notwendig wären jedoch 400.000 Einheiten jährlich, um das Defizit bis 2030 abzubauen. Die Diskrepanz zwischen Bedarf und Angebot wird also größer, nicht kleiner.
Soziale Spaltung vertieft sich
Besonders betroffen sind einkommensschwache Haushalte, junge Menschen und Senioren. Die Studie macht das Missverhältnis deutlich:
* Etwa die Hälfte der Mieterhaushalte hat Anspruch auf einen Wohnberechtigungsschein.
* Dem stehen bundesweit nur noch rund eine Million Sozialwohnungen gegenüber.
Die Krise betrifft längst nicht mehr nur Metropolen. Auch in kleineren Städten und ländlichen Regionen wird bezahlbarer Wohnraum knapp. In Nordrhein-Westfalen fehlten Ende 2024 rund 376.000 Wohnungen, in Bayern 233.000.
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Wirtschaft gerät unter Druck
Der Wohnungsmangel ist zur handfesten Wachstumsbremse geworden. „Er ist längst zur Wirtschaftsbremse geworden“, sagt Matthias Günther, Chef-Ökonom des Pestel-Instituts. Unternehmen finden keine Fachkräfte mehr, weil diese keine Wohnungen finden.
Eine parallel veröffentlichte DIW-Studie unterstreicht die ökonomische Bedeutung:
* Jeder siebte Euro der deutschen Bruttowertschöpfung hängt am Wohnungsbau.
* Jeder siebte Arbeitsplatz ist direkt oder indirekt von der Branche abhängig.
Ein erwarteter Rückgang des Bauvolumens um 5,4 Prozent in diesem Jahr würde dem Staat Steuermindereinnahmen in Milliardenhöhe bescheren.
Ruf nach Bund-Länder-Pakt wird lauter
Das Bündnis „Soziales Wohnen“ fordert einen „Sozialen Bund-Länder-Pakt fürs Wohnen“. Der soziale Wohnungsbau müsse zur Chefsache werden. Das Ziel: Die Zahl der Sozialwohnungen von einer auf mindestens zwei Millionen verdoppeln.
Kritik gibt es an der bisherigen Förderpraxis. Bereitgestellte Bundesmittel kämen nur schleppend in den Ländern an. Branchenverbände fordern:
* Eine Aufstockung der Mittel
* Eine Vereinfachung der Bürokratie
* Verlässlichere Rahmenbedingungen für die Bauwirtschaft
Prognose: Die Lücke wird größer
Ein kurzfristiger Ausweg ist nicht in Sicht. Der prognostizierte Neubau von nur 215.000 Wohnungen in diesem Jahr wird die Angebotslücke weiter vergrößern. Experten fordern einen grundlegenden Kurswechsel, der über reine Neubauförderung hinausgeht.
Dazu zählen eine stärkere Nutzung kommunaler und genossenschaftlicher Wohnungsunternehmen, verlängerte Mietpreisbindungen und eine aktive Bodenpolitik. Ohne schnelles und koordiniertes Handeln droht die Krise den sozialen Frieden und die wirtschaftliche Stabilität zu gefährden.
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